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BAAR: Freestyler suchen eine Halle

Junge Erwachsene gründen einen Verein – mit klarem Ziel: Sie wollen ihren Sport künftig auch im Winter ausüben können.
Bald wird es schwierig für Lou Burk, bei Eis und Schnee seine Tricks draussen zu üben. (Bild Stefan Kaiser)

Bald wird es schwierig für Lou Burk, bei Eis und Schnee seine Tricks draussen zu üben. (Bild Stefan Kaiser)

Andrea Muff

Kickflips und Ollies bei Schnee und Kälte sind kein Vergnügen. Daher bleibt während der Wintermonate das Skateboard im Schrank und das BMX im Keller. Denn im Kanton Zug gibt es keine Halle, in der auch im Winter trainiert werden könnte. Diesen Umstand will ein neuer Verein ändern: Einige Jugendliche haben sich zusammengetan und suchen nach einem Winterlokal, wo sie an ihren Tricks arbeiten können. Diesen Samstag treffen sich deshalb Jugendliche und Interessierte im Gewerbepark in Baar – zur Vereinsgründung. Der Anlass steht unter dem Motto «Der Kanton Zug braucht eine Freestyle-Halle». Unter deren Dach sollen sich künftig Skateboarder, Inlineskater, BMX-Fahrer und Parcoursläufer treffen können.

Über 80 Onlineformulare

Der Mangel an Schlechtwetteralternativen ist Jonathan Casu, dem Jugendarbeiter der Gemeinde Hünenberg, im Herbst aufgefallen: «Die Jugendlichen benutzten unseren Aktionsraum zum Skaten, wann immer er leer war. Doch das ist ja nicht Sinn und Zweck dieses Lokals.» Danach habe er an einer kantonalen Konferenz der Jugendarbeitenden angefragt, wie in anderen Gemeinden der grundsätzliche Tenor gegenüber einer Freestyle-Halle sei. «Die Jugendarbeitenden schalteten daraufhin Onlineformulare auf, mit denen die Jugend­lichen ihr Interesse bekunden konnten», erklärt Casu. Bei dieser Aktion meldeten sich über 80 junge Erwachsene aus dem ganzen Kanton. Gleichzeitig etablierte sich eine Facebook-Gruppe. Die Initianten meldeten sich daraufhin bei den Jugendarbeitern. «Sie sagten, sie würden die Idee schon seit über vier Jahren verfolgen», sagt der Hünenberger.

Nun haben sich die Gründer der Facebook-Gruppe mit den anderen Jugend­lichen zusammengetan und machen mit besagter Vereinsgründung Nägel mit Köpfen. Im Vorstand des Vereins IG Freestyle-Halle Zug werden ausschliesslich junge Erwachsene sitzen. «Wir stehen nur noch beratend im Hintergrund», stellt Jonathan Casu klar. Wie in jedem Verein werden auch hier die Aufgaben verteilt: Präsidium/Koordination, Finanzen/Fundraising, Infra­struktur, PR/Kommunikation, Konzept – so lauten die Chargen. Der 22-jährige Skateboarder Lou Burk etwa wird das Konzept entwerfen. Der Verein will überdies Arbeitsgruppen gründen, in denen auch Minderjährige mitwirken können.

Anlagen überfüllt und weit weg

Laut Burk ist es höchste Zeit, dass in den Wintermonaten in einer Halle geskatet werden kann. «Diese Idee haben wir schon lange verfolgt», erzählt der Ägerer. Im Sommer trainiere er fast jeden Tag, doch in der kalten Jahreszeit sei dies schwieriger. «Wir haben keine Ausweichmöglichkeiten», erklärt Burk. Die nächsten Anlagen befinden sich in Zürich und Aarau, «doch die sind meist überfüllt», stellt der Szenekenner fest. Und die Projektidee geht auch über die kantonalen Grenzen hinaus: So habe er bereits von Luzerner Freunden gehört, dass sie einen Indoorpark in Zug begrüssen würden. Wo eine solche Anlage eingerichtet werden könnte, ist gemäss dem 22-jährigen Studenten allerdings noch völlig offen.

Am Samstag um 14 Uhr fällt also der Startschuss: «Wir suchen Vereinsmitglieder und Unterstützer. Zudem informieren wir über das Projekt», so Burk. Auch der Baarer Gemeindepräsident Andreas Hotz ist Gast in der ehemaligen Spinni­halle: «Die Eigeninitiative junger Menschen begeistert mich immer sehr. Das unterstütze ich gerne mit meiner Anwesenheit.»

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