BAAR: Die Fasnachtskultur wird lebhaft gefeiert

Bereits zum achten Mal fand das Brauchtums- und Maskentreffen statt. Es bildete damit einen Höhepunkt des Jubiläumswochenendes, mit dem die Fasnachtsgesellschaft ihr siebzigjähriges Bestehen zelebriert.

Vanessa Varisca
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Fasnächtliche Gäste aus dem Kanton Schwyz: Blätz (Bildmitte), Bauer (rechts) und alter Herr (links). (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 29. Januar 2017))

Fasnächtliche Gäste aus dem Kanton Schwyz: Blätz (Bildmitte), Bauer (rechts) und alter Herr (links). (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 29. Januar 2017))

«Räbedibum! Räbedibum! Räbedibum!», rufen die unzähligen Besucher am Sonntag von der Tribüne her zum grossen Umzug durch Baar. Bei strahlendem Sonnenschein und mit vielen beeindruckenden Gruppen verzaubert das achte Baarer Brauchtums- und Maskentreffen (BBM) Jung und Alt, die dicht gedrängt am Strassenrand stehen und kiloweise bunte Konfetti in die Luft schleudern. Mit 62 Gruppen und insgesamt 2500 Teilnehmenden ist es ein riesiger Umzug, der dank eines abwechslungsreichen Programms die zwei Stunden wie im Fluge vergehen lässt.

Eröffnet wird der Umzug von einer Tambourengruppe, gefolgt von tierischer Unterstützung der Reiterfreunde Baar. Hoch zu Ross und in rot-blauen Hemden passieren sie die Tribüne und werden dafür von den vielen Besuchern bejubelt. Die Stimmung im Dorfkern ist ausgelassen und beschwingt, alle erfreuen sich an dem unglaublichen Spektakel. «Es ist ein wunderbarer Anlass, hinter dem viel tolle Arbeit steckt», sagt Adrian Moos, der den Umzug am Bahnhofsplatz kommentiert.

Gruppen aus dem In- und Ausland sind an diesem einzigartigen Umzug vertreten, ob aus der Region Zug, aus Italien oder Österreich, alle Gruppen geben an diesem Tag ihr Bestes. Ordentlich Schwung bringen natürlich die Guggenmusigen, die Zuschauer springen aus ihren Sitzen auf und tanzen zu der fetzigen Musik. Eine unglaublich grosse Gruppe bilden die «Alte Sieche» aus Baar, einige Urfasnächtler, die sich zusammengeschlossen haben, um die Stimmung in Baar zum Kochen zu bringen. Mit pinken Luftballons an ihren Instrumenten sind sie schwer zu übersehen. Reichlich vertreten ist auch jegliche Art von Ungeheuern und Märchenfiguren. Feuer speiende Drachen in hellblau, überzogen von glitzernden Schuppen, und Hexen mit knorrigen, verwarzten Gesichtern fegen durch die Menge und jagen dem Publikum ab und an einen ordentlichen Schrecken ein. «Die ganze Familie ist begeistert von diesem Umzug, er ist absolut sehenswert und gibt Einblick in verschiedenste Gruppen», findet Marina Kälin aus Uri. Tochter Laura (6) sagt: «Die Masken der Hexen sind manchmal ganz schön einschüchternd, aber zur Guggenmusik kann ich super tanzen.» Am Samstag hat für die Baarer Fasnachtsgesellschaft ­bereits das grosse Jubliäums­wochen­ende begonnen mit Umzügen und Konzerten.

Für die Kinder gab es einen Kindernachmittag und regelmässig spielten Guggenmusigen auf zwei Aussenbühne. Dennoch ist und bleibt der grosse Umzug am Sonntagnachmittag wohl Höhepunkt der Festlichkeiten. «Das BBM 2017, ein fasnächtlicher Grossanlass, wie Baar ihn noch nie gesehen hat», sagt Silvan Meier, Marketing und Kommunikation des BBM 2017.

Verkleidet als Schildkröten, Katzen oder Elefanten stehen die Besucher da und staunen über den Umzug, in dem die Fasnachtsvereine verkleidet als Bäume oder Bären vorbeiziehen. Ganz klassisch gibt es aber auch die Tiroler, die mit ihren Schellen und Glocken die Augen des Publikums zum Leuchten bringen.

Exotisch wird es bei der Faschingsgilde aus Österreich. Sie tragen nämlich Kopfschmuck aus Fuchsfell und Pfauenfedern, den sie stolz präsentieren. Für Auge und Ohr war das Baarer Brauchtums- und Maskentreffen absoluter Hochgenuss.

Vanessa Varisca

redaktion@zugerzeitung.ch