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BAAR: Das Zuger Kantonsspital spart beim Personal

Vier Radiologiefachfrauen aus dem Kantonsspital Zug müssen sich einen neuen Job suchen. Die Entlassung steht im Zusammenhang mit der Anpassung des Tarifs Tarmed durch den Bundesrat. In einem Leserbrief wird der Stil der Entlassung als unsozial kritisiert.
Christopher Gilb
Das Zuger Kantonsspital in Baar entlässt vier Mitarbeiterinnen. (Bild: PD)

Das Zuger Kantonsspital in Baar entlässt vier Mitarbeiterinnen. (Bild: PD)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Auf Anfang des Jahres hatte der Bundesrat den Tarif Tarmed, der festlegt, was Ärzte für ambulante Leistungen verrechnen dürfen, angepasst. Insgesamt sollen so 470 Millionen Franken eingespart werden. Dies hat nun auch in der Zuger Spitallandschaft Konsequenzen.

Wie aus einem Leserbrief in dieser Ausgabe hervorgeht, wird das Zuger Kantonsspital auf Ende April im Zuge von Sparmassnahmen vier Radiologiefachfrauen entlassen. Denn Ziel der Tarifanpassung des Bundes ist es, die Vergütung zeitgemässer zu machen. Deswegen werden Leistungen, die wegen des medizinischen oder technischen Fortschritts weniger Zeit in Anspruch nehmen, tiefer bewertet. Einer der besonders betroffenen Bereiche ist die Radiologie. Nötig wurde der Eingriff des Bundesrats, nachdem sich die einzelnen Parteien wie Spitäler, Ärzte und Krankenkasse nicht auf eine Anpassung einigen konnten.

«Unsozial und unprofessionell»

Die Art der Entlassung wird nun jedoch in besagtem Leserbrief stark kritisiert. «Wie diese Kündigungen ausgesprochen wurden, war sehr unsozial und unprofessionell», heisst es. Ohne Vorankündigung seien die Betroffenen von der Arbeit am Patienten abgezogen wurden, und hätten sich bei der Personalabteilung melden müssen. Dort sei ihnen der Entscheid mitgeteilt worden. «Es gab im Voraus keine Gespräche für eventuelle Lösungen – nichts.» Und weiter: Das sei ein inakzeptables Vorgehen der Verantwortlichen einer solchen sozialen Institution. Bei den Gekündigten handle es sich um langjährige Mitarbeiter, die viel, Tag-, Nacht- und Wochenenddienste geleistet hätten. Und dann noch allgemeiner: Es sei unter aller Würde, wie man mit dem Personal umgehe.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Spitalleitung wegen ihres Kommunikationsstils kritisiert wird. Schon während der Diskussion über die Neuorganisation der Versorgung der Neugeborenen im Spital letzten Sommer war Kritik geäussert worden. Da warfen die Vertreter der Kinderärzte der Leitung vor, Gesprächswünsche und Vorbehalte ignoriert und signalisiert zu haben, dass Mitdenken unerwünscht sei.

Spitaldirektor Matthias Winistörfer bestätigt auf Nachfrage die aktuellen Kündigungen. Das Spital rechne durch den Tarifeingriff des Bundesrats mit Mindereinnahmen von gegen 1,7 Millionen Franken. «Alleine 800000 Franken betreffen die Radiologie», so Winistörfer. «Wir haben verschiedene Szenarien geprüft, um das auffangen zu können», so Winistörfer. Der jetzige Schritt habe sich als unumgänglich erwiesen. Ein Personalabbau sei immer das letzte Mittel. Leider gebe es dazu im aktuellen Fall keine Alternative.

Spitalleitung verteidigt Kündigungsstil

Eine Kündigung auszusprechen sei nie einfach und es gebe keinen idealen Weg, so Winistörfer weiter. «Wir finden aber, es den davon betroffenen Personen persönlich mitzuteilen, den um einiges besseren Weg, als sie schriftlich zu informieren.» Qualitätseinbussen werde es trotz Personalkürzung keine geben. «Wir stützen uns auf die Erfahrungen anderer Spitäler. Natürlich braucht es angepasste Abläufe, aber es funktioniert», so Winistörfer. Die Entlassenen würden bei Bedarf vom Spital Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz erhalten. Die Radiologie sei ein Bereich, in dem es durchaus offene Stellen gebe.

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