AUSBILDUNGSZENTRUM: Rückzüge nach Novartis-Bauverzicht

Nach dem Verzicht des Pharmakonzerns Novartis auf den Bau eines Ausbildungszentrums in Risch haben Kanton und Gemeinden die Verfahrenfragen rund um das Gut Aabach geklärt. Die Richtplan- und Zonenplanänderung werden aufgehoben.

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Modell des geplanten Novartis Ausbildungszentrums am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Modell des geplanten Novartis Ausbildungszentrums am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Nach dem Verzicht von Novartis hatte der Kanton die laufenden Beschwerde-, Einsprache- und Genehmigungsverfahren im vergangenen Dezember vorübergehend ausgesetzt. Dies mit dem Ziel, die weitere Abwicklung zu klären. Nun stehe das Vorgehen fest, teilten die Gemeinde Risch und die kantonale Baudirektion am Dienstag mit.

Mit der Realisierung des Novartis-Projektes am Zugersee hätte die Zufahrtsstrasse nach Böschenrot mit veränderter Linienführung neu gebaut und die bisherige Verbindung von einer öffentlichen in eine Privatstrasse umklassiert werden müssen. Die «Entwidmung» sei nun hinfällig und werde vom Gemeinderat in Form einer Wiedererwägung aufgehoben, heisst es in der Mitteilung.

Damit seien auch die Voraussetzungen für den Bebauungsplan «Gut Aabach» nicht mehr gegeben. Ebenfalls obsolet und aufzuheben sei die gemeindliche Richtplananpassung. Die Gemeinde ziehe zudem ihre Anträge zurück, in denen der Kanton ersucht wurde, die Anpassung des kommunalen Richtplans und des Bebauungsplanes zu genehmigen. Der Kanton werde diese Verfahren anschliessend abschreiben.

Seeuferschutzzone bleibt unverändert

Die Stimmberechtigten der Gemeinde Risch hatten im November 2011 eine Änderung des Zonenplans und der Bauordnung beschlossen. Mit dem Rückzug des Vorhabens durch Novartis bestehe kein Bedarf mehr, für das Gut Aabach eine Bauzone mit speziellen Vorschriften zu erlassen. Die Baudirektion wird deshalb dem Regierungsrat beantragen, die Änderung der Bauordnung und des Zonenplans nicht zu genehmigen.

Die Novartis wollte das 100-Millionen-Franken-Projekt im Park direkt am Zugersee realisieren, in dem 1930 das Gut Aabach angelegt worden war. Das Zentrum sollte auf dem rund 12,4 Hektaren grossen Gelände aus mehreren Neubauten entstehen. Eine starke Gegnerschaft hatte sich gegen die Privatisierung der Uferlandschaft Aabach gewehrt.

Nach dem Rückzug des Pharmakonzerns verfolge der Kanton die Verfahren zur Verlegung der Seeuferschutzzone und zur Waldfeststellung nicht weiter, heisst es in der Mitteilung. Damit könnten alle Einsprachen abgeschrieben werden, die dagegen erhoben worden waren. (sda)