Baar: Das Bauprojekt «Libelle» schreitet voran

Für die Baarer Überbauung im Vogelwinkel liegt aktuell das Baugesuch auf. Sie stiess schon auf Widerstand.

Vanessa Varisco
Drucken
Teilen
Die Profile zeigen die Dimensionen der Überbauung.

Die Profile zeigen die Dimensionen der Überbauung.

Bild: Maria Schmid (Baar, 12. März 2020)

Das Neubauprojekt im Vogelwinkel bei Baar stiess einige Zeit lang auf Widerstand. Gegen die geplanten vier Baukörper mit den 105 Wohnungen gingen mehrere Einsprachen ein. Ein Ehepaar zog sogar bis vor Bundesgericht, die Beschwerde wurde allerdings in allen Punkten abgewiesen. Nun nehmen die Pläne Form an: Aktuell liegt das Baugesuch für das Millionenprojekt auf. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 47,5 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, starten laut Gesuch im Herbst dieses Jahres die Arbeiten, 2023 soll Bauende sein. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 25. März.

Die Grundeigentümerin, die Korporation Baar-Dorf, zeigt sich optimistisch, dass das Projekt nun Fahrt aufnimmt. «Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass in rund vier Jahren die ersten Mieterinnen und Mieter in die Wohnüberbauung einziehen können», erklärt Präsident Walter W. Andermatt. Dass das Bundesgericht die Beschwerde in allen Punkten abgewiesen habe, bestärke ausserdem, dass die Wohnüberbauung architektonisch, ortsbaulich und baurechtlich völlig korrekt geplant worden sei. Man habe allerdings Verständnis, dass eine neue Überbauung in der Nachbarschaft «Emotionen auslösen kann».

«Buntgeflammte» Fassade

Die «Libelle» wird an Hanglage neben dem Quartier Himmelrich zu stehen kommen und wurde von den Zürcher Park Architekten entworfen. Die Überbauung besteht aus vier Körpern, die sich «trompetenartig» zur Landschaft öffnen, wie dem Jurybericht zu entnehmen ist. Aus der Vogelperspektive ähnelt die Überbauung entsprechend den Flügeln einer Libelle. «Das Spezielle an der Überbauung ist, dass sie an bevorzugter Wohnlage etwas erhöht über dem Baarer Dorf liegt», führt Andermatt aus. Er ergänzt, dass die Überbauung bezahlbare Wohnungen für Familien und Einzelpersonen biete und auch die Nachhaltigkeit ein Anliegen sei.

In der Höhe unterscheiden sich die vier Wohnblöcke: Sie sind entweder zwei-, drei- oder viergeschossig. Farblich werden sich die Bauten von der Landschaft abheben. Laut Baugesuch wird die Fassade nämlich «buntgeflammt und hellrot-bunt». Auf den Dächern wird es farblich weniger intensiv, jene sollen extensiv begrünt werden.

Es entstehen nur Mietwohnungen

Wie es im Innern der Mehrfamilienhäuser aussieht, steht zumindest von der Raumaufteilung her schon fest. Geplant sind Wohnungen mit bis zu 5,5-Zimmern. Aufgrund der verschiedenen Anzahl Zimmer fallen die Wohnungen selbstredend flächenmässig unterschiedlich aus: Kleinere Wohnungen haben beispielsweise eine Fläche von 58 Quadratmetern, während die 4,5-Zimmer-Wohnungen rund 130 Quadratmeter Platz bieten, 5,5-Zimmer zumeist über 140. Laut der Korporation gebe es schon viele Interessenten für die Mietobjekte. Das hatte Walter W. Andermatt bereits letztes Jahr in einem Bericht angetönt. Er erklärte, dass während der Zeit, in der das Projekt gerichtlich verhandelt worden sei, viele Mietinteressenten angerufen hätten, die auf unbestimmte Zeit hätten vertröstet werden müssen. Die Situation sei noch immer ähnlich. «Obwohl die Wohnungen frühestens im Jahr 2024 bezogen werden können, haben wir bereits viele Anfragen. Wir führen jedoch noch keine Warteliste», so Andermatt. «Grundsätzlich sind die Wohnungen für Familien und Einzelpersonen gedacht», führt Andermatt aus. Eine Durchmischung der Generationen wird denn auch angestrebt. «Wir sind überzeugt, dass sich eine Vielfalt unterschiedlicher Generationen besonders positiv auf das Zusammenleben auswirkt», erläutern die Verantwortlichen der Korporation. Auch dass mindestens 75 Prozent der Wohnungen hindernisfrei gebaut werden sollen, erachtet die Korporation als Pluspunkt.

Projektiert ist ausserdem eine Sammelgarage mit 141 Parkplätzen. Weitere 9 sollen im freien entstehen. Die Erschlies- sung der Überbauung erfolgt durch eine Serpentine, welche sich von Eingang zu Eingang pendelt.

Einsprachen gegen den Schlaufensteg

Für den Bebauungsplan Vogelwinkel besteht für die Korporation ausserdem die Auflage, am Waldrand eine Aussichtsplattform zu erstellen. Die Korporation will diesen mit der oberen Aussichtsplattform des Schlaufenstegs realisieren. Gegen dieses Baugesuch, welches kürzlich auflag, gingen mehrere Einsprachen ein.