BAAR: Der Baustart verzögert sich erneut

Das geplante Pflegezentrum wird frühestens 2016 fertig sein – weil ein Rechtsstreit in eine weitere Runde geht.

Silvan Meier
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Das Kunst- ambu­latorium im Vordergrund muss dem Neubau weichen. Nun wird es allerdings etwas länger stehen bleiben. (Bild Stefan Kaiser)

Das Kunst- ambu­latorium im Vordergrund muss dem Neubau weichen. Nun wird es allerdings etwas länger stehen bleiben. (Bild Stefan Kaiser)

Jetzt ist das geplante Pflegezentrum Baar II endgültig Juristenfutter. Wie die Bauherrin, die Stiftung Pflegezentrum Baar, gestern bekannt gegeben hat, ist gegen die Arbeitsvergabe erneut eine Einsprache eingegangen. Damit verzögert sich der Baustart um ein weiteres halbes Jahr. Begonnen hat das juristische Hickhack um das 50-Millionen-Projekt Anfang Jahr. Die Stiftung Pflegezentrum Baar, der die Stadt Zug, die Gemeinde Baar und die Bürgergemeinde Baar angehören, hatte damals einem Zuger Generalunternehmen den Auftrag für das Bauprojekt erteilt. Die lokale Firma hatte sich gegen drei Mitbewerber durchgesetzt.

Doch ein auswärtiges Generalunternehmen war mit dem Entscheid nicht einverstanden und reichte Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. «Wir haben die Aufträge nach bestem Wissen und Gewissen vergeben», sagte Stiftungsratspräsident Paul Langenegger damals. Das Verwaltungsgericht sah das allerdings anders. Es hiess die Beschwerde am 26. März gut. Die Richter rügten Verfahrensfehler. Denn jene Zuger Firma, welche die günstigste Offerte eingereicht hatte, hatte Änderungen am Pfählungssystem und an der Baugrube vorgeschlagen. Dadurch konnte sie um 900 000 Franken tiefere Kosten in Aussicht stellen. Doch aus Sicht des Verwaltungsgerichts war die Unternehmervariante nicht genügend dokumentiert und hätte deshalb nicht berücksichtigt werden dürfen. Die Stiftung musste deshalb die Generalunternehmer-Vergabe erneut ausschreiben, im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichts.

Baustart Anfang 2014

Das hat die Stiftung gemacht. Drei der vier Generalunternehmen haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine neue Offerte einzureichen. Eine Firma hat darauf verzichtet. Ende August entschied der Stiftungsrat erneut – und das anders als bei der ersten Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt nun jene Zürcher Firma, die in der ersten Runde unterlegen war und damals die Beschwerde einreichte.

Die Zuger Firma hingegen ging in der zweiten Runde leer aus – was dieser nun gar nicht in den Kram passt. Sie hat gegen den zweiten Vergabeentscheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Der Termin für den Spatenstich – Paul Langenegger ging im Frühling noch davon aus, dass die Baumaschinen im September auffahren können – ist damit geplatzt. «Wir hoffen nun, dass wir Anfang 2014 mit Bauen beginnen können», sagt der Stiftungsratspräsident. Eigentlich sei alles bereit dafür. Man habe die letzten Monate genutzt, um das Bauprojekt zu verfeinern und letzte Details festzulegen. «Nun hoffen wir auf einen raschen Entscheid des Verwaltungsgerichts», so Langenegger. Er ist sehr zuversichtlich, dass dieser zu Gunsten der Stiftung ausfallen wird. «Wir gehen davon aus, dass wir alles richtig gemacht haben», sagt er. «Wir haben uns an die Vorgaben des Verwaltungsgerichts gehalten.»

«Es ist mühsam»

Der neue Zeitplan sieht nun vor, dass das Pflegezentrum Anfang 2016 bezogen werden kann. Gerade noch früh genug, um einen Bettennotstand zu verhindern (siehe Box). Voraussetzung ist allerdings, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts nicht an die nächste Instanz weitergezogen wird. Trotz der Verzögerung sollen laut Langenegger keine Mehrkosten entstehen. Seinen Unmut über die Verzögerung kann er trotzdem nicht ganz verhehlen: «Es ist mühsam. Aber so ist das Submissionswesen.»