Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BAAR: Europas beste Hallenradsport-Junioren messen sich in Baar

Die besten Nachwuchstalente im Hallenradsport machen in der Baarer Waldmannhalle die Europameistertitel unter sich aus. Der Gastgeber hofft, die eine oder andere Medaille im Dorf zu behalten.
Die beiden Baarer Kunstradfahrerinnen Leana Hotz (links) und Flavia Schürmann trainieren für die EM in Baar. (Bild Werner Schelbert)

Die beiden Baarer Kunstradfahrerinnen Leana Hotz (links) und Flavia Schürmann trainieren für die EM in Baar. (Bild Werner Schelbert)

Am 6. und 7. Mai blickt die Hallenradsport-Szene nach Baar. In der Waldmannhalle messen sich die besten Juniorinnen und Junioren aus ganz Europa im Kunstradfahren und im Radball. Erwartet werden rund 100 Sportler aus elf Nationen (Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Holland, Ukraine, Frankreich, Schweiz). Sie treten an in den Disziplinen Radball, 1er- (Männer und Frauen), 2er- (Männer und Frauen) und 4er-Kunstradfahren (Frauen). Dass sich die Junioren-Elite des europäischen Hallenradsports in Baar trifft, ist kein Zufall. In Baar hat das Kunstradfahren eine langjährige Tradition. Der ATB Baar betreibt den Sport seit rund 40 Jahren und kann auf etliche Erfolge zurückblicken. So gewannen Mitglieder des ATB Baar bereits mehrere Schweizermeisterschafts- und Europameisterschafts-Medaillen.

Baarerinnen mit Medaillenchancen

Und auch jetzt stehen die Chancen nicht schlecht, dass Baarer Sportlerinnen vom Heimvorteil profitieren können, stehen doch in zwei von fünf Disziplinen Baarerinnen am Start. Bei den 1er-Juniorinnen hat die Baarerin Leana Hotz die Selektion mit deutlichem Vorsprung auf Nina Stangier (Uster) gewonnen. Diese beiden werden die Schweizer Farben an der EM vertreten. Hotz darf als heisse Medaillenkandidatin gehandelt werden. Mit ihren 170.15 Punkten, die sie kürzlich in einem Wettkampf erzielt hat, ist sie Inhaberin des Schweizer Rekords bei den Juniorinnen und bei der Elite und mitten in der Weltspitze angekommen. Zusammen mit Flavia Schürmann steht sie auch an der Spitze der 2er-Juniorinnen-Rangliste. Die beiden Baarerinnen werden also auch hier vor heimischem Publikum um EM-Medaillen fahren können.Der Baarer Vierer mit Melanie Bleicher, Nadine Risi, Ramona Stauffacher und Stefanie Moos hat die Selektion für die Heim-EM knappverpasst und musste dem Vierer aus Rheineck mit Nadine Bissegger, Laura Tarneller, Ronja Zünd und Fabienne Haas den Vortritt lassen. Nicht beschickt werden die 1er- und 2er-Junioren-Konkurrenz. Bereits seit längerem entschieden ist die Selektion bei den Radballern. Roger Artho und Joel Bischofberger vom RMV Mosnang werden in Baar die Schweizer Farben vertreten. Als Ersatzteam ist Mosnang 2 mit Manuel Mutti und Roman Wittwer dabei.

Ideale Infrastruktur

Doch nicht nur sportlich ist der ATB Baar top, auch organisatorisch hat er sich seine Sporen abverdient, so dass der Verein mit seinen rund 120 Mitgliedern die Herausforderung Junioren-EM ruhig anpacken kann. Seit bald zwei Jahren ist ein neunköpfiges Organisationskomitee mit den Vorbereitungen beschäftigt. Unterstützt wird das Kern-OK durch rund 20 weitere Personen, die dem erweiterten OK angehören. Mit der Waldmannhalle und den angrenzenden Wiesental-Turnhallen verfügt die Gemeinde Baar über ideale Voraussetzungen für die Hallenradsport-Junioren-EM. Die Waldmannhalle wird unterteilt: Auf rund zwei Dritteln der Fläche werden die Sportlerinnen und Sportler gegeneinander antreten, auf dem Rest der Fläche betreibt der ATB eine Festwirtschaft. Die Wiesental-Turnhallen dienen als Trainings- und Aufwärmhallen.

