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BAAR: Gemeinderat will am aktuellen System festhalten

Mit einer Petition machte sich die FDP für die Wiedereinführung von Werkklassen stark. Davon will die Exekutive nichts wissen - doch sie verspricht, auf dem Gebiet der Kommunikation stärker aktiv zu werden.

«Für eine starke und attraktive Realschule in Baar» – unter diesem Titel hatte die FDP Baar im letzten Jahr Unterschriften gesammelt. 633 Personen setzten ihren Namen unter die Petition und machten sich damit dafür stark, dass künftig in Baar die Werkschule wieder von der Realschule losgelöst und Realschüler separat unterrichtet werden. Durch den integrativen Ansatz werde der Abschluss der Realstufe «verwässert», argumentierten die Initianten. Das Anliegen wurde vom Gewerbeverein Baar unterstützt.

Die Petition hat in der Gemeinde Baar einen Dialog über das integrative System im Schulwesen ausgelöst. Nachdem Ende Oktober die Unterschriftenbögen eingereicht worden waren, hat die Abteilung Schulen/Bildung die Petition geprüft und einen Bericht erarbeitet. Über die Ergebnisse wurde vor kurzem informiert. Der Gemeinderat will am bisherigen System festhalten. Er sehe «keinen Bedarf einer Kursänderung bezüglich des integrativen Wegs», heisst es in der Medienmitteilung der Gemeinde. Der integrative Weg habe sich bewährt. Die Exekutive sei «aufgrund der positiven Rückmeldungen der Eltern bei der externen Evaluation, der Einschätzung der gewerblich-industriellen Berufsschule Zug (GIBZ) bezüglich der Qualität der übertretenden Schüler und der positiven Rückmeldungen der Baarer Lehrpersonen überzeugt, dass der Weg und die getroffenen Massnahmen der Baarer Schulen stimmen».

Schüler sind lernwillig und einsatzbereit

In der Antwort an die Initianten geht der Gemeinderat im Detail auf die Situation in Baar ein. Aktuell besuche in Baar pro Realklasse im Durchschnitt ein «in die Realschule integrierter Werkschüler» die Klasse. Die Erfahrung zeige, dass diese wenigen lernbehinderten Schüler von ihren intellektuellen Fähigkeiten her zwar reduziert leistungsfähig, aber meist sehr lernwillig und einsatzbereit seien. «Nur in ganz seltenen Fällen sind sie verhaltensauffällig und stören den Unterricht.» Die wachsende Sorge zahlreicher Lehrpersonen, schreibt der Gemeinderat, seien daher nicht nur «sperrige und unzuverlässige» Schüler, sondern auch die zum Teil fehlende Kooperationsbereitschaft oder Überforderung einzelner Eltern, zu Hause – mit Strukturen und Verbindlichkeiten – ihren Teil zur Unterstützung der Lehrpersonen beizutragen. Im Antwortschreiben gehen die Verantwortlichen weiter auf die konkrete Förderung von Realschülern ein. Man setze beispielsweise bewusst auf kleine Klassen von 14 bis 17 Schülern. Der Einsatz von Heilpädagogen, die Schulsozialarbeit, Lerncoaching, Verhaltenstraining oder Wahlfächer sind weitere Punkte, die aufgeführt werden. «Es trifft zu, dass die Reallehrpersonen in ihrem Berufsalltag besonders gefordert sind», folgert der Gemeinderat. Die gezielt getroffenen zahlreichen Massnahmen würden jedoch belegen, dass die Baarer Schule sich entwickle und situationsbezogen agiere. Das bestätige auch die GIBZ, welche die Frage, ob das Niveau der Realschule gesunken sei, klar verneine. Ausserdem könne nicht von einer «Verwässerung» gesprochen werden.

Gleichwohl nimmt der Gemeinderat zur Kenntnis, dass die «sorgfältige und zeitgerechte Kommunikation von Schulentwicklungsmassnahmen» von zentraler Bedeutung sei. Der Schulkommission komme dabei eine wichtige Rolle zu. «Dieser Aspekt der Kommunikation soll lösungsorientiert vertieft werden», heisst es in der Medienmitteilung. Zudem soll die Schulkommission mögliche Massnahmen im Bereich der Elternmitwirkung umsetzen.

Die Exekutive will weiterhin auf einen regelmässigen Austausch zwischen dem Gewerbeverein und der Schulleitung setzen. «Ziel soll es sein, die verschiedenen Akteure über die besonderen Massnahmen zur Qualitätsentwicklung auf der Oberstufe zu informieren. Wie bisher steht es den Gewerbe- und Lehrbetrieben offen, Anregungen und Impulse zur schulischen und ausserschulischen Förderung Jugendlicher zu geben.»

Initianten sind mit Massnahmen einverstanden

Die Initianten der Petition wurden an einer Besprechung über die Haltung des Gemeinderats informiert. In der Pressemitteilung heisst es, die FDP-Ortspartei nehme die Stellungnahme zur Kenntnis und sei damit einverstanden, dass die vorgeschlagenen Massnahmen an die Hand genommen würden.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

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