BAAR: Die Kundschaft ist gemischt

Immer mehr kaufen im Caritas-Markt ein, wo es verbilligte Produkte gibt – dank vieler Spenden.

Luc Müller
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Rund 66 Kunden kaufen täglich im Caritas-Markt in Baar ein.

Rund 66 Kunden kaufen täglich im Caritas-Markt in Baar ein.

Der Caritas-Markt in Baar, der im Februar 2011 seine Tore geöffnet hat, verzeichnet immer mehr Kunden: 2011 waren es täglich rund 46, 2012 kauften pro Tag schon rund 61 Personen hier ein. Und der Trend hält an: In diesem Jahr wurden pro Tag rund 66 Kunden registriert. In den schweizweit 23 Caritas-Märkten können Armutsbetroffene gegen Vorweisen einer speziellen Karte, welche die Caritas oder Sozialämter ausstellen, verbilligte Lebensmittel einkaufen. Diese Karte erhält, wer Sozial- oder Ergänzungsleistungen bezieht oder in einer Schuldensanierung steckt.

Die immer mehr werdenden Kunden schlagen sich auch in den Umsatzzahlen nieder. 2011 lag der monatliche Umsatz bei 12 500 Franken, 2012 bereits bei 16 000 Franken und dieses Jahr bisher bei 17 000 Franken. In allen 23 Läden sei 2012 zum ersten Mal der Umsatz auf über 10 Millionen Franken gestiegen.

«Seit der Eröffnung hat eine kontinuierliche Steigerung stattgefunden. Der Markt in Baar ist inzwischen bekannt», erklärt Daniel von Holzen, Leiter Teilbereich Läden und Märkte von der Caritas Luzern. Das Baarer Geschäft ist von Dienstag bis Samstag geöffnet. Eine spezielle Kundengruppe lasse sich nicht definieren. «Einzelpersonen, Familien, Ausländer oder junge Personen. Der Mix ist gross.»

«Man kann nicht direkt sagen, dass die Armut in der Schweiz zugenommen hat. Wir selber führen keine Statistik», erklärt Urs Odermatt, Mediensprecher bei der Caritas Luzern. «Aber die Zahl derer, die aus dem System fallen, nimmt stark zu», so Odermatt.

Jetzt vor allem Osterhasen

In den Läden ist das Sortiment zwischen 30 und 50 Prozent günstiger als bei den herkömmlichen Discountern. Den Liter Milch gibt es aktuell für 90 Rappen, 200 Gramm Butter für 1.95 Franken. In den 23 Läden würden jährlich 700 000 Liter Milch verkauft oder 200 000 Joghurts. «Vor allem die Grundlebensmittel sind gefragt», erklärt Rolf Maurer, der für die Beschaffung der Waren für die Caritas-Märkte zuständig ist. Rund 400 Produkte haben die Läden im Sortiment. Viele Waren erhält die Caritas von Grossverteilern gratis oder zu sehr guten Konditionen.

Aktuell sind in den Caritas-Märkten vor allem Osterhasen als Sonderaktion zu haben. «Der Handel will diese Ware nicht mehr und überlässt uns diese gerne», sagt Maurer. Die Kunden würden bei ihren Einkäufen durchschnittlich 11.50 Franken ausgeben, informiert Rolf Maurer. «Noch sind unsere Läden nicht ganz selbsttragend», sagt er.