BAAR: Die Kinder beweisen Fantasie

Die Kleinen ganz gross: Witzige Sujets, aber auch liebevoll genähte Kostüme begeistern und überraschen.

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Das Motto Ideenreichtum und Farbenpracht hat diese Kindergruppe eins zu eins umgesetzt. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Motto Ideenreichtum und Farbenpracht hat diese Kindergruppe eins zu eins umgesetzt. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Publikum stand dicht gedrängt am Strassenrand, als sich der Baarer Kinderumzug in Bewegung setzte. Annemarie Brunner aus Cham sagte: «Ich bin gekommen, um meine neunjährige Enkelin Melanie zu sehen, die im Sternmatt 1 zur Schule geht, die das Motto Fasnachtsfieber gewählt hat. Melanie kommt als Teebeutel daher», verriet die sichtlich stolze Grossmutter. Sie war in guter Gesellschaft. Mamis und Papis drängten immer wieder erwartungsvoll auf die Strasse, um den Vorbeimarsch ihrer Kinder nicht zu verpassen und ein Erinnerungsfoto fürs Familienalbum schiessen zu können.

UBS und EVZ
Rebekka Kenel, OK-Chefin des Kinderumzugs, versprach «Ideenreichtum und Farbenpracht», zumal vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse alle mitmachen würden. Kenel hatte nicht zu viel versprochen. Es waren vor allem lokale und regionale Ereignisse, die humorvoll und gekonnt auf die Schippe genommen wurden.

Die vielen Baustellen im Dorf, Räbevaters Ferienvergnügen auf Gran Canaria und seine Lieblingsbeschäftigung beim Skifahren – der Aufenthalt an der Pistenbar – sorgten beim Publikum für ein leises Schmunzeln. «Schweinerei», verkündeten die Banknoten verteilenden Schüler vom Wiesental in Anspielung auf die Bonizahlungen der skandalumwitterten UBS. Für den in letzter Minute geschafften Einzug des EVZ in die Playoffs lieferten die Schüler vom Dorfmatt eine plausible Erklärung, indem sie die müde wirkenden Cracks mit überdimensionalen Vierkantschlüsseln aufzogen.

Am meisten Bewunderung genossen aber die freudig winkenden Kinder in ihren farbenprächtigen, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostümen. Herzige Pinguine, Schweine, Hühner, Schafe und Kühe, Ärzte in weissen Kitteln, Tausendkopffüssler, Froschkönige und kraftstrotzende Musketiere wurden vom beeindruckten Publikum zu Recht mit viel Beifall bedacht.

Nach dem Umzug genossen die Kinder das wohlverdiente offerierte Zvieri, ehe sie sich auf den Räbedibümmlibällen im Gemeindesaal und im Schulhaus Sternmatt 2 austobten.

Martin Mühlebach