Hinweis: Alle Infos auf www.junioren-em-2016.ch Tickets für die Junioren-EM können auf der Homepage reserviert werden. Für einen Tag kostet der Eintritt 15 Franken, ein Ticket für beide Tage ist für 25 Franken zu haben. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind gratis.

Junioren-EM 2016: Das Programm

Donnerstag, 5. Mai

  • 7.30 Uhr: Türöffnung (die Kasse ist geöffnet für die Abholung reservierter Tickets und für den Ticketverkauf für Freitag und Samstag)
  • Ab 8 Uhr: Training

Freitag, 6. Mai

  • 7.30 Uhr: Türöffnung
  • Ab 8 Uhr: Training
  • 14 Uhr: Wettkämpfe Kunstfahren 1er-Juniorinnen, 2er-Junioren open und Radball
  • 18 Uhr: Apéro für Behörden und Sponsoren
  • 19 Uhr: offizielle Eröffnungsfeier

Samstag, 7. Mai

  • 7.30 Uhr: Türöffnung
  • Ab 8 Uhr: Radball: Ausscheidungsspiele und Finale, Kunstradfahren 1er-Junioren, 2er-Juniorinnen, 4er-Junioren open
  • 18 Uhr: Schlussfeier
  • Anschliessend Bankett-Abend für Delegationen und Gäste, danach Party

Hallenradsport: Das sind die Disziplinen und Regeln

Radball

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, mit Velorädern einen Ball zu spielen? Am Ursprung der Sportart Radball soll ein Beinahe- Unfall gestanden sein. Am Ende des 19. Jahrhunderts soll dem damals bekannten Kunstradfahrer Nick Kaufmann ein kleiner Hund vors Rad gelaufen sein. Um sich den Sturz und dem Tier eine Verletzung zu ersparen, beförderte er ihn sanft mit dem Vorderrad zur Seite. Daraus entstand die Idee des Radballs. Gespielt wird in der Regel in Zweier-Teams auf einem Feld von 11 auf 14 Meter. Es gibt aber auch weniger verbreitete Varianten mit fünf oder sechs Spielern pro Mannschaft. Bei den Junioren dauert eine Partei zwei Mal sechs Minuten. Gespielt wird mit einem Ball, der einen Durchmesser von 17 bis 18 cm hat und 500 bis 600 g schwer ist. Gefüllt ist er in der Regel mit Rosshaar oder Rehhaaren. Das Feld ist mit einer 30 cm hohen schrägen Bande umgeben. Vor den 2 mal 2 m großen Toren befindet sich der halbkreisförmige Strafraum mit 2 m Radius. Es gibt feste Spielregeln. Man darf z. B. den Ball nicht spielen, solange nicht alle vier Extremitäten am Lenker bzw. auf den Pedalen sind. Nur dem Spieler im Tor ist das Halten der Torschüsse mit den Händen erlaubt, sofern er sich im Strafraum befindet und beide Füsse auf dem Pedal sind. Wenn der Torhüter den Ball fängt, darf er den Ball jedoch nicht über die 4-Meter-Linie werfen. Es darf immer nur ein Spieler im eigenen Strafraum verteidigen. Berührt ein Spieler während des Spieles den Boden oder lehnt sich z. B. am Pfosten an oder fährt hinter das gegnerische Tor, so ist er nicht mehr spielberechtigt. Er muss erst die verlängerte Torlinie seines eigenen Tores überfahren, um wieder den Ball berühren zu dürfen (das nennt man «Schlag» holen). Missachtet er diese Regel, wird der Verstoss im Feld mit einem Freistoss, im eigenen Strafraum mit einem 4-Meter-Strafschlag geahndet. Einen 4-Meter-Strafstoss kann es auch nach groben Foulspielen, beim Spielen des Balles mit der Hand ausserhalb des 2-Meterkreises oder nach einem Abtreten und Weiterfahren nach zwei Metern geben. Befinden sich zwei Spieler des eigenen Teams im eigenen Strafraum (Kreis), gibt es ebenfalls einen 4-Meter-Strafstoss. Wer im gegnerischen Strafraum ohne Ball auftaucht, bekommt einen Freistoss gegen sich. Genauso ist es, wenn sich zwei Spieler einer Mannschaft im gegnerischen Strafraum befinden.

