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AUSBILDUNG: Mit schmalen Kufen auf stabiler Basis

Langweilig ist ihm wohl nie: Colin Biermann absolviert eine Informatiklehre und misst sich nebenbei mit den Schnellsten auf dem Eis.
Julian Feldmann
Bei Colin Biermann gehen Ausbildung und Sport Hand in Hand. Mit Eisschnelllauf will der Unterägerer dereinst hoch hinaus. (Bild Werner Schelbert)

Bei Colin Biermann gehen Ausbildung und Sport Hand in Hand. Mit Eisschnelllauf will der Unterägerer dereinst hoch hinaus. (Bild Werner Schelbert)

Er strebt hohe Ziele an – in der Karriere und im Sport. Colin Biermann ist neben der Grundausbildung bei Beruf Zug und der Berufsschule auf Eisbahnen in halb Europa unterwegs.

Zweiteilige Lehre als Informatiker

Der 17-jährige Colin Biermann steht bepackt mit Schultasche und Schlittschuhen auf dem Pausenplatz des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums Zug (GIBZ). Hier, bei Beruf Zug, absolviert er eine Lehre als Informatiker. «Eine spannende Arbeit, bei der man ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird», so beschreibt der Bruder dreier jüngerer Schwestern seinen Job. Und neben dem man anscheinend noch genug Zeit hat, intensiv Sport zu treiben. «Ich arbeite acht Stunden am Tag, wie jeder andere auch», sagt der Unterägerer. Sein Arbeitgeber käme ihm aber immer wieder entgegen. «Sie unterstützen mich sehr. Wenn ich für ein Rennen oder Training früher gehen muss oder in ein Trainingslager fahren will, ist das jeweils kein Problem», sagt Biermann, der in diesem Jahr seinen 18. Geburtstag feiern wird.

Die Informatiklehre dauert vier Jahre und ist in zwei Abschnitte gegliedert: Zwei Jahre nimmt die Grundausbildung bei Beruf Zug und der Berufsschule in Anspruch. «Hier geht es darum, die Prozesse zu erlernen und zu verinnerlichen», sagt Biermann. Danach wird er weitere zwei Jahre im Betrieb produktiv tätig sein. Die Grundausbildung hat Colin bald abgeschlossen. Im Sommer wechselt er zur Siemens, seinem Arbeitgeber. «Ich freue mich auf diese neue, interessante Aufgabe», sagt er. Bei der Siemens könne er an grösseren Projekten arbeiten, die direkt den Kunden zugutekämen. Sobald Biermann die vierjährige Ausbildung abgeschlossen hat, will er die Berufsmatura anhängen.

Das Ziel heisst Olympia

Danach will Colin aber gänzlich auf die Karte Eisschnelllauf setzen. Das Ziel hat er schon jetzt vor Augen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Das erscheint sehr hoch gesteckt, wenn man bedenkt, dass der lernende Informatiker erst seit gut einem Jahr auf den schmalen Kufen steht. «Vorher habe ich drei Jahre Inlineskating gemacht», schildert Biermann. Viele von seinen Teamkollegen hätten daneben Eisschnelllauf betrieben. «Das wollte ich auch mal ausprobieren.» Also begleitete er seine Kollegen im Herbst 2013 in ein einwöchiges Trainingslager im deutschen Inzell – da hat es ihn endgültig gepackt.

Auf der Eisbahn hat Colin in diesem Winter bereits sein grosses Potenzial aufblitzen lassen: An den inoffiziellen Junioren-Europameisterschaften eroberte er den sechzehnten Rang. Bei den Junioren-Schweizer-Meisterschaften konnte er in den Disziplinen Sprint und Allround (vier Rennen auf verschiedene Distanzen, deren Laufzeiten addiert werden) den zweiten Platz erobern. Auf dem Podest landete er auch an den regulären Schweizer Meisterschaften: Im Allround und über 10 000 Meter gab es jeweils Rang drei.

Mit dem Nationalteam fährt der Unterägerer praktisch jedes Wochenende ins Ausland – so auch in diesen Tagen. Am Freitagabend machte er sich auf den Weg nach Inzell, mit der Voraussetzung an sich selbst, am internationalen Wettkampf die persönliche Bestmarke zu knacken. Colin muss nämlich bestimmte Bestzeiten fahren, um sich für die Junioren-Weltmeisterschaft zu qualifizieren, an denen er 2016 teilnehmen will. Genau das ist ihm am Wochenende über die Distanz von 500 Metern gelungen.

«Man braucht eine berufliche Basis»

Dem umfangreichen sportlichen Programm zum Trotz ist Colin Biermann froh, zeitgleich eine Lehre zu machen: «Ich habe es nie bereut, diesen Ausbildungsweg eingeschlagen zu haben.» Denn der Eisschnellläufer weiss: «Man braucht eine berufliche Basis, auf die man zurückgreifen kann – falls ich mich einmal verletze zum Beispiel.»

Mit seinen schulischen Leistungen ist Biermann – genau wie sein Arbeitgeber – sehr zufrieden. Er vermag die Ansprüche zu erfüllen. «Es gibt schon Situationen, wo alles ein bisschen viel ist», sagt der Unterägerer. Er weiss aber damit umzugehen. «Es ist wichtig, immer gut mit dem Arbeitgeber zu kommunizieren.» Bei einem Problem könne er sich an seinen Ausbildner wenden, der ihn dann unterstütze. «Die Zusammenarbeit klappt bestens.» Nicht nur darum könne Biermann seine berufliche Laufbahn empfehlen. Nicht aber, ohne klarzustellen: «Man muss motiviert sein, denn die Schule fordert eine Menge Aufwand.»

Julian Feldmann

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