BAAR: Forbo-Gewinn ist um 86 Prozent eingebrochen

Die Wirtschaftskrise hat den Bodenbelags- und Bauausstatt­ungskonzern Forbo voll getroffen. Der Reingewinn brach um mehr als vier Fünftel ein.

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Szene aus der Forbo-Produktion. (Bild pd)

Szene aus der Forbo-Produktion. (Bild pd)

Forbo weist für letztes Jahr 16,0 Millionen Franken Reingewinn aus – 85,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ohne Sondereffekte handelt es sich laut Konzernführung um das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Die Aktionäre sollen eine Barausschüttung von 3,90 Franken als Nennwertreduktion erhalten – verglichen mit zehn Franken im Vorjahr. Zudem will Forbo die beim Aktienrückkaufsprogramm erworbenen eigenen Aktien nicht mehr vernichten, sondern allenfalls wieder verkaufen, als Zahlungsmittel für weitere Akquisitionen oder zur Sicherstellung von Wandel- und Optionsrechten verwenden.

Einbruch gegen Ende Jahr
Der Umsatz entwickelte sich bis zum dritten Quartal 2008 insgesamt stabil, wie Konzernchef This E. Schneider und Verwaltungsratspräsident Albert Gnägi in einem Aktionärsbrief berichteten. Gegen Ende Jahr brachen die Verkäufe ein. Im ganzen Jahr erzielte Forbo noch 1,919 Milliarden Franken Umsatz, 4,3 Prozent weniger als 2007. In Lokalwährungen wuchsen die Verkäufe nochmals um 1,7 Prozent. Währungseinflüsse wirkten mit sechs Prozent negativ.

Der Betriebsgewinn (EBIT) schrumpfte wegen des Umsatzrückgangs im vierten Quartal sowie steigender Debitorenrisiken, Wertberichtigungen und Strukturanpassungen um 27,9 Prozent auf 117,1 Millionen Franken. Die EBIT-Marge sank von 8,1 auf 6,1 Prozent. Mit 79,2 Millionen Franken schlug die Wertberichtigung auf der Beteiligung von rund zehn Prozent am ebenfalls krisengeschüttelten Rieter-Konzern negativ zu Buche. Forbo behält sich bei der Rieter-Beteiligung alle Optionen offen, vom Verkauf bis zum Ausbau der Position.

Keine Prognosen gemacht
Auf eine Umsatz- und Gewinnprognose für 2009 liess sich Forbo nicht ein. Man geht aber davon aus, dass 2009 deutlich anspruchsvoller wird als 2008. Forbo verpasste die Erwartungen der Analysten klar. Kritische Bemerkungen setzte es zur Rieter-Beteiligung und zur Erhaltung der Kreditbedingungen ab. An der Schweizer Börse schoss der Forbo-Aktienkurs im frühen Handel trotzdem um 10,3 Prozent bis auf 160 Franken hinauf. Zur Mittagszeit stand er in leicht schwächerem Gesamtmarkt mit 150 Franken noch 3,4 Prozent höher.

ap