1er-Kunstradfahren

Beim Einer-Kunstradfahren werden auf einem Spezialrad in fünf Minuten maximal 30 Übungen gezeigt. Diese Übungen können einfache Grundelemente (z. B. rückwärts fahren, Stillstand, …), statische Stände (z. B. auf Sattel und Lenker), statisch turnerische Elemente (z. B. Handstände, Stützwaagen, Vorhebehalten oder Stützgrätschen), Steiger (Übungen, bei denen nur auf dem Hinterrad gefahren wird), Drehungen (= Pirouetten; z. B. in einer Steigerposition auf dem Hinterrad), Übergänge (= translatorische Elemente von einer Steigerposition zur anderen), translatorische Rotationen (z. B. Lenkerstanddrehung über der Achse des Vorderrades oder Drehsprung um das Vorderrad), Sprünge und Hocken (z. B. Sprung vom Sattelstand zum Lenkerstand) sein.

2er-Kunstradfahren

Im Zweier-Kunstradfahren besteht die Kür aus zwei Teilen. In einem Teil (meist der erste) fahren zwei Sportler/innen auf zwei Rädern,Übungen, die auch aus dem Einer-Kunstradfahren bekannt sind (z. B. Steiger). Die meisten Übungen werden dabei synchron präsentiert. Im anderen Teil nutzen die Sportler gemeinsam ein Rad; hierbei können ebenfalls gemeinsam Stände (z. B. einer steht auf dem Sattel, der andere auf dem Lenker) gezeigt werden, es kommen ausserdem «Trageübungen» (ein Sportler fährt bestimmte Übungsposition, der andere sitzt oder steht auf den Schultern) hinzu.

4er-Kunstradfahren

Beim Vierer-Kunstradfahren nutzt jeder Sportler sein eigenes Rad. Es werden keine dem Turnen verwandte Übungen gezeigt, sondern verschiedene Figuren möglichst synchron gefahren. Diese können entweder Niederrad (beide Räder haben Kontakt zum Boden) oder im Steiger (Vorderrad hat keinen Kontakt zum Boden) jeweils vorwärts oder rückwärts gefahren werden. Auf höherem Niveau wie bei einer Europameisterschaft wreden die meisten Übungen im Steiger gefahren, da diese eine höhere Punktzahl bringen. Bei Junioren oder Elite werden 25 Übungen in 5 Minuten gezeigt.

Regeln

Die Fahrfläche ist in der Regel ein Hallenboden aus Holz oder Linodur und muss bei internationalen Wettkämpfen 11 m × 14 m gross sein. Sie wird durch Seitenlinien begrenzt, die nicht überfahren werden dürfen. Es bestehen klare Regeln, wie lange Übungen gezeigt werden und wie sich die Sportler innerhalb der Wettkampffläche zu bewegen haben. Alle Übungen im Kunstradfahren werden aus einem international geltenden Reglement ausgewählt und müssen bei der Jury mithilfe der standardisierten Wertungsbögen eingereicht werden. Jede Übung hat einen Punktwert, welcher die Schwierigkeit der Übung berücksichtigt. Die Summe aller Schwierigkeiten bezeichnet die aufgestellte Schwierigkeitspunktzahl im Wertungsbogen. Dies ist der Ausgangswert für einen Wettkampf. Wird der so vorgegebene Ablauf der Kür nicht eingehalten, gibt es Abzüge. Für die Abzüge ist die Jury verantwortlich. Eine Jury setzt sich zusammen aus zwei bis drei Wertungsrichtern als Ansager (Wertung) und zwei bis drei Wertungsrichtern als Schreiber. Diese bewerten fortlaufend die Kür. Binnen fünf Minuten muss das Programm absolviert werden.

Es gibt Abzüge bei der Schwierigkeit:

  • wenn nicht die komplette Wegstrecke gezeigt wird
  • bei Nichteinhalten der Reihenfolge
  • wenn die Übung nicht korrekt ausgeführt wird
  • bei Zeitüberschreitung

Weiterhin gibt es Abzüge für die Ausführung:

  • bei sichtbaren Unsicherheiten (Haltung, Fahrstil, unregelmässiger Tritt, Streckfehler, …)
  • bei unsauberer Ausführung
  • bei Überfahren der Flächenbegrenzung
  • bei unkorrektem Abgang vom Rad (Fallenlassen des Rades am Ende der Kür)
  • bei Stürzen und kurzen Bodenberührungen (Tipper)

red

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.