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BAAR: Mit 50 Jahren an die Weltmeisterschaft

Der Tennisspieler Martin Arnet reist als Teil des dreiköpfigen Schweizer Teams an die Seniorentitelkämpfe nach Miami. Er hat sich auch schon mit Roger Federer gemessen.
«Mein Spiel ist aggressiver – trotz Altersmilde», so Martin Arnet. (Bild: PD)

«Mein Spiel ist aggressiver – trotz Altersmilde», so Martin Arnet. (Bild: PD)

Irgendwann ist selbst der eigentlich unbeirrbare Martin Arnet in Versuchung geraten. Und so hat er sich nach Absagen in den Vorjahren diesmal doch dazu durchgerungen, für die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft zuzusagen. «WM – das klingt schon gut», sagt Arnet amüsiert, «natürlich relativiert sich das ein wenig, wenn man hört, dass es sich um die Teamweltmeisterschaft der Senioren handelt.»

Der 50-jährige gebürtige Baarer gehört seit mehreren Jahren zu den besten In-die-Jahre-Gekommenen. Mit Jüngeren nimmt er es weiterhin regelmässig auf. Im vergangenen Mai spielte er mit seinem Verein Lido Luzern im Interclub, der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, in der Nationalliga A der Spieler ab 35 Jahren. Seine Einzelbilanz ist ausgeglichen. Unter den zwei Niederlagen findet sich eine, die besonders für die Qualitäten Arnets steht: Einem deutlich besser klassierten Kontrahenten unterlag er in drei Sätzen, wobei er im ersten 0:6 unterging und sich dann mit einem 7:5 den Ausgleich schaffte, ehe er den Entscheidungsdurchgang mit 5:7 verlor. Arnet gilt in der hiesigen Tennisszene als mühsamer Kontrahent, als einer, den man «nicht totkriegt», wie man so sagt. Und dem man glaubt, wenn er sagt, dass er einmal für eine Drei-Satz-Partie vier Stunden benötigte – und jene schliesslich gewann. Arnet kann sich mit besagter Beschreibung als Tennisspieler identifizieren. «Allerdings», wirft er ein, «ist mein Spiel mittlerweile aggressiver – trotz vermeintlicher Altersmilde.» Das erstaunt, wenn man dem dreifachen Familienvater und Sportlehrer zuhört, dessen Tonfall und Selbstreflexion auf eine eher feinsinnige Person schliessen lassen. «Durch vermehrtes Krafttraining bin ich tatsächlich kräftiger geworden, weshalb ich auch etwas mehr forcieren kann im Tennis als früher», erklärt er.

Das Duell mit Federer

Früher, das war auch, als er dem wohl grössten Spieler der Geschichte einen Satz abgenommen hat: Vor über 20 Jahren traf Arnet an einem internationalen Turnier auf den damals halb so alten Roger Federer. «Ich war wegen der Klassierung sogar zu favorisieren», erinnert er sich. Nach dem gewonnenen ersten Durchgang setzte sich aber Federer durch. Wie damals gegen den talentierten Jungspund weiss Arnet auch an der Senioren-Weltmeisterschaft gegen Talente von einst nicht so recht, was ihn auf dem Court erwarten wird. 25 Teams aus fünf Kontinenten sind gemeldet, in der jüngeren Vergangenheit machten meistens die Italiener und die Franzosen den Sieg untereinander aus. Gestern flog die dreiköpfige Schweizer Delegation nach Miami, morgen beginnt die einwöchige Weltmeisterschaft mit der Gruppenphase. Klar ist, dass Martin Arnets Kämpferqualitäten in den bevorstehenden Einzel- und Doppelpartien gefragt sein werden. Und dass er nicht zum Spass Ferien genommen hat.

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

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