Baar erreicht die Aufstiegsrunde

Baar fegt Zug 94 II in der 3.-Liga-Gruppe 1 mit 5:0 vom Platz. Die Spieler der Stadtzuger treten uninspiriert auf und ihr Staff beleidigt den Schiedsrichter mit Schimpftiraden.

Martin Mühlebach
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Der Baarer Fatlum Sylejmani (links) im Zweikampf mit dem Zuger Armin Pasalic. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 1. Juni 2019))

Der Baarer Fatlum Sylejmani (links) im Zweikampf mit dem Zuger Armin Pasalic. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 1. Juni 2019))

Der Drittligist Baar benötigte im letzten Saisonspiel noch einen Punkt, um an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga teilnehmen zu können. Zug 94 hätte fürs gleiche Vorhaben einen Sieg einfahren müssen. Der Baarer Sportchef Hans-Peter Wolf gestand vor dem Anpfiff: «Ich bin sehr nervös, es steht die ganze Saison auf dem Spiel.»

Die Platzherren schienen gewillt, die Nervosität ihres Sportchefs zu mildern. Sie stiegen von Beginn an unerschrocken in die Zweikämpfe. Damit kauften sie den Gästen schon früh den Schneid ab. Wegen unübersehbarer spielerischer Mängel – vor allem in Strafraumnähe – stand die Partie zur Pause noch immer torlos.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es aber bloss fünf Minuten, bis der vorgerückte Baarer Innenverteidiger Marco Thaler einen Eckball mit einem wuchtigen Kopfstoss versenkte. Nach der 1:0-Führung zogen sich die Platzherren etwas zurück, um die Gäste aus der Defensive zu locken. Der Erfolg dieses taktisch geschickten Verhaltens liess nicht lange auf sich warten. In der 65. Minute erhöhte Kerim Gülec auf 2:0, und als Leonard Reci nur fünf Minuten später das 3:0 erzielte, war die Partie vorzeitig entschieden.

Unverzeihliche Ausraster

Das 4:0, erzielt von Ronny Mazenauer (79.) und das Tor zum 5:0 durch Bojan Mitreski waren bloss noch Zugaben, die das Blut des gesamten Staffs von Zug 94 über den Siedepunkt hinaus kochen liess. Besnik Reci, der Trainer der Stadtzuger Reserven, Coach Belkija Reci und der Torhütertrainer deckten Schiedsrichter Peter Imholz mit nicht druckreifen Schimpftiraden ein. Der Unparteiische liess sich das nicht gefallen und verwies das Trio zurecht vom Feld.

Besnik Reci hatte seine Nerven nach dem Abpfiff wieder im Griff. Sachlich analysierte er: «Baar hat viel aggressiver agiert als wir und verdient gewonnen.» Hans-Peter Wolf befand: «Spätestens nach unserer 3:0-Führung hat sich meine Nervosität gelegt. Mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde haben wir aber bloss ein Etappenziel erreicht. Um den langersehnten Aufstieg in die 2. Liga regional schaffen zu können, müssen wir nun noch eine Schippe nachlegen.» Baars Sportchef lobte: «Trainer Alberto Rodriguez, der unsere 1. Mannschaft nach der Winterpause von Antonio Bozzi übernahm, ist zweifelsfrei der Baumeister unseres Erfolgs. Er hat es verstanden, dem Team die zwischenzeitlich etwas abhandengekommene Spielfreude mit einem positiven Spirit zu vermitteln.»

Alberto Rodriguez blieb trotz des Lobes seines Sportchefs bescheiden. Er meinte bloss: «Wir haben noch nichts erreicht. Nun heisst es, die Ärmel hochzukrempeln und alles zu geben, zu dem wir imstande sind.»