Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BAAR: Inspiration aus dem Blutkreislauf

Medizinwissenschaft und bildende Kunst schliessen sich nicht aus: Die neusten Arbeiten von Maria Bettina Cogliatti in der Z-Galerie befassen sich mit den drei Themen Wasser, Algen und Nerven.
«germant – keimend». Maria Bettina Cogliattis neue Werke schlagen eine Brücke zur Medizinwissenschaft. Zu sehen in der Z-Galerie und im Verwaltungszentrum Aabach. (Bild: Maria Schmid (Baar, 30. August 2017))

«germant – keimend». Maria Bettina Cogliattis neue Werke schlagen eine Brücke zur Medizinwissenschaft. Zu sehen in der Z-Galerie und im Verwaltungszentrum Aabach. (Bild: Maria Schmid (Baar, 30. August 2017))

Wer bei seinem Arzt eine Aufnahme seines Gehirns oder eines Organs gesehen hat, dem ist bestimmt schon deren unglaubliche Farbigkeit aufgefallen. Das ist auch der Zuger Künstlerin wieder bewusst geworden, als sie sich an die medizinischen Grundlagen bei ihrer Ausbildung zur Kunsttherapeutin erinnerte. «Das war der Zündfunke, im wahrsten Sinn des Wortes. Und so befasste ich mich für diesen Zyklus mit dem Blutkreislauf näher: von hinten, vorne und der Seite.» Von dieser Auseinandersetzung der inneren und äusseren Organismen ist sie derzeit so sehr fasziniert, dass sie sagt: «Das Thema wird mich zeitlich noch länger beschäftigen.»

Interpretationen sind variabel

Aber keine Angst. Maria Bettina Cogliatti hat jetzt in ihrer aktuellen Ausstellung «germant – keimend» in der Z-Galerie keinesfalls Organe, Gewebe oder Zellen visualisiert. Man kann sie vielleicht in den grossen, vorwiegend in blauen Farbtönen gemalten Acrylwerken erahnen. Beispielsweise kommen dem Besucher direkt im Eingang beim ersten Bild «andockend – convaincant» vermutlich solche Gedanken auf, weil sich darauf scheinbar überdimensionierte Nervenstränge verbinden. Gegenüber erinnert die ganz in blauweissen Tönen gehaltene, ebenfalls zwei Meter lange Arbeit, «spurend – retrouvant» an eine Gletscherlandschaft mit zahlreichen Wasserfällen – ist es aber nicht. Weil sich das Leben auf der Erde aus Wasser entwickelt hat, verdeutlicht die Künstlerin diesen Aspekt mit Sujets von grünen Algen, fluoriszierenden Tentakeln und Quallen. Und in nur wenigen Bildern werden Rottöne verwendet. Interessant ist bei diesen Zyklen die Verschiedenheit im Malduktus: mal zart und zerbrechlich, mal herb und satt ineinander fliessend. Die Arbeiten strahlen zugleich Ruhe und Dynamik aus.

Nachdem sich Maria Bettina Cogliatti für die vorherige Ausstellung intensiv mit Landschaften befasst hatte, widmete sie sich in den letzten Monaten vor allem der Medizinwissenschaft. «Dieser Bereich und die ­bildende Kunst schliessen sich nicht aus. Im Gegenteil, sie ergänzen sich im Lebenden», sagt sie überzeugt. Darum sind alle diese Arbeiten neueren Datums, manche seien erst in diesem Jahr entstanden, so die Künstlerin.

Als Grundmaterial hat Maria Bettina Cogliatti vorwiegend Vlies, aber auch Papier und Lithopapier, verwendet. «Das Vlies strahlt für mich Sinnlichkeit aus», sagt die Künstlerin an der Vernissage letzten Samstag. Dies passe gut zur jetzigen Thematik. Wie sie erklärt, weisen manche ihrer Werke bis zu 15 Acrylschichten auf: «Das Material ist super zum Schaffen, denn teilweise arbeite ich nass in nass.»

Zu beachten gilt, dass Maria Bettina Cogliatti mit dem Zyklus «raumend» seit letzten Dienstag ebenso im Verwaltungszentrum an der Aabachstrasse in Zug vertreten ist.

Die Künstlerin wurde 1957 in Mexiko geboren, seit 1960 lebt sie in Zug. Als Meisterschülerin hat sie die Akademie der Bildenden Künste in Düsseldorf absolviert und sich später als Kunst-, Mal- und Gestaltungstherapeutin weitergebildet. Diesem Gebiet widmet sie sich heute noch. Maria Bettina Cogliatti erhielt diverse Auszeichnungen und nahm an vielen Ausstellungen teil. Ihre Werke sind in privaten und öffentlichen Sammlungen zu finden. Die Künstlerin ist weiterhin sehr engagiert und arbeitet hauptsächlich themen- und zyklenorientiert.

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung von Maria Bettina Cogliatti läuft bis 8. Oktober in der Z-Galerie, Dorfstrasse 6a in Baar. Die Öffnungszeiten: Mi–Fr 15–18 Uhr, Sa–So 11–14 Uhr. Weitere Werke der Künstlerin sind während der Bürozeit im Kantonalen Verwaltungszentrum 1, Aabachstrasse 3 in Zug, zu sehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.