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BAAR: Moderne Kunst für die Bewohner

Das Pflegezentrum hat in Zusammenarbeit mit der Z-Galerie den Neubau mit Kunstwerken ausgestattet. So wird die Aussenwelt ins Haus gebracht – und eine neue Philosophie.
Monika Wegmann
Paul Langenegger (Stiftungsrat), Stephanie Schär (CEO) und die Galeristin Maria Ziegler (von links) freuen sich über die neue Kunst, die die Korridore des Neubaus schmückt.

Paul Langenegger (Stiftungsrat), Stephanie Schär (CEO) und die Galeristin Maria Ziegler (von links) freuen sich über die neue Kunst, die die Korridore des Neubaus schmückt.

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Welche Kunst passt in ein Pflegezentrum mit älteren Bewohnern und jüngerem Personal? Die Antwort ist nicht so einfach. Und wer denkt, dass ältere Menschen nur gegenständliche Kunst schätzen, könnte sich täuschen. Interessant ist deshalb der Weg, den das Pflegezentrum Baar für die künstlerische Ausstattung des Anbaus gewagt hat. Für das Konzept wurde Maria Ziegler, Z-Galerie, Baar, als Kuratorin beauftragt. Sie konnte zusammen mit Stephanie Schär, CEO Stiftung Pflegezentrum, die Kunstwerke auswählen. Am kommenden Dienstag findet die Vernissage statt.

«Es war unser Ziel, den neuen Gebäudeteil mit Kunstwerken zu bereichern, die den Alltag von Bewohnern und Personal beleben und die Aussenwelt hineinbringen», sagt Maria Ziegler. Bei einem Rundgang fällt die harmonische Atmosphäre auf, welche durch die geschickt ausgewählten Farben und Formen der Kunstwerke entsteht, die optimal zur modernen Architektur passen.

Baum im Haus und auf dem Bild

Die neue Auswahl, welche die Sammlung des Zentrums bereichert, bringt neuen Wind in die Institution. Schon am Haupteingang begrüssen zwei Figuren von Rolf Grönquist die Eintretenden. Vom Foyer führt ein Verbindungskorridor zum hellen modernen Anbau. Hier fallen die farbintensiven, dynamischen Bilder von Ana Azpeitia auf. In einem ihrer abstrakten Werke wächst ein Baum durch ein Haus. «Ich habe es bewusst ausgewählt, weil hier im Innenhof ein riesiger echter Baum steht», erklärt Maria Ziegler. Und sie muss selber lachen, als Gezwitscher ertönt: «Das witzige Vogelhaus stammt von Quido Sen.»

Da jedes Stockwerk bei der Möblierung eine Signetfarbe hat, was der Bewohnerschaft die Orientierung erleichtert, hat Maria Ziegler, die als Galeristin über viel Erfahrung verfügt, die Kunstwerke für die Korridore tonal passend ausgewählt. «Rund 90 Prozent der ausgewählten Werke habe ich in den Ateliers der beteiligten, regionalen Künstler gefunden. Der Rest ist neu entstanden.»

Die Auswahl der Künstler ist auf jedem Stock gleich, es gibt: Objekte von Maria Bettina Cogliatti, abstrakte Landschaften von Myriam Arnelas, Motive aus Pappelholz von Beat O. Iten, figürliche Farbradierungen von Claudia Bucher, Meerbilder von Franz Bucher, Collagen von Gabor Schikula, nostalgische Spitzensujets von Annemie Lieder, poetische Aquarelle von Peter Voser und Zuger Landschaften von Urs J. Knobel.

Austausch mit Künstlern möglich

«Das Projekt war kein Schnellschuss, sondern ein langer, herausfordernder Prozess, bei dem ich von CEO Stephanie Schär begleitet wurde», betont Maria Ziegler. Ein Jahr lang habe sie Bilder ausgesucht, ausprobiert und schliesslich der Geschäftsleitung vorgeschlagen. «Wir konnten im dritten Stock, der anfangs noch nicht belebt war, Bilder probehängen und die Bewohner und das Personal befragen, welche ihnen gefallen.» Für Maria Ziegler war es wichtig, in der modernen Architektur nicht nur naturalistische Motive auszuwählen, sondern eine gute Mischung zu finden, die zusammenpasst. Sie legte auch Wert darauf, dass die Farben nicht zu grell sind oder die Motive aufwühlen oder abstossen: «Denn Korridore sind wie Strassen. Bei gewissen Bildern bleiben die Leute stehen.» Weil sie manche vielleicht nicht verständen, sei – falls es eine Nachfrage gebe – sogar ein Austausch mit den Künstlern geplant. Dies könne auch dazu beitragen, den Geist der Bewohner anzuregen. Maria Ziegler sagt: «Ich finde die neue Philosophie der Stiftung Pflegezentrum, die gewisse moderne Formen den Bewohnern nahebringt, sehr positiv.»

Hinweis

Die Vernissage zur Präsentation der Kunstsammlung der Stiftung Pflegezentrum Baar, Landhausstrasse 17/19, findet am Dienstag, 17. April, 15 bis 17 Uhr statt. An der Begehung nehmen die ausstellenden Künstler teil.

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