Baar: 5G-Antenne von Salt geplant

Für 80 000 Franken soll in Blickensdorf eine neue Antenne gebaut werden.

Vanessa Varisco
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Das dürfte für Diskussionen sorgen: Aktuell liegt in Baar ein Baugesuch für den Neubau einer 5G-Antenne auf. Zu stehen kommen soll sie im Gebiet Jöchler bei Blickensdorf, Gesuchssteller ist Salt und verfasst wurde das Projekt von der Cablex AG aus Oftringen. Baubeginn für die 80000 Franken teure Antenne soll im November 2019 sein, abgeschlossen werden soll der Neubau noch im gleichen Monat.

Immer vorausgesetzt die Antenne bekommt eine Bewilligung. Und das scheint in der Gemeinde Baar zurzeit unwahrscheinlich: Anfang Juli dieses Jahres wurde bekannt, dass der Gemeinderat entschieden hat, vorerst keine Bewilligungen für Antennen solcher Art auszusprechen, sicher zumindest solange «bis die Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt fundiert abgeklärt sind». Bauchef Jost Arnold bestätigt, dass bis auf weiteres an diesem Vorgehen festgehalten werde. Darüber, wie viele Einsprachen bis jetzt eingegangen sind, gibt der Gemeinderat auf Anfrage keine Auskunft. Das Baugesuch werde am 23. August erstmals ausgeschrieben.

Mit Einsprachen ist zu rechnen

Dass der Baarer Gemeinderat keine Baugesuche bewilligen wird, darüber ist die Telefonkommunikationsgesellschaft Salt informiert, wie die Medienstelle Auskunft gibt. Man gehe aber davon aus, dass die zurzeit noch fehlenden Richtlinien des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) bald klärend erhältlich seien und die Bewilligungen gesprochen werden können. «An unserem Baugesuch halten wir fest», betont die Salt-Medienstelle.

Für den Ortsteil Blickensdorf war man schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Antennenstandort für 3G und 4G – schon bevor die Einführung des 5G-Netzes geplant wurde. Die vorliegende Antenne ist deshalb inzwischen auch als adaptive Antenne konzipiert, wie von Salt zu erfahren ist. Das bedeutet, dass sie sowohl für Verbindungen von 3, 4 als auch 5G eingesetzt werden kann.

Welches Gebiet könnte nun mit einer solchen Antenne abgedeckt werden? «Der Ortsteil Blickensdorf sowie die Autobahn und die Zugstrecke», heisst es bei Salt.

Der Bedarf sei nachgewiesen, denn der «hohe Datenkonsum via Mobilfunk verlangt nach ortsnahen Sendeanlagen». Die schweizweite Einführung der 5G-Technologie ist bei Salt in der zweiten Hälfte von 2019 geplant. Über zukünftige Antennenstandorte möchte man aktuell aber noch keine Angaben machen. «Wir sind immer wieder auf der Suche nach neuen Standorten – nicht spezifisch für 5G, sondern auch für 3 und 4G», hält Salt fest.

In der Gemeinde Baar ist mit Einsprachen zu rechnen. Denn wie Jost Arnold Anfang Juli Auskunft gab, gingen gegen die Aufrüstung einer bestehenden Antenne zwei Einsprachen mit 35 beziehungsweise 111 Mintunterzeichnenden ein. «Aber mit Einsprachen ist grundsätzlich immer zu rechnen», wissen auch die Medienverantwortlichen bei Salt. Im Gegensatz zur Smartphone-Nutzung sei die Akzeptanz für Mobilfunkantennen nach wie vor nicht durchweg gegeben.

Thema Gesundheit wird ernstgenommen

Insbesondere der mögliche Einfluss der Strahlung von den Antennen auf die Gesundheit beunruhigt die Baarer Bevölkerung und den Gemeinderat. «Das Thema Gesundheit nehmen wir sehr ernst», stellt man bei Salt klar. Doch weist der Telekomanbieter auch darauf hin, dass die Richtlinien in der Schweiz sehr streng seien und die präventiven Anlagegrenzwerte «somit deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern.» Nach 20 Jahren Mobilfunk gebe es heute keine konkreten Nachweise für die Gesundheitsschädlichkeit von Mobilfunkantennen.