BAAR: Arbeiter warten auf ihr Geld

Vor 20 Jahren hat die Spinnerei ihre Angestellten auf die Strasse gestellt. Einen Sozialplan gibt es bis heute nicht.

Silvan Meier
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Die Spinnerei an der Lorze wurde zum Gewerbezentrum. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Spinnerei an der Lorze wurde zum Gewerbezentrum. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Am 16. Mai 2011 haben die ehemaligen Mitarbeiter der Spinnerei Baar aufgeatmet. Das Bundesgericht hatte entschieden, dass die Personalfürsorgestiftung der Spinnerei an der Lorze eine Teilliquidation durchführen muss. Was nichts anderes heisst, als dass die vom Baarer Traditionsbetrieb Entlassenen eine Vergütung erhalten sollten. Doch bis heute, knapp zwei Jahre später, warten die Angestellten auf ihr Geld.

Suche nach Mitarbeitern

Begonnen hat der Kampf 1993 nach der Schliessung der Spinnerei. Ein erster Sozialplan wurde von den Gewerkschaften zwar angenommen, von ein paar kämpferischen Mitarbeitern aber abgelehnt. 18 lange Jahre zog sich der Streit hin, bis die Lausanner Richter den Angestellten Recht gaben. Genützt hat ihnen das bis heute nichts. Zwar hat sich unmittelbar nach dem Urteil die Treuhandfirma TWS Confides aus dem thurgauischen Tägerwilen daran gemacht, eine Liste mit allen Destinatären zusammenzustellen. Doch die Suche nach den Anspruchsberechtigten gestaltet sich schwierig: Viele der insgesamt rund 250 Berechtigten leben heute im Ausland. Andere sind verstorben.

Gegen 40 Einsprachen

Letzten Herbst wurden schliesslich die ehemaligen Angestellten über ihre Ansprüche informiert. Doch mit den versprochenen Leistungen waren nicht alle einverstanden. Gegen 40 Einsprachen sind eingegangen. Hans-Peter Stäger, Rechtsvertreter der Personalfürsorgestiftung, bestätigt, dass diese derzeit behandelt werden, mehr aber auch nicht. Ob und wann die Angestellten in den Genuss der Vergütungen kommen, ist offen. Die Rechtsmittel sind nämlich noch nicht ausgeschöpft.

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