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BAAR: Aussergewöhnliche musikalische Zeitreise des Chor Cantori contenti Zug

Der Chor Cantori contenti Zug hat mit A-cappella-Musik aus 500 Jahren die Zuhörer begeistert. Bastian Inglin als Sprecher überzeugte mit informativen Texten.
Der Chor Cantori contenti singt in der reformierten Kirche Baar. (Bild: Stefan Kaiser (3. November 2017))

Der Chor Cantori contenti singt in der reformierten Kirche Baar. (Bild: Stefan Kaiser (3. November 2017))

Die reformierte Kirche Baar war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Chor Cantori contenti Zug unter der versierten Leitung von Davide Fior mit «Veni redemptor gentium» zur Erzählung einer klingenden Musik­geschichte startete. Der erst 20-jährige Bastian Inglin, der mit wertvollen Informationen zu den Liedern gekonnt durchs Programm führte, betonte: «Die Kirchenmusik spielte eine wesentliche Rolle in der Geschichte der Reformation, die die Kirchen­musik radikal veränderte.» Das gemeinsame Singen sei zu ihrem Markenzeichen geworden, und dass Lieder und Choräle in deutscher Sprache gesungen wurden, habe provoziert.

Die grossen Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin hätten sich über die Rolle der Musik im Gottesdienst gestritten, ob der Gesang die Gemeinde vereinen würde oder ob die Musik vom Inhalt ablenke. Zwingli, der die Ansicht vertreten habe, die Musik würde vom echten Glauben ablenken, habe die Musik samt den Orgeln aus den Kirchen verbannen lassen, während Calvin, der vor allem Psalmen liebte, sich eine singende Gemeinde gewünscht habe. Nach der grossartigen Wiedergabe mehrerer Werke aus dem 16. Jahrhundert sang der Chor Cantori contenti die Motette «Lobet den Herrn» von Johann Sebastian Bach, den Inglin als «den grössten und wichtigsten Vertreter der reformierten Kirchenmusik» bezeichnete.

Wiederbelebung durch Mendelssohn

Nach einer kurzen Pause bemerkte Inglin: «Während der Aufklärung schlitterte die Kirchenmusik in eine Krise, ehe sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, vor allem durch Felix Mendelssohn, wiederbelebt wurde.» Das Publikum in der reformierten Kirche in Baar genoss nebst Werken von Carl Loewe, Carl Friedrich Zelter und Felix Mendelssohn vor allem das schlichte, ergreifende «Agnus Dei» von Max Reger. Besonders beachtenswert bezeichnete Inglin den Text in Ernst Peppings «Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen», in dem er den von Hitler angeführten Nationalsozialismus in Deutschland subtil anprangerte. Nach dem Lied «Wie lieblich sind deine Wohnungen» von Willi Burkhard, der den Chorgesang in der Schweiz vorantrieb, faszi­nierte das Klagelied «Wie liegt die Stadt so wüst». In diesem brachte Rudolf Mauersberger die Trauer über die Verwüstung deutscher Städte kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs meisterhaft zum Ausdruck.

Grosser Applaus zum Schluss

Schlicht und tiefsinnig, und von den Cantori contenti hervorragend interpretiert, regte Beat Schäfers Lied «Wo chiemte mer hi, wenn alli seite» vor allem wegen des Textes von Kurt Marti zum Nachdenken an. Mit dem Schlager «Danke für diesen guten Morgen» von Martin Gotthard Schneider endete ein Liederabend, der keine Wünsche offengelassen hatte. Das gerührte Publikum dankte mit einem gefühlt fünfminütigen, orkanartigen Applaus.

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

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