BAAR: Ein neues Gremium geht an die Arbeit

Nach einer rund einjährigen «Pause» haben die Katholiken wieder einen Pfarreirat. Auch eine andere Lücke ist geschlossen.

Rahel Hug
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Die Pfarrei St. Martin (im Bild die Pfarrkirche) hat wieder einen Pfarreirat. Er setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen und hat sich kürzlich der Bevölkerung vorgestellt. (Bild Stefan Kaiser)

Die Pfarrei St. Martin (im Bild die Pfarrkirche) hat wieder einen Pfarreirat. Er setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen und hat sich kürzlich der Bevölkerung vorgestellt. (Bild Stefan Kaiser)

Rahel Hug

Altlasten ablegen, ein neues, motiviertes Gremium zusammenbringen und dieses bei wichtigen Entscheidungen stärker mit einbeziehen. Diese Ziele hat der Baarer Pfarrer Anthony Chukwu Anfang Jahr für den Pfarreirat St. Martin definiert. Die Gruppe hatte sich bekanntlich im Februar 2015 wegen unterschiedlicher Meinungen über die Aufgaben aufgelöst. Während rund eines Jahres fehlte es in der katholischen Pfarrei an aktiven Mitgliedern, die Anlässe wie etwa die Suppentage organisierten oder das Seelsorgeteam in seiner Tätigkeit unterstützten.

Insgesamt acht Mitglieder

Inzwischen ist diese Lücke gefüllt und Chukwus Ziele scheinen erreicht. Am Suppentag im Pfarreiheim vom 6. März hat sich der neue Pfarreirat vorgestellt. «Wir sind insgesamt acht Personen», freut sich der Pfarreileiter, «das sind noch mehr als im alten Rat». Dieser setzte sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Die neuen Aktiven heissen Stella Landtwing, Katja Giacomin, Philomena Waller, Andreas Drechsler und Markus Bieri. Toni Noser, der sich bereits im alten Pfarreirat engagierte, ist nach wie vor dabei. Als Vertreter des Seelsorgeteams ist Markus Grüter neu vertreten. Anthony Chukwu rundet die Gruppe ab.

«Wir haben viele Gespräche geführt», blickt der Baarer Geistliche auf die letzten Monate zurück. Auch über das Pfarreiblatt sowie an den Gottesdiensten habe man Leute für den Pfarreirat gesucht. Acht Mitglieder würden eine gute Basis bilden, erklärt Chukwu. «Es dürfen aber gerne noch weitere dazukommen.» Interessierte können sich beim Pfarramt melden.

«Gelungener Auftakt»

Der Suppentag war der erste Anlass, den der neue Pfarreirat organisiert hat. «Ein gelungener Auftakt», ist Anthony Chukwu der Meinung. Die Veranstaltung sei gut koordiniert gewesen und die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien positiv ausgefallen. Auch die Stimmung im neuen Team beurteilt der Pfarrer als gut. «Es hat harmoniert.» Nun hofft er, dass die Motivation auch anhält: «Wir stecken in einer gewissen Anfangseuphorie. Ich hoffe, dass wir die Begeisterung über längere Zeit aufrechterhalten können.»

Zur Auflösung des letzten Pfarreirats hatte eine Art Identitätskrise geführt. Weil viele Aufgaben in der Vergangenheit von anderen Gruppen übernommen wurden, fühlten sich einige Mitglieder nicht ernst genommen. «Die Pause war wichtig, um neu starten zu können», zeigt sich Anthony Chukwu heute überzeugt. In der Zwischenzeit haben die Verantwortlichen die Aufgaben des Pfarreirates diskutiert und überdacht. Beispielsweise wurde festgelegt, dass sich das Gremium künftig auch Glaubens- und Gesellschaftsthemen annehmen und im Bereich der Erwachsenenbildung aktiv werden solle. Ob diesbezüglich bereits konkrete Projekte geplant sind, fragen wir den Baarer Pfarrer. «Diese Frage ist verfrüht. Wir stehen erst ganz am Anfang», erklärt er. Der neue Pfarreirat werde an einer ersten Zusammenkunft im April Ideen zusammentragen.

Es soll etwas Neues wachsen

Toni Noser ist der einzige, der bereits bei der «alten Garde» mit dabei war. Er engagiert sich seit über 15 Jahren für die Kirchgemeinde, ist nicht nur Pfarrei-, sondern auch Kirchenrat. Bereits im April 2015 hatte er gegenüber unserer Zeitung gesagt, er werde trotz der Auflösung des Gremiums weitermachen. «Es ist für mich eine Herzensangelegenheit», sagt der engagierte Baarer. Obwohl der Pfarreirat im letzten Jahr inaktiv war, haben Noser und einige Ehemalige bei den Suppentagen oder dem Martinsteilet tatkräftig mitgeholfen. «Es hat funktioniert, war aber für das Team eine grosse Mehrbelastung», erklärt er. Unter anderem für solche Anlässe sei ein aktiver Pfarreirat sehr wichtig. «Er ist aber auch ein Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Pfarreileitung.» Entsprechend erfreut ist Toni Noser, dass sich nun ein neues Gremium konstituiert hat. Er selber will sich bei den Diskussionen um Aufgaben und Projekte zurückhalten. «Ich werde mich nicht darüber äussern, wie es früher war. Es soll jetzt etwas Neues wachsen können.»

Neue Leiterin des Sozialdienstes

Nicht nur im Pfarreirat kam es zu einem personellen Umbruch. Auch mehrere Mitarbeiter des Seelsorgeteams hatten die Pfarrei verlassen, und die Leiterin des Sozial- und Beratungsdienstes hatte die Stelle gewechselt. Der Sozialdienst ist seit Anfang März neu in den Händen von Judith Reichmuth. Laut Anthony Chukwu wird man auch die letzte personelle Lücke, jene eines zuständigen Seelsorgers für das St.- Thomas-Team in Inwil, bald schliessen können. «Es gibt Interessenten, und wir werden demnächst Gespräche führen.» Die neusten Entwicklungen stimmen den Pfarreileiter zuversichtlich: «Ich hoffe, dass nun wieder etwas Ruhe einkehrt.»