AUSSTELLER: Urgesteine und echte Magnete

Der Lokführer der Dampfeisenbahn und der Blumen- und Pflanzenverkäufer sind – wie viele andere auch – gern gesehene Dauergäste.

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Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn. (Bild Werner Schelbert)

Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn. (Bild Werner Schelbert)

Martin Mühlebach

Wer das Messegelände auf dem Stierenmarktareal betritt, steht unvermittelt vor der Dampfeisenbahn. Während Erna Wintsch im Kassenhäuschen sitzt, dreht ihr 68 Jahre alter Bruder und Lokführer Ulrich Senn mit ernster Miene und einem zufriedenen Lächeln seine Runden mit der nostalgischen Aettenberg-Dampfbahn. Mit sichtlichem Stolz erklärt er: «Ich war schon als kleiner Bube fasziniert von Dampfeisenbahnen und habe sogar selber solche gebaut. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober fahre ich das Strubeli-Bähnli über den Alp-Kultur-Spielplatz in Lenk. Und seit nunmehr 36 Jahren komme ich immer wieder gerne an die Zuger Messe.» Es mache ihm grosse Freude, wenn er sehe, wie glücklich die Kinder seien, wenn sie nach einigen Runden ausstiegen. Oftmals kämen sie zu ihm, um sich für die Fahrt zu bedanken. Und mit einem verschmitzten Lächeln schiebt er nach: «Es sind vor allem Kinder, die im heiss begehrten vordersten Wagen sassen.»

Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn, Lokführer der Dampfeisenbahn. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
26 Bilder
Guilherme Bacelar präsentiert den Entsafter für Zitrusfrüchte. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Kinderzirkus Funtistic aus der Ennetseegemeinde zieht die Zuschauer in seinen Bann. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Fast wie eine Massage: Richard Barisic erklärt zwei Messebesucherinnen den Shiatsu Body Belt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
All das hat unsere Autorin bei ihrem Rundgang durch die Zuger Messe erbeutet. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Gabriel Galliker-Etter, Geschäftsleiter der Firma Etter, bringt unserem Autor die Fruchtbrände näher. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Besucherinnen bestaunen typisch Sanktgallerisches an der Zuger Messe. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Josef Raggam verkauft den Mixer «Choppy». Laut Herstellerangaben handelt es sich um einen Mixer, der alles mixt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Auf dem Arenaplatz kommen Töfflibuebe auf ihre Kosten. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Valeria Huwiler aus Rotkreuz ist die charmanteste Zugerin. (Bild: PD)
Zwei Hostesssen am Stand des Gastkantons St. Gallen.
Ferkel tummeln sich an der Zugermesse in einem separaten Gehege. (Bild: PD)
Blumenverkäufer vor der Zuger Messe (Bild: PD)
Messeleiter Peter Binggeli (mitte) im Gespräch mit Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller (links) und Thomas Regli, CEO der Seewarte, am 8. Zuger Wirtschaftszmittag (26.10.2015). (Bild: PD)
Das Restaurant «Aegerital go West» ist bis auf den letzten Platz gefüllt (26.10.2015). (Bild: PD)
Köstliches Fondue aus dem Entlebuch (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Am Stand der Zuger Bäuerinnen melken Daria (links) und Shirin Keel eine Kuh. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Verwaltungsratspräsid nt Paul Langenegger (links) und Geschäftsführer Hans Ulrich Schwarzenbach haben am Stand des Zweckverbandes der Zuger Einwohnergemeinden zur Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba) den Durchblick. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Die Sonderschau der Zeba informiert, wie Abfall richtig entsorgt werden kann. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Am Stedy-Gewürzstand gibt es etwas zu gewinnen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Gastkanton St. Gallen präsentiert sich auf einer überdimensionalen Zeitung. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Darfs einen neuen Parkettboden sein? (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Ein Prosit auf die Eröffnung der Zuger Messe (24.10.2015). (Bild: PD)
Gäste warten an der offiziellen Eröffnung auf das Essen. (24.10.2015). (Bild: PD)
Messeleiter Peter Binggeli (links) im Gespräch mit Regierungsrat Heinz Tännler während der Eröffnung. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Messeleiter Peter Binggeli bei der Eröffnungsfeier. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn, Lokführer der Dampfeisenbahn. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

