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BAAR: Mitarbeiter wollen Trumpf retten

Um die drohende Massenentlassung bei der Trumpf Maschinen AG zu verhindern, will ein Mitarbeiter die Firma kaufen. Auf diese Weise könnten 30 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Bernard Marks
Archivbild: Das Hauptgebäude der Trumpf Maschinenbau AG in Sihlbrugg. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Archivbild: Das Hauptgebäude der Trumpf Maschinenbau AG in Sihlbrugg. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Die Stimmung der Belegschaft der Trumpf Maschinen AG ist wegen der drohenden Schliessung des Baarer Standortes auf dem Tiefpunkt angekommen. Die Mitarbeiter suchen im Rahmen des Konsultationsverfahrens bis zum 10. November nach Lösungen, wie ein Verlust der 160 Arbeitsplätze zu vermeiden sein könnte. Während die Pläne der Konzernmutter, die Produktion, Entwicklung und Verwaltung in Baar zu schliessen, in Stein gemeisselt scheinen, zeichnet sich eine Lösung ab.

Management-Buy-out als mögliche Rettung

Hoffnung keimte auf, als Erich Hunziker, Leiter der Blechfertigung bei der Trumpf Maschinen AG, der Geschäftsleitung der Trumpf-Gruppe gestern ein Angebot unterbreitete. In seinem Brief, welcher der Redaktion vorliegt, schlägt er vor, die Firma und Teile der Belegschaft im Rahmen eines Management-Buy-outs zu übernehmen. «Wir wollen eine Aktiengesellschaft gründen und so die Arbeitsplätze von 28 Mitarbeitern sowie 2 Lehrlingen retten», erklärt Hunziker. Diese Mitarbeiter seien zwischen 21 und 58 Jahre alt. Dabei will Hunziker die Produktionsanlagen sowie die Infrastruktur und Software der Trumpf Maschinen AG in Baar weiter nutzen.

Was zunächst unrealistisch klingt, könnte klappen. Hunziker, der von 2001 bis 2007 bereits einige Jahre im Betrieb in Baar gearbeitet hatte und im Jahr 2014 zurückehrte, hat immerhin bereits genaue Vorstellungen von dem, was er in Zukunft in Baar machen will. Der Trumpf-Konzern soll in den kommenden drei Jahren weiter Produkte aus Baar zu marktüblichen Preisen kaufen. Bis Ende Juni 2018 will Hunziker in den Räumlichkeiten in Baar produzieren.

Interessant ist die Finanzierung: 2 Millionen Franken will Hunziker dem Trumpf-Konzern für die Übernahme der Infrastruktur zahlen. Im Gegenzug zahlt Trumpft 6 Millionen Franken an Hunziker. «Diese Summe erscheint auf den ersten Blick sehr hoch», sagt Hunziker. Wenn man aber die Zahlung für die Infrastruktur und die Einsparungen von 2 Millionen im Sozialplan in Abzug bringe, ergeben sich für Trumpf Kosten von lediglich 2 Millionen Franken. Das entspreche laut Hunziker 0,6 Prozent des Ergebnisses der Geschäftstätigkeit und weniger als 1 Prozent des Jahresüberschusses der Gruppe.

Hunziker bittet in seinem Schreiben die Konzernleitung inständig, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen und die Sorgen von zahlreichen Familien zu lindern. «Die Trumpf-Gruppe hat in den letzten Jahren erheblich von den Standortvorteilen im Kanton Zug profitiert, jetzt ist es Zeit, der Region etwas zurückzugeben», so Hunziker. Ob Trumpf aber einen Sozialplan erstellen muss, ist offen. Denn laut Gesetz ist dies im Fall einer Massenentlassung ab 30 Arbeitnehmern nötig, sofern die Firma mindestens 250 Arbeitnehmer beschäftigt.

Bernard Marks

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