BAAR: «Mister Lego» tritt in die hintere Reihe

Zwar werden hier keine Lego-Steine mehr produziert. Aber noch immer ist der Name ein Begriff am Ort. Und hat seine Geschichte.

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Walter Grob, der Veteran der Lego. (Bild pd)

Walter Grob, der Veteran der Lego. (Bild pd)

Diesen Monat legt Walter Grob seine letzten Ämter bei der Lego nieder. Es ist jene Firma, die vor 40 Jahren in Baar aktiv wurde – und von deren Produktion dort nichts übrig blieb. Walter Grob, der in Zürich lebt, ist heute noch für viele der «Mister Lego».

Über 40 Jahre war Grob für die Lego tätig. Am 1. Juli 1967 hatte er seinen Posten als Geschäftsführer der schweizerischen Lego Vertriebsgesellschaft angetreten.

Telefonist, Buchhalter, Packer und Chauffeur in einem
Grob lernte seine Aufgaben in Zürich von der Pike auf kennen. Die damals zehn Mitarbeiter machten während den flauen Sommermonaten branchenübliche Betriebsferien. Die Firma befand sich zu jener Zeit an der Höschgasse 8 in Zürich und zügelte Ende Mai 1968 nach Baar, wo sie ein leer stehendes Gebäude mit 10'000 Quadratmeter Bauland erworben hatte.

Grob war Chef, Telefonist, Korrespondent, Buchhalter, Kassier, Lagerist, Packer und Chauffeur in einem. Die Rechnungen schrieb die zuständige Mitarbeiterin nach ihrer Rückkehr aus den Ferien. Das Verhältnis zu seinen Mitarbeitenden war eng.

«Zu Anfang schien der Betrieb gar etwas übertrieben. Aber die Umsätze entwickelten sich prächtig», erinnert sich Grob. Im ersten Geschäftsjahr kauften die Schweizer Familien für 5 Millionen Franken Lego-Produkte, 1990 waren es 68 Millionen Franken. Der Marktanteil von Lego im Schweizer Spielzeugmarkt betrug damals 16 Prozent, womit die Firma unangefochtener Branchenleader war.

Fabrikation wurde in Billiglohnländer verlagert
Was Grob heute sagt: «Dass Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts als Folge verfehlter Marketing-Strategien die Lego-Umsätze und Erträge global dramatisch einbrachen, war bitter. Insbesondere auch für die Schweiz, wo alle zwischen 1974 und 1993 errichteten Fabriken geschlossen wurden, was für 1000 Mitarbeitende den Verlust ihrer Arbeitsplätze bedeutete.»

lnzwischen erholten sich die Geschäfte, der Aufwärtstrend ist heute fest verankert. Die Fabrikation wurde allerdings zu einem grossen Teil in Billiglohnländer verschoben. Heute steht auf den Lego-Schachteln, dass die darin befindlichen Lego-Elemente nebst dem Ursprungsland Dänemark in Tschechien, Ungarn und China hergestellt werden.

Stammgast in Lenzerheide
Walter Grob war fast 50 Jahre in den Skiferien ständiger Gast in Lenzerheide. Er hatte schon 1997 die «Chesa Rustica» in Valbella für die Lego-Gruppe gekauft und in ein Seminarhotel für die Lego Gesellschaften umgebaut. Anfang 2008 erwarb er das Familienhotel Valbella Inn in Lenzerheide-Valbella vom Eigentümer Ernst Frauchiger und integrierte es in die Interlego AG Baar. Heute gibt Walter Grob in der Lego in Baar seinen Abschied.

Karl Etter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.