BAAR: «Bücher haben wir abgetippt»

Schwester Boriska Winiger arbeitet seit 41 Jahren in der ehemaligen Blindenschule Sonnenberg. Wenn sie an die alten Zeiten denkt, kommt sie nicht nur ins Schwärmen.

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Schwester Boriska tritt nach 45 Jahren aus der Geschäftsleitung der Blindenschule Sonnenberg zurück. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Schwester Boriska tritt nach 45 Jahren aus der Geschäftsleitung der Blindenschule Sonnenberg zurück. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Sie kennt den Sonnenberg wie kaum sonst jemand: Schwester Boriska Winiger (65). Die Ordensfrau war vier Jahrzehnte im heutigen Heilpädagogischen Schul- und Beratungszentrum tätig, davon 33 Jahre an vorderster Front. Jetzt tritt sie aus der Geschäftsleitung zurück.

Die ersten Blindencomputer sahen aus wie Tonbandgeräte
Vor 41 Jahren kam Schwester Boriska Winiger als Lehrerin an die Blindenschule Sonnenberg, die sich damals in Fribourg befand. Nach einem Studium in Blinden- und Sehbehindertenpädagogik übernahm sie, zusammen mit einer anderen Ordensschwester und Pater Benz, die Führung der Schule.

«Früher haben wir Bücher noch mit einer Blindenschriftmaschine abgetippt, um sie zu kopieren», erzählt Schwester Boriska. Dabei muss sie schmunzeln. Denn heute läuft praktisch alles, was mit Blindenschrift zu tun hat, über Computer. «Die Technik hat sich stark verändert», sagt die ehemalige Schulleiterin und erinnert sich an den ersten Blindencomputer, der eher wie ein Tonbandgerät ausgesehen habe.

Mobilität ist für sehbehinderte Kinder wichtig
«Wir mussten uns dauernd neuen Herausforderungen stellen», sagt Schwester Boriska. Denn auch die Bedürfnisse haben sich verändert. Das Internat beispielsweise hat heutzutage weniger Stellenwert: «Nur noch gut ein Drittel der heute rund 80 Kinder der Sonderschule sind im Internat untergebracht», so Schwester Boriska.

Seit Anfang der Neunzigerjahre haben die Eltern zudem die Möglichkeit, für ihr Kind begleitende Dienste in Anspruch zu nehmen. Dabei werden heute rund 140 Kleinkinder, Schüler, die in reguläre Klassen integriert sind, und Jugendliche mit Sehbehinderungen betreut. Natürlich gebe es mittlerweile ein viel breiteres Therapieangebot, sagt Schwester Boriska. «Und wir setzen stark auf Mobilität. Das heisst, dass die Kinder lernen, sich selbstständig von A nach B zu bewegen.»

Schwester Boriska gibt auch heute noch Schule – beispielsweise Mobilitätsunterricht. Zudem ist sie mit dem Aufbau einer Beratungsstelle und des Medienzentrums beschäftigt, in dem neben Schul- und Fachbüchern auch Therapie-, Anschauungs- und Abklärungsmaterial katalogisiert und inventarisiert wird. «Wenn mich aber jemand braucht, springe ich natürlich immer noch ein.» 

Andrée Stössel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.