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Aus Ton, Holz, Papier und Farbe: René Büchi stellt im Ziegeleimuseum aus

Das Ziegeleimuseum in Hagendorn feierte sein Sommerfest mit der Vernissage zur Sonderausstellung des Künstlers René Büchi.
Dorotea Bitterli
Die Kunstwerke von René Büchi im Ziegeleimuseum. Bild: Christian H. Hildebrand (Hagendorn, 17. August 2019)

Die Kunstwerke von René Büchi im Ziegeleimuseum. Bild: Christian H. Hildebrand (Hagendorn, 17. August 2019)

Der Ausstellungsraum des Ziegeleimuseums in Hagendorn wurde von sanften Spots beleuchtet, als sich am Samstagnachmittag gegen vierzig Interessierte zur Vernissage der Sonderausstellung des Krienser Künstlers René Büchi einfanden. Der kleine, in diesem Jahr 80 gewordene Mann mit weissem Bart und hellen, wachen Augen war persönlich zugegen.

«Wie in den Gegenständen unserer Dauerausstellung rund um Lehm, Ton und Ziegel ist der Ausgangspunkt von René Büchis Kunstschaffen die Natur», erklärte Museumsleiter Jürg Goll bei der Begrüssung. «Büchis Material sind Ton, Holz, Papier, Farbe», fasste es Urs Bugmann in seiner Einführung zusammen, «daraus entstehen räumliche Objekte, die roh belassen oder eingefärbt werden; Holzstämme werden zu Druckstöcken, deren Lineaturen und Flächen in den Abzügen auf geschmeidigem Papier sichtbar werden. Er nennt seine Werke gern ‹Erdstücke›».

Eine hüfthohe Skulptur aus Lindenholz

Büchi hat eine Woche damit verbracht, seine Objekte ins richtige Licht zu rücken. «Jeder Spot ist bewusst gerichtet. Beachten Sie die Schatten und wie sie sich kreuzen, sie gehören zum Kunstobjekt. Denn die Räumlichkeit darum herum ist Teil davon», so sein Hinweis. Für das Besucherauge besonders auffällig ist eine hüfthohe Skulptur aus Lindenholz: Ihre natürlichen Linien sind einerseits durch Ausmeisseln hervorgehoben, andererseits haben ihnen Büchis Werkzeuge eigene Schraffuren, Strukturen und Farben hinzugesellt. Die Lebensringe des Baumes regen Gefühl und Hand des Künstlers an, werden von ihnen aber auch geformt – es entstehen gleichsam «Gegenstücke zur Natur». Nicht genug: Die Holzskulptur wird zum Druckstock und spiegelt sich in einem Abzug auf Japanpapier, der daneben an der Wand hängt. «Jeder Druck ist Handarbeit und ein Unikat», erzählt Büchis Frau Ditta.

Der Künstler René Büchi (Bild: Christian H. Hildebrand)

Der Künstler René Büchi (Bild: Christian H. Hildebrand)

Die längste Wand im Raum ist mit solchen Drucken geschmückt, oft schwarz auf naturweiss. Dafür ist ein zweites Raumobjekt umso farbiger: In ein Rad aus Eichenholz sind Dutzende von Speichen in Rot, Gelb, Blau, Grau, Braun, Grün eingespannt. Einige Meter davon entfernt stehen die «12 Elemente», Backsteine aus Ton verschiedener Grösse, unterschiedlich bemalt – wieder in bewusster Ausrichtung und ausgeklügeltem Schattenwurf.

Schliesslich zieht ein mannshohes «Bild» die Betrachter in ein Nachdenken über künstlerische Wahrnehmung hinein. Die Konturen einer offenbar männlichen Gestalt sind überblendet und umspielt von weiteren Linien, welche Beine, Arme, Fusssohlen suggerieren. «Als Künstler sehe ich zuerst Konturen», erklärt Büchi. Ein paar Schriftzüge entlang der Linien verdeutlichen dies: «konturen sind …» oder «schatten schatten schatten…» oder «wahr geworden bewusst geworden». Büchis Werke behaupten nichts, sie sind Gedanken und Fragen, offen, spielend – eine Begegnung zwischen Mensch und Material.

Lehm war auch Medizin

Mit der Vernissage begann das Ziegeleimuseum sein Sommerfest. Eine besondere Attraktion war dabei ein Stand, der Jung und Alt anzog: Mittels 10 Gramm Lehm und einer alten Einsiedler Zange, in welche die Negativ-Form einer kleinen Madonnenfigur eingegossen war, konnten die Besucher ihre eigene «Schabmadonna» herstellen. In früheren Zeiten wurde bei Krankheit von der gesegneten Figur ein wenig Material abgeschabt und als Heilmittel eingenommen: Lehm war nicht nur Baustoff, sondern auch Medizin.

Weitere Infos zum Ziegeleimuseum und seiner Sonderausstellung über René Büchi finden Sie unter www.ziegelei-museum.ch.

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