Baar: 32-jähriger Mann belästigt zwei Buben in der Schwimm-Garderobe

Im Baarer Schwimmbad Lättich hat sich am Donnerstag ein 32-jähriger Mann vor zwei Buben entblösst und sexuell erregt. Er wurde vor Ort festgenommen.

Rahel Hug und Laura Sibold
Drucken

Kurz nach 17.30 Uhr ging am Donnerstag, 21. November, bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei die entsprechende Meldung ein: Zwei Kinder sind am Donnerstagabend im Baarer Schwimmbad Lättich von einem 32-jährigen Mann sexuell belästigt worden, wie es in der Polizeimeldung vom Freitagnachmittag heisst. Zwei achtjährige Knaben sagten aus, dass sich in der Herrengarderobe ein Mann vor ihnen entblösst und sexuell erregt hatte. «Die zwei Buben haben sehr gut reagiert. Sie gingen nicht auf den Mann ein, verliessen die Garderobe und informierten ihre Begleitperson, die Mutter des einen Buben», erklärt Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, auf Anfrage. Die Mutter habe danach die Aufsicht informiert.

In der Folge konnten die Einsatzkräfte sofort ausrücken und den von den beiden Buben signalisierten Mann im Schwimmbad festnehmen. Dieser ist geständig. Es handelt sich um einen im Kanton Zug wohnhaften Schweizer. Laut Kleiner war der Mann als Besucher im Schwimmbad. Er sei aktenkundig «wegen eines ähnlich gelagerten Falles» in der Vergangenheit. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug hat wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern eine Strafuntersuchung eröffnet. Der Mann wurde nach der Befragung und einer Hausdurchsuchung aus der Polizeihaft entlassen. Laut Kleiner habe es «in jüngster Vergangenheit» keine Fälle dieser Art im Kanton Zug gegeben.

Gemeinde spricht ein Hausverbot aus

Auch die zuständige Baarer Gemeinderätin Sonja Zeberg betont, dass ihr kein ähnlicher Vorfall im Schwimmbad Lättich bekannt sei. «Wir sind schockiert und bedauern das Ereignis für die beiden Buben sehr.» Die Angestellten im Schwimmbad hätten allerdings sehr gut reagiert, den Mann sofort separiert und die Polizei verständigt. Philipp Schwerzmann, Abteilungsleiter Liegenschaften/Sport, ergänzt: «In solchen Fällen sprechen wir natürlich ein Hausverbot aus. Dem 32-jährigen Mann wird auf unbestimmte Zeit der Zutritt zum Schwimmbad Lättich verwehrt bleiben.» Ein Hausverbot werde in der Regel nur ein-, zweimal im Jahr verhängt, jedoch meist aus harmloseren Gründen, wenn sich Badegäste nicht an die Badeordnung halten. Man werde den Vorfall nun intern besprechen und prüfen, ob und welche Massnahmen sinnvoll wären.

Facebook-Post warnt vor «Kinderschänder»

Auf der Facebook-Seite «Du bisch vo Baar, wenn...» wurde kürzlich vor einem «Kinderschänder», der im Dorf unterwegs sei, gewarnt. Eine Frau postete, dass ein Mann ihre sechsjährige Tochter mit dem Satz «tuesch gärn blase» angesprochen habe. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, wie Frank Kleiner bestätigt. Doch dieser Fall müsse losgelöst von der Tat im Schwimmbad Lättich betrachtet werden. Laut den aktuellen Ermittlungen gebe es keinen Zusammenhang. Kleiner betont, wie wichtig es sei, dass immer zuerst die Polizei informiert werde. Die Strafverfolgungsbehörden geben Tipps für Betroffene (siehe Box unten). Die Polizei nehme Meldungen dieser Art sehr ernst. Bezüglich des unbekannten Mannes, der in Baar ein Mädchen angesprochen haben soll, habe die Polizei noch keine neuen Erkenntnisse.

Was die Polizei Eltern und Kindern rät

(cb) Wichtig bei solchen Beobachtungen und Hinweisen sei es, sofort die Polizei zu informieren und nicht in den sozialen Medien vor einem unbekannten Mann zu warnen, schreibt die Zuger Polizei. «Dies kann zu Missverständnissen und Verunsicherung führen.» Den Kindern rät die Polizei:
• Sei vorsichtig, wenn Unbekannte mit dir ein Gespräch führen wollen und begleite nie jemanden, den du nicht kennst.
• Lass dich nie von Unbekannten in ein Restaurant, auf einen Festplatz oder in ein Auto einladen und nimm von Unbekannten keine Geschenke an.
• Gehe nie mit einem Unbekannten in ein Haus oder in eine Wohnung.
• Mache niemals Autostopp.
• Will dich ein Unbekannter in ein Auto oder in ein Haus schleppen, schreie laut um Hilfe, wehre dich, so gut du kannst. Versuche dir das Alter, die Grösse, Sprache, Kleidung sowie die Autonummer zu merken.
• Ist dir oder einem Kameraden etwas zugestossen, bist du von einer unbekannten Person angesprochen worden, erzähle dies sofort den Eltern, den Lehrern, oder benachrichtige die Polizei (041 728 41 41).