BAAR: Betreuung neu auch frühmorgens

Das Angebot der modularen Tagesschule wird auf das kommende Schuljahr hin ausgebaut. Gleichzeitig werden die Tarife erhöht. Der Grund liegt bei den höheren Anforderungen und Kosten.

Rahel Hug
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Der Bundesrat will das Angebot für Kinderbetreuungsplätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit weiteren 100 Millionen Franken ausbauen (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/AP/Joerg Sarbach)

Der Bundesrat will das Angebot für Kinderbetreuungsplätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit weiteren 100 Millionen Franken ausbauen (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/AP/Joerg Sarbach)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Schaut man sich die Entwicklung der schulergänzenden Betreuung (SEB) in der Gemeinde Baar an, zeigt die Nachfragekurve deutlich in eine Richtung: nach oben. Sowohl beim Mittagstisch als auch bei der Nachmittagsbetreuung ist das Interesse in den letzten Jahren stetig gestiegen. 1445 Plätze bietet die Gemeinde derzeit gesamthaft an – verteilt auf die fünf Standorte Allenwinden, Inwil, Sennweid, Wiesental und Zentrum Dorfmatt. Das entspricht einem Wachstum von 109 Prozent in den letzten fünf Jahren. An einer Presseorientierung von letzter Woche blickten Schulpräsidentin Sylvia Binzegger, Rektor Urban Bossard sowie Uschy Staub, Leiterin Modulare Tagesschule, auf die Entwicklungen in der SEB zurück und präsentierten verschiedene Neuerungen, die im kommenden Schuljahr in Kraft treten werden.

Freuen dürfen sich insbesondere Eltern, die frühmorgens arbeiten und die Betreuung ihres Nachwuchses vor Schulbeginn nicht selber wahrnehmen können. Erstmals wird mit dem Start des Schuljahres 2017/2018 nämlich eine Morgenbetreuung von 7 bis 8 Uhr angeboten. «Damit können wir den Bogen analog zu den Kindertagesstätten schliessen», sagt Urban Bossard. Das neue Angebot wird an allen Standorten ab einer Mindestbelegung von vier Kindern durchgeführt.

Kostendeckungsgrad muss erhöht werden

Für alle bestehenden Module – das heisst Mittagstisch, Nachmittag 1 und 2 – werden die Tarife neu berechnet. Eltern, die ihre Kinder in den gemeindlichen Strukturen betreuen lassen, müssen künftig mehr bezahlen. Seit der Einführung der SEB 2012/2013 habe man die Tarife nicht angepasst. Dies sei nun nötig, aufgrund der gestiegenen Anforderungen und Kosten, wie der Rektor ausführt. «Der Kostendeckungsgrad lag in den letzten Jahren bei 34 Prozent. Die Vorgaben des Souveräns liegen bei 50 Prozent.» Die Erhöhung der einkommensabhängigen Beiträge sei jedoch moderat. Ein Beispiel: Der tiefste Tarif für die Mittagsbetreuung lag bisher bei 7 Franken und wird neu auf 8 Franken festgesetzt, während der höchste Tarif neu bei 18 Franken (bisher 14) liegt.

Ein Catering-Unternehmen übernimmt

Änderungen gibt es auch bei der Verpflegung. Die über 600 Mittagessen pro Woche werden ab dem neuen Schuljahr durch ein Catering-Unternehmen an die fünf Standorte geliefert. «Bislang hat ein einziger Koch am Standort Dorfmatt für alle gekocht. Nun haben wir eine Grösse erreicht, bei der das nicht mehr funktioniert», erläutert Uschy Staub die Gründe für die Umstellung.

In Sachen schulergänzende Kinderbetreuung nahm die Gemeinde Baar in den 1990er-Jahren eine Pionierrolle ein. 1994 wurde in der Schule Sonnenberg der erste Mittagstisch im Kanton Zug angeboten. Auch auf dem Gebiet der fixen Unterrichtszeiten waren die Baarer Schrittmacher: Während Blockzeiten in anderen Gemeinden noch kein Thema waren, führte Baar auf Beginn des Schuljahres 2004/2005 fixe Unterrichtszeiten und als Ergänzung die Randzeitbetreuung ein. Die modulare Tagesschule in ihrer heutigen Form existiert seit 2012 – dies, nachdem die Gemeindeversammlung im Dezember 2011 den Ausbau des Angebots sowie als zusätzliche Leistung auch die Ferienbetreuung befürwortet hatte.

Seit nunmehr fünf Jahren besteht also das heutige Modell. Urban Bossard spricht dabei von einer Erfolgsgeschichte. «Wir können nachfrageorientiert arbeiten und müssen keine Wartelisten führen», sagt er. Der modulare Aufbau ermögliche den Eltern, ein für sie passendes Angebot zusammenzustellen. Sylvia Binzegger fügt an, dass die SEB bei den Eltern eine hohe Akzeptanz geniesse. Ausserdem herrsche an den einzelnen Standorten eine gute Durchmischung. «Die Angebote werden von allen sozialen Schichten etwa gleich stark genutzt.» Uschy Staub, die als Leiterin den Alltag an den fünf Standorten hautnah miterlebt, schliesst: «Die vielen unterschiedlichen Kinder in der modularen Tagesschule bilden eine fröhliche Grossfamilie.»

Hinweis

Informationen und Anmeldeformulare finden Sie unter www.schulen-baar.ch. Anmeldeschluss für das Schuljahr 2017/2018 ist der Freitag, 30. Juni.