Zug: Beim «Extrem-Dining» können die Gäste essen, wo sonst keiner i(s)st

Dave Bucher (32) hat seine Vision in die Realität umgesetzt: Er überrascht gemeinsam mit einem 12-köpfigen Team Freunde der Kulinarik und frischen Luft an verschiedensten Plätzen im Freien.

Vanessa Varisco
Merken
Drucken
Teilen
Für seine Gäste kocht Dave Bucher auch auf der abgelegenen Wildenburg in Baar. (Bild: PD)

Für seine Gäste kocht Dave Bucher auch auf der abgelegenen Wildenburg in Baar.
(Bild: PD)

Die Idee für sein Projekt kam Dave Bucher im Traum: Zwei Menschen spazieren durch eine bezaubernde Waldlandschaft. Abseits des Weges stossen sie auf eine Lichtung; vor ihnen ein gedeckter Tisch mit sorgfältig arrangierter Dekoration. Nach und nach stossen Freunde und Bekannte dazu und sie geniessen gemeinsam ein Menu im Freien. Diesen Traum hat der Zuger mit seinem «Extreme Dining»-Catering umgesetzt. Unterstützt von seinem 12-köpfigen Team, bestehend aus Köchen und Serviceangestellten, bewirtschaftet er seine Kunden in freier Natur. Egal, ob auf dem Zugerberg, bei der alten Ruine auf der Wildenburg oder zwischen Seerosen im Selegermoor – die Kunden können vielerlei Orte buchen für ihr Dinner im Freien. Gekocht wird in seinem Anhänger, der eigens für dieses Projekt umgebaut wurde. Auf der einen Seite des Anhängers ist die Küche eingebaut, die andere ist dem Servicematerial vorbehalten. «Allein, dass wir direkt vor den Gästen kochen, ist für viele bereits ein Erlebnis», berichtet Dave Bucher.

Begonnen hat sein Catering sehr schlicht und einfach. «In der Anfangszeit wurden alle Küchenutensilien in meinem Keller gelagert, mit dem Auto transportiert und je nachdem, wie abgeschieden der Ort lag, zu Fuss mitgetragen», erinnert er sich. Damals hat der 32-Jährige Kochen und Service alleine übernommen. Als er schliesslich gemerkt hat, dass grosses Interesse besteht an seiner Idee, musste eine andere Lösung als das Kochen mit Gasherd her. Der Anhänger, welcher auch aktuell im Einsatz ist, wurde Ende 2016 umgebaut. Zeitgleich zur Anschaffung des Anhängers, habe er sein Team aufgebaut. Dabei gehören fünf Personen zum Kernteam, und sieben zusätzliche Leute packen je nach Grösse der Veranstaltung mit an. Alle Mitarbeiter seien neben dem «Extreme Dining» berufstätig, so auch ihr Geschäftsführer und Koch Dave Bucher, der als Primarlehrer arbeitete. «Zeitweise ist das natürlich anstrengend, aber grundsätzlich lässt sich Beruf und Catering gut vereinbaren», weiss er. «Die Events leben davon, dass sie sowohl für den Kunden als auch für das Team etwas Besonderes sind. Wäre das Team vollberuflich im Catering eingespannt, könnten die Anlässe an ihrer Einzigartigkeit verlieren, weil sie zur Routine werden.» Gekocht wird direkt vor Ort , vorzugsweise direkt im Feuer oder auf Feuerschalen. Lediglich das «Mis en Place», wie beispielsweise Teig, lässt er am Morgen vor dem Anlass im «Consol» zubereiten. Die Zuger Institution «Consol» schafft Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer oder physischer Erwerbseinschränkungen. «Dass der soziale Aspekt abgedeckt wird, war mir ein Anliegen», so Dave Bucher. Kulinarisch wagt sich das Team an unterschiedlichste Geschmackskombinationen. «Bei jedem Menu sollten die vier Elemente – Wasser, Feuer, Erde und Luft – ver­treten sein», betont der Geschäftsführer. Deshalb wurde ­gemeinsam ein Brainstorming durchgeführt und die Köche notierten Zutaten, die sie mit den Elementen assoziierten. In einem nächsten Schritt wurden aus diesen Zutaten Rezepte entwickelt. «Einzige Bedingung war, dass sie noch nie von einem solchen Rezept gehört haben», berichtet Dave Bucher. Daraus sind Kombinationen wie Jakobsmuscheln mit Algensalat oder Poulet im Feuer geräuchert mit Thymian, Orangenschalen und Kaffeebohnen gewürzt und im Bier getränkt entstanden. «Als kleiner Schwank wird das Poulet beispielsweise mit einer Feder garniert, und dazu erzählen wir die Geschichte, wie wir das Huhn eingefangen haben», verrät Bucher. Dafür bekämen sie sehr positives Feedback. «Der schönste Augenblick für mich ist, wenn das Dessert serviert wird und dabei die Sonne untergeht», führt Bucher aus. Ab und an sei das Wetter allerdings auch eine Herausforderung. Bei Regen und Wind bekommen Gäste und Köche die Elemente leibhaftig zu spüren.

Start-up und Down Under

Über die Zukunft hat sich der Gründer des Unternehmens schon Gedanken gemacht. Er reist vorerst mit seiner Familie nach Australien; das Catering soll aber weiterlaufen. «Das Team ist instruiert, und ich habe vollstes Vertrauen, dass sie ‹Extreme Dining› erfolgreich weiterführen während meiner Abwesenheit.» Aktuell seien sie noch immer ein Start-up, mit der Zeit wolle man sich jedoch etablieren. «Ausserdem sollen die Anlässe getreu dem Namen des Caterings an extremeren Orten stattfinden. Beispielsweise auf einem Gletscher oder einem Felsvorsprung», erörtert der Geschäftsführer.

Hinweis

Weitere Informationen sind auf www.extremedining.ch zu finden.