Authentizität ist für diesen Zuger Rapper entscheidend

In seinem neuen Werk «Mandala» verarbeitet Thomas Murer auch eine vergangene Beziehung.

Sabina South
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Haben zusammengespannt fürs neue Album: DJ Cut-EFX (links) und Tomahawk.

Haben zusammengespannt fürs neue Album: DJ Cut-EFX (links) und Tomahawk.

Bild: Stefan Kaiser (Cham, 20. Juni 2020)

Seine ersten Rap-Versuche liegen schon 25 Jahre zurück. Seither hat sich Thomas Murer alias Tomahawk mit CD-Veröffentlichungen und Konzerten als MC (Master of Ceremony) in der gesamten Schweiz etabliert. Zum zweiten Mal hat sich nun der 39-jährige Steinhauser mit DJ Cut-EFX (Daniel Manickam) zusammengeschlossen. Das neue Album heisst «Mandala» und verspricht bereits im Titel eine musikalische Reise von exponentieller Kreativität.

Einer der 15 neuen Songs heisst «Diamant». Um was geht es da?

Einerseits schlüpfe ich in die Rolle des Selbstkritikers und führe eine Art Dialog mit mir selbst. Schliesslich erinnere ich mich im zweiten Teil des Songs an meine guten Seiten und finde wieder zu meiner Stärke. DJ Cut-EFX unterstreicht diesen emotionalen Übergang wunderbar mit wechselnden Beats.

Seit 2006 beschäftigen Sie sich intensiv mit Energie-und Bewusstseinsarbeit. Wie stark beeinflusst das Ihre Musik?

Für mich war es immer wichtig, authentisch zu sein. In meinen Rap-Texten behandle ich wichtige Lebensthemen wie Liebe, Selbstfindung aber auch den Umgang mit Stress und Problemen. Da fliessen auch immer wieder Erkenntnisse oder Fragen mit ein, mit denen ich mich in der Bewusstseinsarbeit beschäftige. Wahrscheinlich erzähle ich in meinem Rap manchmal mehr als meinen Freunden.

Wie zum Beispiel im Song «Mit Dir»?

Genau. «Mit Dir» erzählt von einer vergangenen Beziehung. Oft entsteht bei mir ein neuer Rap aus dem Bedürfnis heraus, etwas zu verarbeiten. Ich spüre, da ist etwas am Kochen in mir drin und dem muss ich auch Luft verschaffen.

Immer wieder geht es in Ihren Songs auch um Gewaltfreiheit und soziales Engagement.

Ja, das stimmt. Diese Themen liegen mir sehr auf dem Herzen. 2011 habe ich sogar mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen vom Zuger Projekt Gemeinsam gegen Gewalt beziehungsweise Zug zeigt Zivilcourage eine Nummer «Gib mir d’Hand» einstudiert und aufgeführt. Ich beschäftige mich aber immer wieder mit der Frage, was will ich darstellen? Welche Art von Rapper bin ich?

Haben Sie darauf eine Antwort gefunden?

Ich bin ein gefühlvoller, authentischer und ehrlicher Rapper. Als solcher erlaube ich es mir, alle meine Emotionen in den Texten auszuleben, egal was sich gerade zeigt.

Sie rappen ausschliesslich auf «Schwiizerdüütsch». Bringt Sie das näher zu sich selbst?

Meine ersten Rap-Versuche Mitte der neunziger Jahre machte ich auf Hochdeutsch, einfach weil der Schweizer Hip-Hop noch nicht wirklich präsent war. Schliesslich wechselte ich auf Schweizerdeutsch und das fühlte sich nach kurzer Zeit authentischer und natürlicher an. Neben meinem Weg als Solokünstler war ich auch immer mit Crews unterwegs. Zuerst mit «3–Sächser», dann mit «Zuger Shuger».

Ist Tomahawk eine Art Mandala der Vielfältigkeit?

Das Mandala des Albumtitels steht mehr als Sinnbild des universellen kreativen Prozesses. Ob Schriftsteller oder Malerin, am Anfang liegt das Blatt leer vor dem Künstler. Schliesslich wächst da etwas heran und entwickelt sich. In meinem Fall resultierte die Zusammenarbeit mit Cut-EFX in einem musikalisch harmonischen Gesamtbild, auf das wir stolz sind.