BAAR: Bahnhofstrasse wird moderner

Vier Grundeigentümer haben sich zusammengetan und einen Bebauungsplan ausgearbeitet. Vorgesehen sind Mehrfamilienhäuser mit Gewerbeanteil. Die Gebäude sollen sich in bestehende Strukturen eingliedern.

Carmen Rogenmoser
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Dieser Abschnitt der Baarer Bahnhofstrasse soll sich in den nächsten Jahren verändern. (Bild: Stefan Kaiser (24. Mai 2017))

Dieser Abschnitt der Baarer Bahnhofstrasse soll sich in den nächsten Jahren verändern. (Bild: Stefan Kaiser (24. Mai 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Obwohl man sich in der Gemeinde Baar konstant und mit Ausdauer dagegen wehrt, als Stadt bezeichnet zu werden, sind die Zeichen dafür untrüglich. Nicht nur, was die Einwohnerzahl, die 20 000 weit überschreitet, sondern auch was die architektonische Ausstrahlung angeht. Die nächste Anpassung steht kurz bevor: An der Bahnhofstrasse sollen weitere grosse, moderne Gebäude mit Gewerbeanteil entstehen. Betroffen sind die etwas älteren Mehrfamilienhäuser an der Bahnhofstrasse 18 bis 22 und das Haus an der Dorfstrasse 34. Die Grundstücke sind im Zonenplan der Kernzone A zugeordnet. Für Neubauprojekte wird deshalb ein Bebauungsplan über mehrere Parzellen hinweg notwendig. Diesen haben die Eigentümerfamilien Niederberger, Wettach, Utiger und die Allest AG gemeinsam mit der Generalunternehmung Martin Lenz AG aus Baar als Vertreter der Bauherrschaft erarbeitet. Realisieren wird das Projekt 2Eck Architekten GmbH aus Baar.

Mitte Woche haben die Verantwortlichen Nachbarn und Interessierte zu einem Infoanlass eingeladen. Der Andrang war gross und jeder Stuhl besetzt. «Die Restaurants Bahnhöfli, Waldmann und Kreuz sind verschwunden, das Silo Neumühle ist durch die Überbauung Neumühle ersetzt worden, die Grossverteiler Coop und Migros sind eingezogen», beginnt Eigentümer Ernst Niederberger seine Ausführungen. Seit 37 Jahren lebt er an der Bahnhofstrasse. Er ergänzt: «All diese Veränderungen haben wir hautnah miterlebt. Baar bewegt sich, und die Bahnhofstrasse wird belebt.»

Jede Familie hat ihr eigenes Projekt

Jede Familie baut ihr eigenes Mehrfamilienhaus. «Zwar sollen diese ein einheitliches Quartier bilden, sich aber doch auch unterscheiden», erklärt Architekt Ljupco Gjorgjiev. Der grösste Teil des Aussenraums sowie die Garage und deren Einfahrt teilen sich die Eigentümer. Auch sollen sich die Neubauten in bestehende Strukturen eingliedern. So wird sich die Arkade für Fussgänger bis an die Dorfstrasse durchziehen. Der Fussweg zum Martinspark bleibt bestehen und wird aufgewertet. Die beiden Gebäude, die direkt an der Bahnhofstrasse zu stehen kommen, werden im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss für Gewerbe reserviert sein. Das ist in dieser Zone vorgeschrieben. Das Gebäude mit der Hausnummer 20 allerdings wird nur Wohnungen beinhalten. Dank dem Bebauungsplan sind fünf Geschosse möglich. «Wichtig ist auch hier der Bezug zur Nachbarschaft, es wird keine Hochhäuser geben», erklärt Michael Camenzind von der Suter von Känel Wild AG, die den Bebauungsplan erstellt hat. Mit dem Bebauungsplan werden in erster Linie die Eckdaten definiert. Dazu gehört etwa, dass maximal 44 unterirdische und 4 oberirdische Parkplätze erlaubt sind, hingegen müssen mindestens 113 Veloparkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Die Verantwortlichen hoffen, dass über den Bebauungsplan an der Gemeindeversammlung vom Dezember abgestimmt werden kann. Noch bis am 19. Juni liegt der Plan bei der Gemeindeverwaltung öffentlich auf. Im besten Fall könnte der Baubeginn bereits im Herbst 2018 sein. Jetzt schon ist klar, dass das Haus an der Dorfstrasse 34 bis auf weiteres nicht erneuert wird. Sollte das dereinst der Fall sein, muss sich der Neubau ebenfalls am Bebauungsplan orientieren.