Ausmisten oder nichts tun: So nutzt man die verordnete Freizeit wegen des Corona-Virus

Infolge der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus bleiben derzeit viele Leute zu Hause. Die Redaktion hat einige Möglichkeiten zusammengestellt, womit man sich beschäftigen kann.

Marco Morosoli und Raphael Biermayr
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Ausmisten

Bild: Stefan Kaiser

Manche kümmerten sich früher kaum um ihr Äusseres, die einzige Krawatte im Sortiment passte zum Tenue grün. Mit zunehmendem Alter ändert sich das möglicherweise. Die Triebfeder dafür kann ein guter Freund sein, der sich bestenfalls in Sachen Mode auskennt. Ein solcher Freund kann einem auch verständlich mitteilen, dass man seinen Kleiderschrank wieder einmal durchforsten und all das weitergeben soll, was ungenutzt darin liegt. Der jetzige Zeitpunkt passt perfekt dafür, Säcke für die Kleidersammlung zu füllen. Handlungsbedarf erkennt, bei wem sich in den vergangenen Jahren zum Beispiel so viele Hosen angesammelt haben, dass er diese problemlos mehr als einen Monat lang jeden Tag wechseln könnte, ohne einmal waschen zu müssen. Es gibt natürlich auch T-Shirts, die ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Und mehr als eine Handvoll Gürtel braucht eigentlich auch niemand. Es ist klar, dass das für manche ein schwieriges Unterfangen ist. Mit etwas Übung und der Ermunterung von aussen wird man aber feststellen, dass es leichter wird. Und wer mit den Kleidern durch ist, der findet in seinem Haushalt bestimmt auch noch andere Dinge, die er weggeben kann. 

Backen

Bild: Dominik Wunderli

Backen Eine Tüte Milch hat das Haltbarkeitsdatum überschritten. Kein Problem: Für viele Backrezepte ist dieses Kuhprodukt unerlässlich – zum Beispiel für Brot. Das Rezept dafür: 400 g Halbweissmehl, 150 g Roggenmehl, 10 g Salz, 20 g Hefe, 2 Deziliter Milch und die gleiche Menge Wasser. Wer lieber dunklere Mehlsorten bevorzugt, kommt ebenso ans Ziel. Der Brotteig braucht dann zugedeckt eine halbe Stunde Ruhe. Backzeit: ungefähr eine Stunde. Bald weht der Duft von frischem Brot durch die Wohnung. Himmlisch – und die Familie dankt es.

Lernen

Bild: Carolin Frei

Wann erhält man noch die Zeit geschenkt, sich ausgeruht mit Neuem befassen zu können? Wer also immer schon mal seine Blockflötenkünste auffrischen, sein Häkeltalent entdecken oder sich mit den Möglichkeiten seines Smartphones oder den Tiefen «dieses Internets» vertraut machen wollte, erhält jetzt die Chance dazu – und hat keine Ausreden, es nicht zu tun. Anleitungen zu fast allem sind online erhältlich, darüber hinaus kann man auch telefonieren, um sich Rat bei Könnern zu holen (siehe auch den entsprechenden Punkt).

Lesen

Bild: Maria Schmid

Die Lektüre von Zeitungen, Büchern und Magazinen ist ein etwas aus der Mode gekommener, aber durchaus erfüllender Zeitvertreib. Wichtig ist in diesen Zeiten, sich nicht verrückt machen zu lassen und deshalb bei der Wahl eines Buchs eher nicht auf Camus’ «Pest» zu setzen. Es sei denn, man will erfahren, was eine noch einschneidendere Ausnahmesituation für eine Gesellschaft bedeuten kann. Die Bibliotheken sind derzeit zwar auch geschlossen, entsprechende Online-Angebote aber verfügbar. Überdies lohnt ein Blick ins eigene Regal.

Nichtstun

Bild: Maria Schmid

Hierbei handelt es sich um die höchste Form des Zeitvertreibens. Entsprechend bedarf sie – dieser Widerspruch ist unabdingbar – etwas Training. Als einfache Einstiegsübung eignet sich Folgendes: Sich auf einen Stuhl setzen, die Hände ineinanderlegen und aus dem Fenster den Himmel beobachten; zuerst drei Minuten, dann fünf, dann zehn und so weiter und so fort. Kann man sich anschliessend an seine Gedanken währenddessen erinnern, ist das in Ordnung – aber noch nicht die Krönung. Denn bestanden hat, wer sich nicht mehr erinnert.