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BAAR: «Ich erkläre die Fasi 2010 für tot»

Was für die Zürcher beim Sächsilüüte der Böögg, ist für die Baarer der Räbechüng. Je höher die Flammen schlagen, um den Monarchen zu verschlingen, desto mehr Wehmut ist zu spüren.
Das traditionelle Verbrennen des Räbechüngs markiert das Ende der Baarer Fasnacht. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das traditionelle Verbrennen des Räbechüngs markiert das Ende der Baarer Fasnacht. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Er brennt! Die Gäuggel haben eine Polonaise gebildet. Räbenvater Martin II. Neese führt den Bandwurm an, der den sterbenden König umkreist. Das Feuer wirft gespenstisch leuchtendoranges Licht auf ihre Masken. Was vor dem Einnachten noch wie ein Lachen aussah, hat um 20.15 Uhr in Kummer umgeschlagen. Die Gäuggel knien nieder, traurig über das Ende ihres Räbechüngs. «Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist», hatte Martin II. die Fasnächtler kurz zuvor zur Hinrichtung des Monarchen begrüsst und gewitzelt: «Ich bin einer der wenigen, die ihren Chef ungestraft anzünden dürfen.»

Buntes Fasnachtstreiben
Was für die Zürcher beim Sächsilüüte der Böögg, ist für die Baarer der Räbechüng. Je höher die Flammen schlagen, um den Monarchen zu verschlingen, desto mehr Wehmut ist zu spüren. Denn mit dem symbolischen Akt auf dem Rathausplatz rückt das Ende der Baarer Fasnacht immer näher. Zeremonienmeister Oliver Betschart fand die richtigen Worte, um das Räbenvolk zum Ende wieder etwas aufzumuntern: «Ich erkläre die Fasi 2010 für tot, es lebe die Fasi 2011.»

(Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Abdankung begann um halb sieben Uhr mit buntem Fasnachtstreiben, bei dem vor allem die Freunde der Guggenmusig auf ihre Rechnung kamen. Hatte doch die IG Fiirabig, die für den letzten Tag des Baarer Jahreshöhepunkts verantwortlich zeichnet und in diesem Jahr ihr 10-Jahr Jubiläum feiert, rund 20 Guggen organisiert.

Am Anfang war das Feuer
Um 19.45 Uhr setzte sich dann der Fackelzug in Bewegung. Genau gleich wie schon 17 Tage zuvor, als Martin II. nach dem Umzug im Baarer Gemeindesaal inthronisiert worden war. «Wir sind oftmals nach dem Hofstaat ins Bett gegangen und könnten gut noch ein wenig weiterfeiern», sagte Martin II. und zeigte damit, wie sehr er die Tage als Räbenvater genoss. Er zog sich nach dem Akt mit seinem Hofstaat zu einer Stärkung in die Wärme zurück. Und das war bitter nötig: Denn bis zum Start des grossen Monsterkonzertes um 22.30 Uhr sank das Thermometer einige Grad unter den Gefrierpunkt. Kein Wunder, verzog sich das Räbenvolk zeitig in die Beizen, um bis in die frühen Morgenstunden die schönste Zeit des Jahres ausgelassen zu beenden.

Charly Keiser

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