BAAR: Kehrtwende beim Ausbau der Lorzenstrasse

Die Kantonsstrasse von Baar ins Ägerital soll nicht in einem Zug, sondern in zwei Etappen erneuert und ausgebaut werden. Zur Schonung der Bevölkerung an den Umleitungsrouten und wegen Kosteneinsparungen zugunsten des kantonalen Entlastungsprogramms wird das Teilstücks Moosrank - Nidfuren um 10 bis 12 Jahre verschoben..

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Baudirektor Heinz Tännler, links, informierte in der Aulo Allenwinden über die Pläne für die Sanierung und den Ausbau der Kantonsstrasse durch das Lorzental. (Bild Christian H. Hildebrand)

Baudirektor Heinz Tännler, links, informierte in der Aulo Allenwinden über die Pläne für die Sanierung und den Ausbau der Kantonsstrasse durch das Lorzental. (Bild Christian H. Hildebrand)

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr präsentierte die Baudirektion in der Aula Allenwinden ihre Pläne für die Sanierung und den Ausbau der Kantonsstrasse durch das Lorzental. Dabei stiess Idee auf Widerstand, den Verkehr während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollumfänglich über den Baarer Ortsteil Allenwinden umzuleiten. Ein öffentliches Mitwirkungsvefahren bei Behörden und Bevölkerung ergab schliesslich eine Umfahrungslösung in Form eines Grosskreisels, der den Verkehr bergwärts über Allenwinden und talwärts über Cholrain - Edlibach (Gemeinde Menzingen) führt.

Die breit abgestützte Lösung werde der Baudirektion für die weitere Planung als Grundlage dienen, versicherte Baudirektor Heinz Tännler am Montagabend an einer Orientierung in Allenwinden. Dennoch überraschte er mit einer Neuerung: «Wir sind direktionsintern zum Schluss gekommen, die Kantonsstrasse durch das Lorzental nicht in einem Zug zu sanieren und auszubauen, sondern in zwei Etappen vorzugehen.»

Demnach soll zunächst auf den Ausbau der Strecke Moosrank bis Nidfuren und die umfassende Sanierung der Lorzentobelbrücke verzichtet werden. Tännler: «Diese Etappe verschieben wir um 10 bis 12 Jahre. Ausgeführt werden einzig die dringlichsten Reparaturen an der Strasse und an der Lorzentobelbrücke. Diese Massnahmen werden keine grossräumigen Umfahrungen zur Folge haben.»

Als Gründe für den Aufschub nannte der Tännler vor allem zwei Aspekte: erstens die Schonung der Bevölkerung an den Umleitungsrouten. Zweitens erlaube die zeitliche Staffelung des Projektes Kosteneinsparungen von rund 15 Millionen Franken zugunsten des Strassenbauprogramms 2014-2022. «Dieser Betrag wird gleichzeitig dem derzeit anlaufenden Entlastungsprogramms zugute kommen, mit dem der Kanton 80 bis 100 Millionen Franken pro Jahr einsparen will.»

Erste Etappe 2018-2020

Realisiert wird vorerst nur der Kantonsstrassenabschnitt Nidfuren bis Schmittli. Die Etappe erfordert eine Vollsperrung, die maximal zwei Jahre dauern wird. In dieser Zeit lässt die Baudirektion die Knoten Nidfuren und Schmittli neu gestalten, die Brügglitobelbrücke neu bauen, die Fahrbahn auf der ganzen Strecke verbreitern und beidseitig Radstreifen anlegen. Während der Vollsperrung wird der Verkehr über den erwähnten Grosskreisel geführt, sprich bergwärts über Allenwinden und talwärts über Edlibach.

Baudirektor Heinz Tännler: «Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, die Vollsperrung zeitlich zu verkürzen und die Strecke in einer zweiten Bauphase einspurig passierbar zu machen.»

Die Baudirektion will das Projekt im kommenden Jahr öffentlich auflegen und dem Kantonsrat den Objektkredit von rund 42 Millionen Franken beantragen. Wenn alles nach Plan verläuft, sollte in den Jahren 2018 bis 2020 gebaut werden können.

pd/zim