BAAR: Eine Lobby für das Räbevolk

Seit zehn Jahren greift der Verein «Pro Räbefasnacht» den Organisatoren unter die Arme. Die Gönner selber bleiben lieber im Hintergrund.

Rahel Hug
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Zeigt seine Ehrentafel und die Gönnerplakette: Peter Langen­egger, Präsident von «Pro Räbefasnacht». (Bild Stefan Kaiser)

Zeigt seine Ehrentafel und die Gönnerplakette: Peter Langen­egger, Präsident von «Pro Räbefasnacht». (Bild Stefan Kaiser)

Jeder gelungene Fasnachtswagen, jedes bunte Guggenmusig-Tenü, jede originelle Maske und jeder gesellige Fasnachtsanlass kostet Geld. Den finanziellen Aufwand alleine zu stemmen, ist für Fasnachtsgesellschaften und Vereine nicht immer einfach. Genau aus diesem Grund wurde vor zehn Jahren die Gönnervereinigung «Pro Räbefasnacht» ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Die finanzielle Unterstützung der Baarer Fasnacht und die Förderung des Räbegäuggels. Seit dem Jahr 2003 können Gruppen oder Vereine, die auf Unterstützung angewiesen sind, bei der Vereinigung Anträge stellen. Jetzt feiert die «Lobby» der Baarer Fasnacht ihr zehnjähriges Jubiläum.

Von Räbevätern gegründet

Gegründet wurde die Vereinigung von Marcel Feuchter, Hansruedi Langen­egger und Andreas Hotz – die drei sind als ehemalige Räbeväter bekannte Gesichter in der Baarer Fasnachtsszene. Innert Kürze zählte der Verein rund 30 Mitglieder, erzählt Peter Langenegger, der den Verein seit fünf Jahren präsidiert. «In den zehn Jahren unseres Bestehens haben wir etwa 130 000 Franken ausbezahlt», so Langenegger. Mit den Geldern werden Guggenmusigen und Wagenbauer, aber auch andere Fasnachtsvereine aus dem ganzen Gemeindegebiet unterstützt. Zudem finanziert die Gönnervereinigung die Tribüne am Fasnachtsumzug und verleiht Preise für die besten Sujets.

Gemütliches Zusammensein

Kommt ein Antrag von einer Gruppierung, wird er genau geprüft und an der Generalversammlung im Herbst abgesegnet. Dabei muss vor allem eine Bedingung erfüllt sein, wie Peter Lan­genegger weiss: «Es muss einfach mit Fasnacht zu tun haben.» Man erhalte pro Jahr ungefähr fünf Anträge, und könne diese zu einem grossen Teil genehmigen.

Mittlerweile besteht die Gruppierung «Pro Räbefasnacht» aus 46 Mitgliedern, die jährlich je 500 Franken aus der eigenen Tasche beisteuern, um die närrische Tradition am Leben zu erhalten und zu fördern. Dabei hat aber auch das gemütliche Zusammensein einen hohen Stellenwert für die Vereinsleute: «Einmal im Jahr machen wir ein kleines Reisli», sagt Präsident Peter Langenegger. So habe man beispielsweise schon gemeinsam das Münchner Oktoberfest besucht.

Neue Plakette

Fürs Jubiläumsjahr organisiert der Vorstand, bestehend aus Marco Fischer, Marcel Feuchter, Pirmin Andermatt und Peter Langenegger, für die grosszügigen Gönner einen Überraschungsausflug – im Mai ist es soweit. «Nur der Vorstand weiss, wohin es geht», so Langenegger. Damit hat es sich aber auch schon: Der Verein will sich nicht gross selber feiern. «Das Geld soll lieber der Fasnacht zugutekommen», sagt der Präsident.

Aus diesem Grund werden die Mitglieder der Gönnervereinigung während der närrischen Zeit auch nicht speziell auffallen – ein eigenes Tenü besitzen sie nicht. «Wir agieren lieber im Hintergrund», sagt Peter Langenegger. Man sei deshalb aber nicht minder fasnachtsbegeistert, fügt er an: «Jedes Mitglied ist im Herzen ein grosser Fasnächtler.» Etwas Kleines hat sich der Vorstand aber dennoch einfallen lassen für den runden Geburtstag ihres Vereins: Man hat ein neues Logo mit einer Ehrentafel kreiert. Ebenfalls neu ist die Gönnerplakette, die die Mitglieder heuer tragen.