BAAR: Genossenschaft hat es satt, zu warten

Eine der Parteien erwägt, aus dem kaum vorankommenden Projekt Alterszentrum Bahnmatt auszusteigen und ihren geplanten Neubau ohne Rücksicht darauf anzugehen. Sie ist dabei aber abhängig von der Gemeinde, die davon nichts hält.

Raphael Biermayr
Drucken
Teilen
So soll die «Bahnmatt» dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung/pd)

So soll die «Bahnmatt» dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung/pd)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Im Baarer Schulhaus Sternmatt I dringen von den Gängen Kinderstimmen ans Ohr. Uschy Staub, die hier tätig ist, bewegt sich zwischen den Generationen: Im Nebenamt ist sie Präsidentin der Genossenschaft für Alterswohnungen Baar (GfA). An der Generalversammlung am Dienstag wird Staub Neuigkeiten präsentieren: den möglichen Ausstieg der GfA aus dem Projekt Alterszentrum Bahnmatt, fast auf den Tag genau vier Jahre nachdem die ersten Pläne dafür präsentiert worden sind.

Seit zwei Jahren habe sich «eigentlich nichts mehr getan», sagt Staub seufzend. Das 2013 vorgestellte und nach Schätzungen der Gemeinde 80 Millionen Franken teure Bauvorhaben eines Zürcher Architekturbüros mit dem Roman-entlehnten Namen «Léon und Louise» ist im Stadium der Detailplanung hängengeblieben. Das ist auch der Zahl und den Bedürfnissen der involvierten Parteien geschuldet: Neben der GfA sind das die Gemeinde Baar und der Verein Frohes Alter, Träger der gemeindlichen Altersheime Bahnmatt und Martinspark.

Warteliste umfasst über 100 Namen

Diese Zusammenarbeit sei grundsätzlich sinnvoll, sagt Staub. Doch nach «rund 40 Sitzungen» und immer neuen Verzögerungen haben sie und ihre Mitstreiter von der GfA genug vom Warten. Sie wollen ihre über 100 Personen umfassende und wachsende Warteliste für Alterswohnungen abbauen – mit einem unabhängig verwirklichten Neubau anstelle ihres Hauses Bahnmatt 4. Dieses steht auf dem Land, auf das ein Teil des neuen Alterszentrums gebaut werden soll. Dieses Land gehört der Genossenschaft. «Wir wünschen uns von der Gemeinde den Landabtausch, damit wir eine neue Liegenschaft mit Alterswohnungen bauen können», erklärt Staub. Der Landabtausch ist bereits Bestandteil des Projekts «Léon und Louise». Die neue Liegenschaft der GfA würde auf dem Areal des heutigen Parkplatzes hinter der Bushaltestelle Bahnmatt gebaut. Sie würde sich am Bebauungsplan orientieren, über den noch abgestimmt werden muss. Dort sind auf den betreffenden Grundstücken höhere Gebäude als heute vorgesehen, weshalb die GfA über mehr Alterswohnungen als gegenwärtig verfügen würde. Die Gemeinde hält nichts von einem baldigen Landabtausch (siehe Box). Wenn es nicht klappt, werde die GfA das 40 Jahre alte Haus Bahnmatt 4 mit 19 Wohnungen wie gehabt weiterführen. «Die Bewohner fühlen sich wohl dort, und das Haus ist trotz des Alters gut in Schuss», sagt Staub. In diesem Fall würde das neue Alterszentrum Bahnmatt nicht wie geplant umgesetzt werden können. Und das Warten würde andauern.­