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BAAR: Drohne bringt einen Defibrillator

Nach einem Herzstillstand zählt jede Minute – nun kommt ein lebensrettendes Gerät per Drohne angeflogen.
Luc Müller
Tochter Claudia Schiller und Vater Alfred E. Schiller präsentieren den kleinsten Defibrillator der Welt, der nun per Drohne transportiert wird. (Bild Christian Hildebrand)

Tochter Claudia Schiller und Vater Alfred E. Schiller präsentieren den kleinsten Defibrillator der Welt, der nun per Drohne transportiert wird. (Bild Christian Hildebrand)

Vergangene Woche auf einem Golfplatz in Deutschland: Eine Drohne überfliegt das Gelände und wirft einen Defibrillator der Baarer Firma Schiller ab, der an einem Fallschirm sanft zu Boden gleitet. Dass eines der lebensrettenden Geräte selbst angeflogen kommt, ist eine Neuheit. Das Projekt befindet sich noch in der Pilotphase, ist aber bereits praxistauglich, wie der Flug mit der Prototyp-Drohne gezeigt hat. In der Schweiz gab es bisher noch keine Testflüge.

«Bei einem Herzstillstand ist es entscheidend, dass die Durchblutung des Hirns gewährleistet ist», erklärt Alfred E. Schiller. Ist dies nach spätestens zehn Minuten nicht der Fall, bleiben Hirnschäden zurück. Herzstillstand ist weltweit die Todesursache Nummer eins, allein in der Schweiz sterben jährlich rund 8000 Menschen daran. «Es geht um Schnelligkeit bei der Hilfe. Auch in unwegsamen Gelände oder in abgelegenen Orten», doppelt der Chef der Firma Schiller AG nach, «aber auch, wenn die Rettungswagen im Stau stehen, kann die Drohne schon mal vorausfliegen.» Sein Unternehmen mit Hauptsitz in Baar stellt Geräte auf dem Gebiet der Herz- und Lungendiagnostik her: unter anderem auch Defibrillatoren. Diese Geräte sorgen mit einem kontrollierten Stromstoss dafür, dass der ausser Kontrolle geratene Herzrhythmus wieder ins Lot gebracht wird und das Blut wieder durch den Körper zirkuliert.

Kleinster Defibrillator weltweit

Die Firma Schiller, die zu den Weltmarktführern gehört, verfügt über rund 30 Tochterunternehmen und Vertretungen in über 100 Ländern. Schiller Deutschland hat in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Definetz und dem deutschen Drohnenhersteller Height-Tech das Projekt entwickelt. Der Drohnenflug ist nur möglich, weil der transportierte Defibrillator nur 490 Gramm schwer und handlich ist. Der «Fred easyport», den die Firma Schiller entwickelt hat, ist der kleinste Defibrillator der Welt. Er kann von Laien problemlos bedient werden. «Heikel war es, die Halterung für das Gerät zu entwickeln. Ansonsten transportiert die Drohne eine Kamera», erklärt Marketingchefin Claudia Schiller. Die Drohne hat eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h und eine Reichweite von rund zehn Kilometern. Geflogen wird in einer Höhe von unter 150 Metern.

Drohne startet selbstständig

Die unbemannten Fluggeräte können bei herkömmlichen Notrufen durch die Rettungszentrale losgeschickt werde, oder mittels eigens entwickelter Smartphone-App. Über Handy wird dann der Notruf abgesetzt, und das mit GPS ausgerüstete Fluggerät startet selbstständig. Doch noch gibt es gesetzliche Hürden: Denn bisher muss die Drohne von einem Menschen gesteuert werden. Die Verantwortlichen zeigten sich in der deutschen Presse jedoch zuversichtlich, dass die Vorschriften gelockert und autonome Flüge ausserhalb von Städten möglich werden. Die Sensorik der Drohne ist gemäss Herstellerfirma schon so ausgefeilt, dass das Fluggerät Hindernissen wie Hochspannungsleitungen oder Baukränen ausweicht. Die mit dem Defibrillator ausgestattete Drohne kostet derzeit noch rund 20 000 Euro.

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