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Auszug aus Zug

Rückblick
Livio Brandenberg
Bild: stk

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Es sah übel aus. Eigentlich täglich schlimmer. Rechts ein rund 80 Zentimeter hoher Stapel Zeitungen (die älteste, eine unserer Ausgaben, datiert auf den 19. September 2017). Daneben ein kleiner Ventilator, der nie angeworfen wurde. Links: eher Magazine sowie Einladungen, Pressemappen, Notizen und was auch immer. Mittig ein «Gärtchen» mit Block und Tastatur, geradeaus zwei Bildschirme.

Mein Arbeitsplatz, mein Pult, mein Refugium. Ich mochte es so. Mit jedem Tag wurden der Zeitungen und damit der Sprüche mehr, die Witze bissiger. Auch hier: Schön, so mag ich das. Ohne «Zünden» wird’s langweilig. Und schliesslich schreiben wir Schreiberlinge unablässig über andere Menschen, werten, kritisieren, vergleichen. Da sollte man auch ein wenig Fell an den Tag legen.

Doch warum die Vergangenheitsform? Warum mochte ich mein Pult so? Bin ich etwa zum Aufräumfanatiker geworden? Soeben habe ich gelesen, dass Menschen ein ausgeprägtes Bedürfnis nach einem eigenen Raum für sich oder ihre Bezugsgruppe hätten und daher, genauso wie Tiere, Territorialverhalten zeigten. Der Gartenzaun ums Haus sei ein Beispiel. Mein Arbeitsplatz – so liesse sich deuteln – dient mir also zur Einzäunung und Markierung meines Hoheitsgebiets.

Eine schöne Vorstellung. Aber ich räume gern auf – sorry: schaffe gerne Klarheit: Mich hat nicht etwa der Ordnungseiferer überkommen, nein (der Zug ist abgefahren). Vielmehr wird mein Pult am Montag leer bleiben (vielleicht). Nach eineinhalb Jahren werde ich die «Zuger Zeitung» wieder in Richtung Luzern verlassen. Ja, das schmerzt, zumal als Korporationsbürger der Stadt Zug und gebürtiger Zuger. Doch der Ruf war stärker. Der Zeitung werde ich erhalten bleiben. Auf diesem Wege bedanke ich mich bei allen Involvierten für die tolle Zeit in diesem schönen Kanton und sage: «Bis bald!»

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