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BAAR: Diese Spielgruppe braucht kein Dach über dem Kopf

Was machen Vor­schulkinder im Wald? Ein Augenschein zeigt: Sie klettern, backen Pizza – und zähmen Mäuse.
Lionel Hausheer
Esther Studerus hat die Betreuung der Waldkinder zu einer Weiterbildung animiert: Jetzt lässt sie sich zur Naturpädagogin ausbilden. (Bild blindtextblindtext)

Esther Studerus hat die Betreuung der Waldkinder zu einer Weiterbildung animiert: Jetzt lässt sie sich zur Naturpädagogin ausbilden. (Bild blindtextblindtext)

Lionel Hausheer

«Döffi det ufechlättere?», fragt ein bis zum Hals eingepacktes Mädchen von zirka fünf Jahren. Natürlich darf es. Schliesslich gehört es zu den Waldkindern von Baar. Nur jetzt bitte noch nicht. Denn in Ruhe sammeln und ablaufen will man selbst hier.

Der Wunsch-Kletterhang des kleinen Mädchens befindet sich unterhalb der Baarburg bei der Wieshalden und ist an diesem Morgen noch mit weissem Reif bedeckt. Der Nebel kriecht über die kalten Herbstwiesen und unterstreicht ein erstes Credo, das Anna Bechelen-Staub zum Grundsatz ihres Waldkindergartens gemacht hat: «Wir gehen bei jedem Wetter.» Das mögen andere auch von sich behaupten. Hier wird es aber offensichtlich wirklich durchgezogen. «Die Kinder lernen so auch wieder den Umgang mit den Jahreszeiten, mit Schnee, Wind und Wetter.»

«Ich wollte mich neu orientieren»

Anna Bechelen-Staub hat die Waldkinder von Baar im Sommer vor einem Jahr ins Leben gerufen. Ihr war langweilig. «Ich wollte mich beruflich neu orientieren und überlegte mir, wie ich meine Erfahrungen in der Natur mit meinem Beruf der Kleinkinderzieherin verschmelzen lassen könnte.» Und das kam dabei raus: kein offizieller Kindergarten, aber Waldkinder im Kindergartenalter, die sich an zwei Tagen pro Woche im Wald treffen.

Anna Bechelen-Staub war mit ihrer Idee nicht lange alleine. Esther Studerus ist von Anfang an mit dabei und unterstützt die Waldkinder und Anna Bechelen-Staub bei ihren Waldausflügen. Für Esther Studerus war die für sie eigentlich fremde Arbeit mit Kindern sogar Anlass zur Weiterbildung. «Ich bin momentan in einer Ausbildung zur Naturpädagogin», erzählt sie und rüstet mit einem Waldkind Rüebli für die Suppe. Mittagessen müssen nämlich selbst die härtesten Waldkinder.

Pizza und Suppe vom Feuer

Anna hat zu Beginn versprochen, heute gäbe es «Tannenspitzen-Tee». Die Kinder schauen ein wenig skeptisch, das gab es nämlich noch nie. Eines der Waldkinder interveniert: «Aber das dauert sicher so lange!» Man wird sehen. Und falls es tatsächlich zu lange dauern sollte, gibts vorher etwas Richtiges zu beissen: «Wir machen noch Pizza und Gemüsesuppe», beruhigt Anna Bechelen-Staub das besorgte Kind. Selbstverständlich alles über dem Feuer zubereitet.

Anna Bechelen ist nicht von ungefähr begeistert von Natur und Wald. «Ich bin unter anderem in Südafrika aufgewachsen. Da waren wir viel in der Natur unterwegs.» Zurück in der Schweiz war Anna Bechelen-Staub in der Pfadi Baar aktiv. «Und auch sonst war ich mit meiner Familie oft draussen auf Wanderungen.» Erfahrungen, die sie nie vergessen hat und die ihr halfen, die Waldspielgruppe aufzubauen. Und mit dieser möchte Anna Bechelen Staub wiederum den Kleinen Erfahrungen bieten, die sie ihrerseits nie vergessen werden.

Dickes Mäuschen

«Ich gebe das dem Mäuschen, ist gut?» Ein Waldkind hält den Rest seiner Karotte hoch und schaut fragend zu den beiden Leiterinnen. Vor dem Sommer hat die Gruppe eine kleine Maus so lange gefüttert, bis diese sich ganz nahe an die Kinder herantraute – und dann richtig rund wurde. Anna Bechelen Staub und Esther Studerus überzeugen den Knaben, die Karotte besser selber zu essen. Sonst werde es am Ende wieder zu dick, das arme Mäuschen

Hinweis

Weitere Infos: waldkinderbar.ch

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