BAAR: Greis versuchts nochmals mit Preisübergabe

Der Rapper Greis kommt am kommenden Donnerstag zum dritten Mal nach Baar, um der Rohstoffgruppe Glencore einen Schmähpreis zu übergeben. Auch Josef Lang, Nationalrat der Alternativen Zug, wird vor Ort sein, wie es in einer Mitteilung heisst.

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Rapper Greis beim zweiten gescheiterten Übergabeversuch vor der Firma Glencore im Februar. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Rapper Greis beim zweiten gescheiterten Übergabeversuch vor der Firma Glencore im Februar. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Der Zuger Rohstoffhandelskonzern Glencore war am Rande des Davoser WEF im Rahmen der Preis-Gala «Public Eye» mit dem so genannten «Swiss Award» bedacht worden, einer Auszeichnung «für übles Firmenverhalten». Die Kohleminen des Unternehmens in Kolumbien verursachten massive Umweltverschmutzung und Gesundheitsschäden bei der Bevölkerung, kritisierten die Vergeber des Anti-Oscars.

Glencore soll sich für Rechte einsetzen
Geplant ist, das der politisch engagierte Rapper Greis aus Bern den «Swiss Award» überbringen soll. Die Firmenleitung habe sich jedoch bis heute geweigert, den Preis entgegen zu nehmen, heisst es in einer Medienmitteilung. Sie habe jedoch einen Vertreter der kolumbianischen Gewerkschaft Sintramienergética empfangen und versprochen, sowohl in Kolumbien wie auch in der Schweiz verhandlungsbereit zu sein.

Im April stünden in Kolumbien Verhandlungen von Gesamtarbeitsverträgen an. «Anlässlich der Preisübergabe soll Glencore an ihre Versprechungen erinnert und aufgefordert werden, sich ernsthaft für die Umsetzung der Arbeits- und Gewerkschaftsrechte einzusetzen», heisst es weiter.

Gegenöffentlichkeit zum WEF
Mit der Preis-Gala «Public Eye» wollen die Erklärung von Bern und Pro Natura seit 2000 eine Gegenöffentlichkeit zum WEF schaffen. Sie fordern rechtlich verbindliche internationale Regeln zur Unternehmensverantwortung und einen respektvollen Umgang mit Mensch und Natur. 

Rund 40 in- und ausländische Konzerne waren für einen der drei Schmähpreise nominiert worden. Gleich zwei der Anti-Oscars gingen heuer an den französischen Nuklearkonzern Areva. Ihm wird vorgeworfen, im afrikanischen Niger unter skandalösen Bedingungen Uran abzubauen.

scd/ap

HINWEIS
Der Übergabeversuch ist öffentlich und findet am 27. März um 12.34 Uhr vor der Firma Glencore in Baar statt.