Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BAAR: Glencore Xstrata muss Milliarden abschreiben

Der Rohstoffkonzern Glencore Xstrata hat im ersten Halbjahr 2013 einen Nettogewinn von 2,04 Mrd. Dollar erzielt. Auf vergleichbarer Basis waren dies 39 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Zu schaffen machten dem Anfang Mai fusionierten Konzern allem voran die gesunkenen Preise bei Metall- und Energierohstoffen.
Der Sitz von Glencore, dem weltgrössten Rohstoffhändler, in Baar. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Sitz von Glencore, dem weltgrössten Rohstoffhändler, in Baar. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Auch beim Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchte Glencore Xstrata eine Einbusse, und zwar um 9 Prozent auf 6 Mrd. Dollar. Der Umsatz seinerseits sank um 2 Prozent auf 121,4 Mrd. Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Berechnet wurde dies auf Proforma-Basis, das heisst unter fiktiver Annahme, dass der Rohstoffhändler Glencore und der Rohstoffabbauer Xstrata bereits im Januar 2012 fusioniert hätten. Ausgewiesen werden die Zahlen nach internationalem Rechnungslegungsstandard IFRS.

Abschreiber wegen Wertzerfall

Im Zuge der Fusion muss der neu entstandene Rohstoffgigant happige Abschreiber hinnehmen. Insgesamt fallen Wertberichtigungen in Höhe von 8,47 Mrd. Dollar an, 7,66 Mrd. davon beziehen sich auf Xstratas auf der ganzen Welt verteilte Minenanlagen.

Finanzchef Steven Kalmin erklärte am Dienstag in einem Webcast, die Abschreiber seien grundsätzlich rein mathematischer Natur. Begründet seien sie darin, dass die Preisschätzung der von Xstrata übernommenen materiellen und immateriellen Vermögenswerte bereits im September 2012 vorgenommen wurde.

In der Zeitspanne bis zum Abschluss der Fusion verloren die Besitztümer aber unter anderem wegen der sinkenden Rohstoffpreise massiv an Wert. Der Preis für Kupfer etwa fiel gemäss dem Online-Datenportal Index Mundi zwischen Januar und Juni um rund 14 Prozent, jener für Kohle um 16 und jener für Gold um gut 23 Prozent.

Steuergutschrift anstelle von Steuerzahlungen

In die Halbjahresbilanz fliessen die Wertberichtigungen aber nur teilweise ein. Voll eingepreist werden sie hingegen beim Vorsteuerergebnis, in dem die in Baar ZG domizilierte Glencore Xstrata dem Zuger Steueramt einen Verlust von 9,22 Mrd. Dollar geltend macht. Möglich ist dies, weil das Schweizer Handelsrecht hier andere Anforderungen an die Rechnungslegung stellt als IFRS.

Das Ergebnis davon ist, dass Glencore Xstrata wie schon in den Vorjahren keine Gewinnsteuern in der Schweiz bezahlen muss. Im Gegenteil: Es fällt eine Steuergutschrift von 163 Mio. Dollar an. Diese Summe könne bei künftigen Steuerforderungen angerechnet werden, heisst es in einer Fussnote des Halbjahresberichts.

Xstrata-Leute müssen sich Glencore anpassen

Auch Konzernchef Ivan Glasenberg meldete sich in der aus London übertragenen Webkonferenz zu Wort. Bezüglich der fortschreitenden Integration der Geschäftseinheiten und finanziellen Anlagen von Xstrata zeigte er sich zufrieden. Mit den angestrebten Einsparungen von 500 Mio. Dollar sei man auf Kurs, mehr darüber informiert werde anlässlich des Investorentages im September.

Es gehe nun darum, die auf das Bergbaugeschäft fokussierten Manager von Xstrata auf die marketing- und handelsorientierte Unternehmenskultur von Glencore einzustellen. Bei der Suche nach einem neuen Verwaltungsratspräsidenten herrsche überdies keine Eile. Bis auf weiteres wird das Amt ad interim von Ex-BP-Chef Tony Hayward ausgeübt.

Preisunterschiede zwischen Märkten nutzen

Für die zweite Jahreshälfte sieht Glasenberg zusätzliche Gewinnmöglichkeiten bei der in der Rohstoffbranche weit verbreiteten Arbitrage-Geschäftspraxis. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass ein Rohstoff in einem bestimmten Markt mehr Verkaufserlös erzielt, als wenn er in einem anderen Markt abgesetzt worden wäre.

Im ersten Halbjahr funktionierte dies bei der Kohle besonders gut. Überhaupt lief das Geschäft in der Sparte Energierohstoffe (Öl und Kohle) deutlich besser als in den anderen beiden Sektoren Metalle und Agrarrohstoffe. Bei Letzteren wirkten sich den Angaben von Glencore Xstrata zufolge Ernteausfälle in Südaustralien sowie logistische Probleme in Brasilien und Argentinien negativ aus.

sda

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.