Baar
Sennweid: 4,45 Millionen Franken für die schulergänzende Betreuung

Der Platz beim Mittagstisch und der Betreuung in der Primarschule Sennweid wird zunehmend knapp. An der Gemeindeversammlung steht ein Kredit für einen Neubau auf dem Programm.

Rahel Hug
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Das neue Gebäude soll neben der Turnhalle Sennweid zu stehen kommen.

Das neue Gebäude soll neben der Turnhalle Sennweid zu stehen kommen.

Bild: Maria Schmid (Baar, 7. Juni 2021)

Baar investiert in neuen Schulraum. Diese Neuigkeit war in der Gemeinde in letzter Zeit oft zu hören. Und sie wird es auch weiterhin sein. Die steigenden Schülerzahlen beschäftigen den Gemeinderat – auch im Hinblick auf die kommende Gemeindeversammlung vom Dienstag, 15. Juni (siehe Box). Dieses Mal geht es um ein neues Gebäude für die schulergänzende Betreuung in der Primarschule Sennweid. Die Gemeindeversammlung entscheidet über einen Baukredit von 4,45 Millionen Franken.

Die Traktanden

Folgende Traktanden stehen auf dem Programm der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 15. Juni (19.30 Uhr, Waldmannhalle): Protokoll der Versammlung vom 16. März; Geschäftsbericht 2020; Rechnung 2020; Gebäude für die schulergänzende Betreuung, Primarschule Sennweid – Genehmigung Baukredit; Interpellation der SP Baar betreffend «Attraktive und sichere Veloverbindungen»; Interpellation der Alternative – die Grünen Baar zum Abbruch der Scheibenhäuser in Inwil. 

Die Verhältnisse, die bei der schulergänzenden Betreuung (SEB) in der Sennweid – konkret Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe und Morgenbetreuung – herrschen, dürfen wohl als prekär bezeichnet werden. Der Platz für die SEB sei «seit längerem unbefriedigend und äusserst knapp», formuliert es der Gemeinderat in der Vorlage zur Versammlung. Aktuell wird der Aufenthaltsraum der Oberstufe Sennweid dafür genutzt.

Pro Woche seien es zurzeit zirka 190 Belegungen. An einzelnen Tagen besuchen deutlich über 25 Kinder den Mittagstisch – in einem Raum von 80 Quadratmetern, der eigentlich den Oberstufenschülerinnen und -schülern zur Verfügung stehen sollte. Aufgrund der Bauvorhaben auf dem Obermühle-Areal sowie in der ehemaligen Spinnerei rechnet der Gemeinderat mit einem weiteren Wachstum der Schülerzahlen. Und diese schlagen sich in der SEB nieder. «Angebot und Nachfrage wachsen exponentiell», heisst es in der Vorlage.

Profitieren sollen auch die Vereine

Abhilfe schaffen soll ein zweistöckiges Gebäude für die SEB neben der bestehenden Turnhalle Sennweid mit Platz für 120 Schülerinnen und Schüler. Als Standort wurde die frühere Freifläche für die geplante, aber nie realisierte Sennweidstrasse gewählt. «Mit der Wahl des Standortes wird auch die räumliche Entwicklungsmöglichkeit der Primarschule Sennweid auf dem jetzigen Areal gewährleistet, da die SEB somit einem zukünftigen Neubau der Primarschule nicht im Wege steht», schreibt der Gemeinderat.

Nachdem der Gemeinderat ein Vorprojekt erstellen gelassen hatte, untersuchte ein Bauingenieur den Baugrund. Dabei zeigte sich, dass der Boden im Bereich des geplanten SEB-Gebäudes eine schlechte Tragfähigkeit aufweist. Das Projekt wurde deshalb um eine Pfählung erweitert. In der Beratung der Baukommission entstand der Antrag, zusätzliche Lagerräume für die örtlichen Vereine einzuplanen. Die folgenden Abklärungen zeigten, dass mit einem ausgebauten Untergeschoss dieselbe Wirkung wie mit einer Pfählung erreicht werden kann. In der Vorlage schreibt der Gemeinderat: «Das Gebäude kann dadurch stabil fundiert werden.» Nun sollen also auch die Vereine profitieren: Im Untergeschoss sind 12 Lager- beziehungsweise Archivräume vorgesehen.

Bei einer Zustimmung zum Baukredit soll der Baustart noch 2021 erfolgen. Im Jahr 2023 schliesslich könnte das Gebäude bezogen werden.

Zustimmung von den Ortsparteien

Die Baarer Parteien stehen hinter dem Baukredit und haben die Ja-Parole gefasst. Vor allem begrüssen sie die Schaffung von neuen Vereinsräumen. «Man hätte dies schon länger an die Hand nehmen müssen, denn die Situation ist wirklich prekär», teilt die ALG mit. Es stelle sich die Frage, ob der vorgesehene Neubau angesichts der weiteren Bautätigkeit genügend gross sei.

Weiter steht die Jahresrechnung 2020 auf dem Programm der Gemeindeversammlung. Die CVP hat diese «wohlwollend, aber auch kritisch» besprochen. Denn ohne die ausserordentlichen Einnahmen von den Grundstückgewinnsteuern hätte die Gemeinde einen Verlust von zirka 10 Millionen Franken eingefahren. Auf der Aufwandseite sei deshalb weiterhin Vorsicht angesagt, schreibt die Parteileitung. Die SVP wiederum findet: «Ein Steuerrabatt ist überfällig.» Auch die Steuerzahler sollen an den konstant positiven Abschlüssen teilhaben. Die Partei kündigt entsprechende Anträge für die Dezember-Versammlung an.