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Baar gewährt einen Steuerrabatt von 4 Prozent

Die Gemeinde budgetiert einen Ertragsüberschuss von 1,3 Millionen Franken. Für 2019 zeichnet sich wiederum ein grösseres Plus ab.
Rahel Hug
Der Gemeinde Baar – im Bild das Zentrum mit der Verwaltung – geht es finanziell gut. (Bild: Beat Krähenbühl/Flying Camera, 16. August 2018)

Der Gemeinde Baar – im Bild das Zentrum mit der Verwaltung – geht es finanziell gut. (Bild: Beat Krähenbühl/Flying Camera, 16. August 2018)

Bereits heute ist Baar eine der steuergünstigsten Gemeinden der Schweiz, im Kanton Zug verzeichnet Baar den tiefsten Steuerfuss. Nun werden die Steuern noch weiter gesenkt – zumindest temporär: Die Gemeinde gewährt für das Jahr 2020 einen Steuerrabatt von 4 Prozent, dies bei einem Steuerfuss von 53 Prozent.

Der Entscheid für einen Rabatt sei dem Gemeinderat nicht leicht gefallen, gibt der Baarer Finanzvorsteher Pirmin Andermatt zu. Doch verschiedene Gründe würden für dieses Vorgehen sprechen. «Zum einen wollen wir den innerkantonalen Steuerwettbewerb nicht noch weiter anheizen, was mit einer langfristigen Steuersenkung der Fall wäre. Zum anderen wollen wir die hohen Investitionen, die auf uns zukommen, mit eigenen Mitteln tätigen können», sagt der CVP-Gemeinderat. Für Andermatt steht deshalb fest: «Es handelt sich bei diesem Rabatt um eine einmalige Sache. Der Steuerfuss von 53 Prozent im Finanzplan gibt uns langfristig Planungssicherheit.»

Die RGPK steht hinter dem Vorschlag

Andermatt ist sich bewusst, dass die Steuersituation an der Gemeindeversammlung im Dezember für Diskussionen sorgen wird. «Doch ich denke, die Argumente des Gemeinderats werden die Bevölkerung überzeugen. Es handelt sich um einen valablen und fairen Rabatt.» Auch die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission stehe hinter dem Vorschlag.

Das Budget 2020 sieht einen Überschuss von 1,3 Millionen Franken vor. Dabei wird mit Erträgen von 152,0 und Aufwendungen von 150,7 Millionen Franken gerechnet. Der Fiskalertrag im Voranschlag liegt bei 110,7 Millionen Franken, das sind etwas mehr als im Budget 2019. «Trotz wirtschaftspolitischem Druck rechnet der Gemeinderat im Finanzplan weiterhin mit stabilen Steuererträgen, sowohl bei den juristischen wie auch bei den natürlichen Personen», heisst es in der Mitteilung der Einwohnergemeinde zum Budget. Eine Abschwächung der Konjunktur könnte den Baarer Finanzhaushalt aber empfindlich treffen, so Pirmin Andermatt: «Die Entwicklungen sind schwer vorhersehbar.» Die allgemeine Finanzlage könne sich rasch ändern und Baar sei innerhalb des Kantons Zug jene Gemeinde mit der grössten Abhängigkeit zu Firmen generell und zu Weltkonzernen im Besonderen.

Fest steht: Die Steuererträge im laufenden Jahr werden höher ausfallen als budgetiert. Es konnte ein Einmaleffekt im zweistelligen Millionenbereich bei den Gewinnsteuern juristischer Personen verbucht werden. Die aktuelle Prognose für den Abschluss 2019 weist deshalb auf einen deutlich höheren Ertragsüberschuss hin: Die Gemeinde rechnet mit einem Plus von 26,5 Millionen Franken.

Grössere Schulprojekte stehen auf dem Programm

Einen Teil dieses Überschusses wird die Gemeinde als Reserven für Investitionen verwenden können. Die Schulhäuser Wiesental, Sternmatt 1, die Dreifachturnhalle Sternmatt 2 und weitere Projekte stehen kurz vor dem Baubeginn. Diese Ausgaben und weitere Vorhaben (Altersheim, Langzeitpflege) belaufen sich bis ins Jahr 2024 auf beinahe 155 Millionen Franken. Die strategische Planung 2025 bis 2037 zeigt einen Investitionsbedarf von zusätzlichen 260 Millionen Franken.

Gleichzeitig steigen die Ausgaben, insbesondere beim Personalaufwand. «In den Jahren 2015 bis 2018 ist der Personalbestand in der Verwaltung kaum gewachsen», erklärt Andermatt. «Mit einer Aufstockung in diesem Bereich tragen wir dem Bevölkerungswachstum und den Grossprojekten Rechnung.» Der Beitrag der Gemeinde Baar an den innerkantonalen (ZFA) und interkantonalen Finanzausgleich (NFA) nimmt als Folge der gesteigerten Steuerkraft 2018 weiter zu. In den ZFA bezahlt Baar 17,3 Millionen (Vorjahr: 10,4 Millionen), in den NFA 9,9 Millionen (Vorjahr: 8,1 Millionen) Franken.

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