BAAR: Er wirft dem Kanton einen Hang zur Untätigkeit vor

2011 sorgte ein Erdrutsch im Lorzentobel für Gefahr – ein Kenner des Gebietes fordert endlich konkrete Massnahmen.

Luc Müller
Drucken
Teilen
Im Lorzentobel rutscht der Hang seit einigen Jahren stetig Richtung Bachbett. Im Bild: Fischer Bruno Thalmann macht sich aufgrund der Verschlammung Sorgen um den Fischbestand im Fluss. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Im Lorzentobel rutscht der Hang seit einigen Jahren stetig Richtung Bachbett. Im Bild: Fischer Bruno Thalmann macht sich aufgrund der Verschlammung Sorgen um den Fischbestand im Fluss. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bruno Thalmann, der regelmässig der Lorze entlangspaziert, fragt sich, was der Kanton nach dem grossen Erdrutsch von 2011 im Lorzentobel längerfristig überhaupt unternimmt. «Der Hang befindet sich auch jetzt noch im Rutschen. Es gelangen immer mehr Erde, Sand und Lehm in den Flusslauf und trüben das Wasser. Nun ist der Flusslauf auf einer langen Strecke total verschlammt», ärgert sich der 73-jährige Allenwindner. Als kantonaler Instruktor für den Sachkundenachweis für Fischer kennt er sich mit den Tieren bestens aus. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fische hier überleben oder sich fortpflanzen können», doppelt Thalmann nach. Die Lorze diene übrigens auch zur Aufzucht von Seeforellen für den Zugersee. Das ständig trübe Wasser beinträchtige sicher auch diesen Vorgang. «Wir haben den Hang geologisch analysiert. Das Resultat: Eine Sanierung macht keinen Sinn», erklärt Baudirektor Heinz Tännler. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre unverhältnismässig, weil der Hang technisch nicht gesichert werden könne. «Hier gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder grosse Rutsche. In den ältesten Karten des Kantons wird dieses Gebiet schon als für Abbrüche empfindlich ausgewiesen», informiert Tännler.