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BAAR: Erfolgreicher Rollstuhlsportler am Baarer «Kirchengerede»

Im Rahmen der Reihe «Kirchengerede» hat der erfolgreiche Rollstuhlsportler Heinz Frei einen Vortrag über seinen Lebensweg und Erfolg gehalten. Er vermochte das Publikum im Pfarreiheim St. Martin zu begeistern.
Vanessa Varisco
Heinz Frei gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Sportlern. (Bild: Maria Schmid (Baar, 20. März 2018))

Heinz Frei gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Sportlern. (Bild: Maria Schmid (Baar, 20. März 2018))

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Heinz Frei (60) ist seit jeher ein begeisterter Sportler: Als junger Mann war er im Sommer unterwegs mit dem Rennrad oder auf Langstreckenläufen, im Winter mit den Langlaufski. Als der damals 20-Jährige an einem Berglauf die Strecke besichtigen wollte, rutschte er im feuchten Gras aus, schlitterte zuerst einige Meter dem Hang entlang, wurde durch die Luft geschleudert und schlug schliesslich hart im Tobel auf. Aufstehen gelang ihm nicht mehr, auch seine Beine spürte er nicht. «Da habe ich mir Gedanken gemacht, ob das nun wohl nicht bloss ein kleiner Sturz gewesen war, sondern tatsächlich etwas Schlimmeres passiert ist», schildert Heinz Frei. Er blickte am vergangenen Dienstagabend an einem Vortrag im Rahmen der Reihe «Kirchengerede» im Pfarreiheim Baar auf sein Leben zurück.

Der Verunfallte wurde damals glücklicherweise von einem Läufer entdeckt und wurde letztlich in das Paraplegikerzentrum Basel eingeliefert. «Als ich dort die Diagnose Querschnittslähmung erhalten habe, sah ich einen Moment alle Hoffnungen und Sehnsüchte entschwinden», erzählt Frei. Die Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten. Dank seiner offenen und lebendigen Erzählweise fesselt er das Publikum in Baar, diese folgen seinen Ausführungen gespannt.

Nach der Reha kehrte der Solothurner zurück in seine Heimat, sichtbar verändert. Die Versuchung sei da gewesen, sich zurückzuziehen und zu isolieren. «Aber das liessen meine Kollegen aus dem Sportverein nicht zu. Immer wieder klopften sie an die Haustür und holten mich raus», schildert Frei.

Sein Umfeld liess ihn nicht fallen

Wenige Wochen nachdem er wieder zu Hause war, reiste er bereits wieder mit seinen Freunden in die Skiferien, wo jeweils jeder einen Tag aufs Skifahren verzichtet und mit ihm etwas unternommen habe. «Ich hatte Glück mit meinem Umfeld, blieb integriert durch meine Freunde.» Bald kam auch der Drang nach Bewegung wieder, er trat einem Rollstuhlklub bei, wo bereits etwas Sport angeboten wurde. Doch so weit entwickelt wie heute war der Rollstuhlsport noch nicht. Schliesslich habe er gemeinsam mit einem Kollegen an einem Rennrollstuhl getüftelt und angefangen zu trainieren.

Mit dem Untersatz der Marke Eigenbau starteten die beiden anfangs zu Marathons neben den Langstreckenläufern. Mit der Zeit wurde nicht bloss das Material, sondern auch das Training verbessert. Heute gehört Heinz Frei zu den erfolgreichsten Schweizer Sportlern. Mit dem Handbike, in der Leichtathletik und im Langlauf hat er an den Paralympics Erfolge gefeiert. Darüber hinaus hat er 112 Marathons gewonnen.

Nicht nach links und rechts schauen

Nach seinem Sturz am Berglauf und auf seinem weiteren Lebensweg musste er zuerst mit sich und seinem Körper im Reinen sein. «Ich lernte, die Entdeckungsreise des noch Möglichen zu wagen», sagt Frei. «Ausserdem orientiere ich mich an meinen Werten und schaue nicht nach links und rechts.» Wichtig sei auch die Balance zwischen Kopf und Körper, da der Kopf «oft im Wege stehen» würde. «Das Leben ist immer wieder lebensgefährlich – darum wünsche ich Ihnen allen ganz viele gute Schutzengel», sagte der Sportler mit einem Lächeln, bevor er in Baar das Gespräch mit dem Publikum suchte und Fragen beantwortete.

Hinweis Weitere Vorträge der Reihe «Kirchengerede» werden am 26. Juni und am 22. Oktober stattfinden.

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