Ausstellung
120 Fotografien von 21 Teilnehmern: Ein Schaufenster für die lokale Fotokunst

Die Chamer Fotobiennale 2021 im Kalandersaal auf dem Papieri-Areal zeigt eine erstaunliche Breite.

Monika Wegmann
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Während der Vernissage der Chamer Fotobiennale im Kalandersaal auf dem Papieri-Areal.

Während der Vernissage der Chamer Fotobiennale im Kalandersaal auf dem Papieri-Areal.

Bild: Matthias Jurt (22. Oktober 2021)

Im Zeitalter von Smartphones und Digicams wird überall fotografiert: Und hier in der Gemeinde Cham ist das nicht anders, wie die Beteiligung von 21 Personen an der 2. Chamer Fotobiennale zeigt. Für die Ausstellung hat der Verein Kunst Kubus wieder den eigenen, kleinen Raum verlassen und den Kalandersaal der Papieri gewählt. So sind im ehemaligen Industrieraum auf den schwarzen Stellwänden rund 120 Fotografien sowie im Kabinett die Sonderschau der renommierten lokalen Fotografin Alexandra Wey zu sehen.

An der gut besuchten Vernissage am vergangenen Freitag zeigte sich Kurator Heiri Scherer zufrieden, denn alle Eingaben konnten berücksichtigt werden: «Zwei Anmeldungen trafen aber erst ein, als schon alles in Druck war.» Um allen die gleichen Voraussetzungen zu bieten, mussten die Bilder digital übermittelt werden. Die Ausdrucke kamen dann alle auf gleich grosse, weisse Kartons an die Stellwände.

Eindrückliche Aufnahmen

Es war kein Thema vorgegeben worden, beschränkt war nur die Anzahl mit maximal acht, davon wurden je sechs Fotos ausgewählt. Und die Bandbreite der ausgestellten Fotografien wie auch die Kreativität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer überraschen. Auf den Aufnahmen sind stimmungsvolle Motive aus Cham und vom Zugersee zu finden, aber auch von Landschaften, Bergen, der Natur mit Pflanzen und Blumen sowie von Reisen in entlegenen Gegenden.

Immer wieder sorgen Sujets für Aha-Momente, wenn sie technisch hervorragend oder aus speziellen Blickwinkeln entstanden sind, wie bei den wegen ihrer Farbenvielfalt faszinierenden Gebirgsaufnahmen von Michèle Buhofer. Eindrücklich sind auch die Bilder von Sissi Matzner, die mit Drohnen einen Teil des Villetteparks zu allen Jahreszeiten festgehalten hat, wobei neben der Grünanlage auch der See jeweils andere Farben zeigt. Von Wasser und Wellen scheint Leander Gautschi fasziniert zu sein, denn diese prägen seine Serie.

Je sechs Bilde pro Teilnehmerin und Teilnehmer werden gezeigt.

Je sechs Bilde pro Teilnehmerin und Teilnehmer werden gezeigt.

Bild: Matthias Jurt (Cham, 22. Oktober 2021)

Die Fotos von Sandra Wiest fallen durch kunstvolle Bearbeitung auf. Sie zeigt auf ein Bild und sagt: «Hier habe ich mehrere Aufnahmen zur Komposition Dating verarbeitet. Ich fotografiere sehr viel, meist in der Natur oder in Städten.» Und sie ergänzt: «Während der Coronazeit habe ich hier im Saal Aufnahmen gemacht und mir gedacht: Es wäre schön, wenn man dort etwas organisieren würde, und jetzt bin ich positiv überrascht.»

Silvia Hänni, die lange Präsidentin des Fotoclubs Baar-Inwil war, hat den Fokus auf Naturelemente gelegt: «Für diese Nahaufnahme habe ich ein leichtes Tele benutzt.» Von Thomas Gretener stammen die Aufnahmen aus Norwegen, wobei er die farbige Vorlage in Schwarz-Weiss verändert hat, was die einsame Stimmung in der Landschaft verstärkt. Sogar Gemeindepräsident Georges Helfenstein hat sich an der Ausstellung mit Reisebildern beteiligt.

Chomer Bär als Publikumspreis

Alle Fotografinnen und Fotografen werben um die Gunst des Publikums, das mit einer Abstimmung entscheidet, wer den von Daniel Züsli aus dem Mammutbaum vom Nestle-Areal geschnitzten Chomer Bär gewinnt. Die gebürtige Chamer Fotografin Alexandra Wey ist ausser Konkurrenz dabei. Von der Gewinnerin des Swiss Press Award 2020 Kategorie Sport werden über 100 eindrückliche Fotos aus Ägypten, Syrien, Indien und vom Sport gezeigt. Iganz Staub sagte in seiner Eröffnungsrede: «Die Fotobiennale ’21 soll ein Schaufenster sein für all jene Chamerinnen und Chamer, die mit Bedacht, Engagement und Liebe fotografieren.»

Die Fotobiennale im Kalandersaal der Papieri ist noch geöffnet: Samstag, 30. Oktober, 15 bis 20 Uhr, und Sonntag, 31. Oktober, 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie hier.

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