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AUTOBAHN: Warum gehts hier denn nicht nach Zug?

Folgt man den Verkehrsschildern, ist es nicht einfach, nach Zug zu finden. Die Behörden verweisen auf Paragrafen – und ignorieren die Realität.
Wolfgang Holz
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Es passiert nachts nach einer Party in Zürich. Die tatsächlich einzig Nüchterne im Auto – die Fahrerin – ist mit ihren Freunden auf der Rückfahrt nach Zug. Am Ende des Üetlibergtunnels kommt sie plötzlich ins Grübeln. Wohin muss ich jetzt fahren? Zug ist ja auf keinem Schild genannt. Wirklich Richtung Gotthard, Luzern?! Doch da ist es schon zu spät. Als sie sich über den Weg klar geworden ist, hat sie sich schon in die falsche Richtung eingeordnet. Und muss einen lästigen Umweg in Kauf nehmen.

Orientierung nicht leicht gemacht

O. K. Zug liegt auf dem Weg nach Luzern und zum Gotthard. Das wissen sogar Primarschüler. Und wohl die meisten Ortskundigen. Aber es gibt ja bekanntlich auch viele Ortsunkundige. Zudem stellt sich schon die Frage, warum man Autofahrern nicht grundsätzlich die Orientierung auf den Strassen so leicht wie möglich macht. Schliesslich sollte man sich ja in erster Linie auf den Verkehr konzentrieren. Auch hat noch nicht jeder ein Navi an Bord.

Die stiefmütterliche Behandlung von Zug ist auf Autobahnschildern kein Einzelfall. Fast schon als Frechheit ist die «Last-Minute»-Nennung von Zug auf der Autobahn von Chur Richtung Zürich zu bezeichnen. Erst quasi hundert Meter vor der Ausfahrt Wädenswil erfährt der Autofahrer, dass es hier auch nach Zug geht. Siehts und muss erst mal in die Eisen steigen. Dabei ist die Route über den Hirzel nach wie vor die wichtigste für den Verkehr aus der Ostschweiz in Richtung des Wirtschaftszentrums Zug. Anhand der Signalisation könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, hier liege ein Kaff bei den Zwergen hinter den Bergen. Denn auch auf den Entfernungstafeln von Chur nach Zürich verkommt Zug zur signalisationstechnischen «quantité négligeable».

Dabei hätte es oft noch reichlich Platz für das einsilbige Wort «Zug». So zum Beispiel auf dem riesigen Wegweiser «Gotthard/Luzern» (siehe Bild). Zumal auf der benachbarten Tafel gleich fünf Destinationen verewigt sind. Last, but not least, sieht sogar die Signalisationsverordnung des Bundes unter Artikel 87 – «Wegweisung im Bereich von Verzweigungen» auf der Autobahn – explizit vor: «Die Tafel ‹Zweiter Vorwegweiser bei Verzweigungen› nennt die nächsten Fernziele erster Ordnung sowie allfällige weitere Fernziele zweiter Ordnung, die auf den beiden Fahrbahnästen liegen.» Na also. Neben «Gotthard» und «Luzern» hätte «Zug», das vom Üetlibergtunnel ja knapp 30 Kilometer entfernt liegt, als weiteres Fernziel durchaus eine Existenzberechtigung.

Tännler will kämpfen

«Wir müssen natürlich die Signalisationsverordnung des Bundes akzeptieren», sagt Zugs Baudirektor Heinz Tännler. Dennoch handelt es sich seiner Meinung nach bei den beschriebenen Fällen auch um eine «Benachteiligung» Zugs. «Zug ist als bedeutender Wirtschaftsstandort und als Agglomeration mit rund 90 000 Personen, die in den Talgemeinden rund um die Autobahn wohnen, nicht unwichtiger als Luzern. Ich werde mich deshalb bei der Astra dafür einsetzen, dass Zug auf den Schildern des Nationalstrassennetzes mehr erwähnt wird», so Tännler. Der Regierungsrat hat sich bereits bei der Signalisation der neuen Blegikurve für eine häufigere Nennung Zugs auf Wegweisern starkgemacht.

Zug ist zweitklassig

Und wie begründen die Behörden die Tatsache, dass Zug auf Autobahnschildern diskriminiert wird? «Das Bundesamt für Strassen (Astra) hält sich bei der Signalisation an die VSS-Normen», sagt Matthias Renggli, verantwortlich für Information und Kommunikation. Für die Anzeige der Anfahrtsziele gelte die VSS-Norm SN 640 823 «Signale: Entfernungstafeln.» Und da sei unter Ziffer 5 geschrieben: Als Fernziele erster Ordnung gelten bedeutende überregionale Zentren und Grenzübergänge, wichtige Pässe und Alpentunnel sowie Ziele im Ausland gemäss internationalen Grundlagen. Als Fernziele zweiter Ordnung gelten bedeutende regionale Zentren. «Zug ist gemäss der Liste in SN 640 823 Ziffer 10 ein Fernziel der zweiten Ordnung», so Renggli.

Bestünde wenigstens die Chance, dass das Astra an besagten Stellen noch nachbessert? Denn, wie gesagt: Es hätte noch Platz auf den Schildern. Rengg­li: «Die Signalisation auf den genannten Strecken entspricht der VSS-Norm.» Aus. Punkt. Amen.

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