BAAR: Babyboom in Zuger Kantonsspital

Erstmals sind in einem Jahr mehr als 900 Kinder im Zuger Kantonsspital auf die Welt gekommen. Die Mutter des «Rekordbabys» verrät, warum sie ihr Kind dort gebären wollte, und warum es für sie fast eine Hausgeburt war.

Charly Keiser
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Gestern im Zuger Kantonsspital: Mutter Katja Gisler mit ihrem Sohn Liam Noah. Bild: Stefan Kaiser

Gestern im Zuger Kantonsspital: Mutter Katja Gisler mit ihrem Sohn Liam Noah. Bild: Stefan Kaiser

Das Zuger Kantonsspital verzeichnet heuer Geburtenrekorde. Wie unsere Zeitung gestern berichtete, kam in Baar am 16. Dezember das 900. Baby des Jahres auf die Welt.

Bereits Ende August hat sich der neue Jahreshöchstwert abgezeichnet. Denn nur schon in den ersten sieben Monaten dieses Jahres erblickten im Kantonsspital 551 Kinder das Licht der Welt. Und im Juni verzeichnete das Spital mit 104 Geburten einen neuen Monatsrekord (Ausgabe vom 25. August 2016).

Mutter hat die Seite gewechselt

Katja Gisler heisst die Mutter von Liam Noah, der als «Rekordbaby» in die Geschichte des Spitals eingeht. Liam Noah Gisler kam um 3.13 Uhr zur Welt, war 52 Zentimeter gross und 3990 Gramm schwer. Seine Mutter arbeitet als Hebamme im Zuger Kantonsspital. Es sei schon eine andere Erfahrung, die Seite zu wechseln, bekennt Katja Gisler: «Und diese war intensiv, aber schön.» Im Grundsatz soll Liam Noah kein Einzelkind bleiben, verrät Gisler, und antwortet auf die Frage nach einem weiteren Kind: «Ja schon – aber mal schauen.»

Der schönste Moment nach der Geburt sei gewesen, als Liam Noah selig auf der Brust gelegen und sich die junge Familie grenzenlos glücklich gefühlt habe, erzählt Gisler, die eine längere Babypause einlegen will.

Ob sie als Hebamme nicht an eine Hausgeburt gedacht habe? «Nein, das habe ich mir nicht vorstellen können», antwortet sie. Dies weniger aus Angst, sondern weil sie sich nicht sicher war, wie ihre erste Geburt vonstatten gehen würde. «Es ist halt schon so, dass im Spital bei Notfällen alle Möglichkeiten vorhanden sind.» Wie ist es, am Arbeitsort sein Kind zur Welt zu bringen? Bringt das Vor- oder Nachteile? «Mein Vertrauen in der gewohnten Umgebung, wo ich sonst ja arbeite, und wo ich auch alle kenne, war und ist gross.» Es sei natürlich schon noch ein Unterschied zu einer Hausgeburt – aber für sie sei alles doch sehr verraut.

Bemerkenswerte Steigerungsraten

Der Steigerungslauf des Zuger Kantonsspitals ist bemerkenswert. «Es sind sicher die Infrastruktur des modernen Spitals und der allgemein hohe Zufriedenheitsgrad, die dafür verantwortlich sind», sagte Christoph M. Honegger, Chefarzt der Frauenklinik, im August zu unserer Zeitung. «Wir bekommen nämlich viele tolle Rückmeldungen.» Am Wochenbett habe es traditionell viele Besucher, erklärte Honegger weiter und betonte. «Und wenn diese die zufriedenen Wöchnerinnen sehen, spricht sich das herum.»

Noch 2011 kamen «nur» 728 Kinder im Zuger Kantonsspital zur Welt. 2012 waren es bereits 784 und 2015 schon 894 Babys, die im Spital in Baar das Licht der Welt erblickten. Bis und mit gestern steht die Zahl bei 906. Sehr wahrscheinlich, dass noch einige Babys dazukommen werden.

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch