BAAR: 200 Schwinger wollen Henry

Zum dritten Mal innert zehn Jahren kommts in der Gemeinde zu einem Kranzschwingfest. Zu den Favoriten gehört auch ein Athlet des organisierenden Schwingclubs.

Ernst Meier
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Wo bald zugepackt wird, wird jetzt noch angepackt: Schnutzgi Zürcher und Bauchef Daniel Blaser (rechts) beim Aufbau der Tribüne. (Bild: Stefan Kaiser)

Wo bald zugepackt wird, wird jetzt noch angepackt: Schnutzgi Zürcher und Bauchef Daniel Blaser (rechts) beim Aufbau der Tribüne. (Bild: Stefan Kaiser)

Am Donnerstagmittag konnte man auf der Dorfmattwiese in Baar noch nicht erkennen, dass hier am Wochenende ein sportlicher Grossanlass startet. Nur ein Anhänger und einige Holzpalette am Wiesenrand deuteten darauf hin, dass etwas geplant ist. Doch nur wenige Stunden später, kurz nach 17 Uhr, gings los.

Gegen 40 kräftige Männer packen an diesem warmen Frühlingsabend an. Unter den Anweisungen von Bauchef Daniel Blaser verwandeln sie den Platz in eine Schwingerarena. Die Zeit ist knapp. Die Helfer stehen alle ehrenamtlich im Einsatz. «Bis zum Freitagabend muss das Festgelände stehen», sagt Blaser. Am Samstag wolle man nur noch die Feinarbeiten machen und das Gelände festlich schmücken. «So, dass wir die Frühaufsteher unter den Festbesuchern am Sonntagmorgen um 7 Uhr empfangen können. Die ersten Schwingduelle starten dann um 7.30 Uhr», sagt Blaser. Dass die Organisatoren des 94. Zuger Kantonalschwingfestes in Baar schon am Samstag mit den Aufbauarbeiten fertig sein wollen, hat noch einen anderen Grund. «Wir fangen nämlich schon am späteren Samstagmittag mit dem Fest an», sagt Walter Lipp mit einem Lachen. Der Baarer Gemeindeschreiber ist OK-Präsident des Schwingfestes (siehe Box). Seit eineinhalb Jahren bereiten er und seine 18 OK-Kolleginnen und -Kollegen das grösste diesjährige Schwingfest im Kanton vor. Gegen zehn Sitzungen habe es gebraucht. Den knapp 200 erwarteten Schwingern und 3000 Besuchern soll es an nichts fehlen.

Gaben für 150 000 Franken

Stolz ist man beim OK auf den Gabentempel. «Neben dem prächtigen Siegermuni Henry gibt es drei weitere schöne Tiere und wertvolle Sachpreise zu gewinnen», sagt Gabenchef Patrik Langen­egger stolz. Wertvolle Glocken, Mountainbikes, Haushaltgeräte oder Heimelektronik – die Schwinger können aus einem speziell ausgestatteten Gabentempel im Gesamtwert von gegen 150 000 Franken ihren Preis auswählen. Firmen und Private aus der Region haben dies ermöglicht. «Wir durften auf grosszügige Unterstützung zählen», sagt Patrik Langenegger. Der Gabentempel im Schulhaus Dorfmatt kann ab morgen 16 Uhr besichtigt werden.

Acht Eidgenossen dabei

Schwingerfreunde können sich am Sonntag vor allem auf spannende Zweikämpfe freuen. Unter den Athleten sind acht «Eidgenossen» – darunter Christian Schuler aus Rothenthurm oder die Gebrüder Laimbacher vom Schwingerverband am Mythen. Der Sieger der letzten beiden Kantonalschwingfeste in Baar von 2001 und 2005, Martin Grab, wird wegen einer Verletzung nicht dabei sein. Vom Schwingclub Zug und Umgebung, der das Fest organisiert, treten rund elf Athleten an. Unter ihnen auch der Eidgenössische Kranzschwinger Bruno Müller, der ebenfalls zum Favoritenkreis gehört.

An der typischen Schwingfestatmosphäre wird es am Sonntag nicht fehlen. Dafür bauen die Helfer eine Arena mit fünf Sägemehlplätzen, zwei Tribünen (1104 Sitzplätze), 940 Rasensitzplätzen und 1000 Stehplätzen auf. «Jetzt beten wir nur noch für schönes Wetter», sagt Walter Lipp leicht besorgt. Die ersten Prognosen der Meteorologen sind weniger erfreulich. Für den schlimmsten Fall hat man ein Verschiebedatum festgelegt. Gestern hat das OK aber bereits entschieden: Das Fest findet an diesem Wochenende statt.