An einem neuen Platz

Die Dampfeisenbahn lässt die Herzen der Kinder höherschlagen, der seit vielen Jahren aus Holland angereiste Blumenverkäufer jene der Erwachsenen. Es sind nicht nur die bunten Blumen und Pflanzen, die die Messebesucher in ihren Bann ziehen. Die flotten Sprüche, mit denen der Holländer Ronald De Graaf seine qualitativ guten Waren zu Spottpreisen verhökert, ziehen viele Schaulistige an. In diesem Jahr hält sich der Ansturm allerdings in Grenzen, da De Graaf seine Pflanzen nicht wie bis anhin vor dem Messeeingang, sondern ennet der Kantonsstrasse anpreist. Mehrere Messebesucher meinen: «Es ist schade, dass der Holländer praktisch aus dem Messeareal verbannt wurde.» Sie hoffen, dass er im kommenden Jahr seine flotten Sprüche wieder vor dem Messeeingang zum Besten geben wird. Ronald De Graaf sagt lapidar: «Ich muss halt mit dem Platz vorliebnehmen, den man mir zuteilt. Klar ist, dass ich hoffe, im nächsten Jahr wieder einen besseren Standplatz zu bekommen.»

Diverse Präventionstipps

Grossandrang herrscht jeweils an den Ständen der Gebäudeversicherung des Kantons Zug und der Zuger Polizei. Beide Institutionen versorgen die Messebesucher mit wertvollen Tipps. Franz Enzler, der Schätzer der Gebäudeversicherung, erklärt: «Wir appellieren an die Eigenverantwortung. Dieses Jahr zeigen wir Präventivmassnahmen auf, dank denen Brände verhütet oder sicher eingedämmt werden können.» Am Stand der Zuger Polizei erfahren die Messebesucher anhand eines Films, mit welchen Sicherheitsvorkehrungen Wohnungseinbrüche verhindert werden können. Überdies wird «Bin ich fit fürs Fahren?» thematisiert.

Wein und Trüffelsauce

Es ist klar, dass die meisten Aussteller, die seit vielen Jahren an die Zuger Messe kommen, ihren Bekanntheitsgrad und Umsatz steigern wollen. Dass dies gelingt, bestätigt Remy Blaser, der Inhaber der Weinhandlung Zuger Felsenkeller. Er sagt: «Bei unserem ersten Messeauftritt haben wir während neun Tagen Wein für rund 16 000 Franken verkauft. Heute schaut an einzelnen Tagen das Dreifache heraus, ohne dass wir die Leute anquatschen müssen. Man darf unsere Weine probieren, aber man muss nicht.» Ein Dauerbrenner ist auch die Oswald Nahrungsmittel GmbH. Stefan Sägesser, der seit 26 Jahren die Produkte dieser Firma lautstark anpreist, verkündet: «Unser diesjähriger Renner ist eine neu kreierte Trüffelsauce, die dank ihres feinen Geschmacks beeindruckt.»

Wohl ein frommer Wunsch

Eine Verkäuferin von Tabakwaren bemängelt das Fehlen einer Raucherlounge innerhalb des Messegeländes. «Es sollte doch möglich sein, einen kleinen Raum zu schaffen, in dem sowohl die Aussteller als auch die Messebesucher ihrer Last frönen können.» Vielleicht nimmt die Messeleitung das Anliegen der Tabakwarenverkäuferin wohlwollend zur Kenntnis, aber die Umsetzung ihres Anliegens muss wohl als frommer Wunsch bezeichnet werden.