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BAAR: Nachbarschaftshilfe startet bald

Ein erster Austausch zum Thema zeigte: Es fehlt in der Gemeinde eine Plattform, die Leute zusammenbringt. In einem nächsten Schritt will der Gemeinderat nun mit den Ortsparteien zusammensitzen.
Rahel Hug
Familiengärten in Baar (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015))

Familiengärten in Baar (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Der Begriff der Nachbarschaftshilfe ist derzeit in aller Munde. Überall in der Schweiz sind in den letzten Jahren Netzwerke entstanden, die auf unterschiedliche Art und Weise nachbarschaftliche Hilfeleistungen organisieren und koordinieren. Auch der Baarer Gemeinderat möchte auf diesem Gebiet aktiv werden. Aus diesem Anlass wurde vor kurzem ein erster Round Table durchgeführt – teilgenommen haben Vertreter von 16 Organisationen, die in der Freiwilligenarbeit tätig sind.

Welche Erkenntnisse zogen die Teilnehmer der Runde, und wie geht es weiter? Laut Gemeinderätin Berty Zeiter war der Round Table «sehr informativ». «Es fand ein angeregter Austausch unter den anwesenden Organisationen statt.» Einerseits sei sichtbar geworden, dass die traditionelle Nachbarschaftshilfe in Baar in langjährig bestehenden Strukturen nach wie vor funktioniere. «Dabei ist viel Verbindlichkeit vorhanden», sagt Zeiter. Gleichzeitig verändere sich die Bevölkerungsstruktur in Baar: «Alteingesessene werden weniger, Neuzugezogene finden nicht leicht den Zugang zu diesen bestehenden Strukturen.»

Unbürokratisch und spontan soll es sein

Für die Verantwortlichen steht deshalb fest: Es fehlt eine individuelle, punktuelle und eigenverantwortlich organisierte Nachbarschaftshilfe. Oder einfacher gesagt: Eine Plattform, die unbürokratisch und spontan Leute zusammenbringen kann. Die Einwohnergemeinde habe ein «sehr grosses Interesse» daran, dass auch Menschen, die neu nach Baar gezogen sind oder die über kein soziales Netz verfügen, Zugang finden zu solche Angeboten, sagt die Sozialvorsteherin. «Wir möchten die Vorbedingungen schaffen, damit Nachbarschaftshilfe stattfinden kann, in den Quartieren und in individuellen Begegnungen. Damit Leute zusammenfinden und grössere oder kleinere Einsätze als Freiwillige leisten können.»

Die Palette an Möglichkeiten für solche Netzwerke ist gross. Während in Zug und Cham genossenschaftlich organisierte Kiss-Projekte gestartet wurden, engagiert sich im Ägerital bereits seit über 15 Jahren ein Verein in der Nachbarschaftshilfe. Auch die Facebook-Gruppe «Zuger helfen Zugern» ist ein Beispiel für ein funktionierendes Projekt. In welche Richtung es in Baar gehen soll, ist laut Berty Zeiter zum heutigen Zeitpunkt noch nicht klar. «Dazu warten wir die Zusammenkunft mit den Parteien ab.»

In einem nächsten Round Table sollen nämlich die Erkenntnisse aus der ersten Runde mit den Ortsparteien diskutiert werden. «Wir werden sie um ihre Einschätzung zur traditionellen Nachbarschaftshilfe wie auch zu allenfalls neuen Plattformen bitten.» Denn: Eine auch individuell funktionierende Nachbarschaftshilfe auf die aktuelle Situation in Baar anzupassen, könne nicht alleine vom Gemeinderat erreicht werden, sagt Zeiter. «Dazu braucht es die Unterstützung aller tragenden Kräfte in Baar, da es ein gesellschaftlich relevantes Thema ist.» Als Sozialvorsteherin gehe es ihr darum, in Gesprächen und Begegnungen das Bewusstsein zu schaffen, dass das Zusammenleben in starker Veränderung sei und dass auf neue Herausforderungen auch neue Antworten gefunden werden müssten.

Gemeinderat ist bereit für Anschubfinanzierung

Im nächsten Jahr soll das Nachbarschaftshilfe-Projekt in Baar starten. Der Gemeinderat kann sich auch eine Anschubfinanzierung vorstellen, wie er an der Gemeindeversammlung im Dezember 2016 in den Antworten auf eine Interpellation der CVP zu diesem Thema ausführte. Wie hoch der Betrag sein wird, kann Berty Zeiter heute noch nicht sagen. Zuerst gelte es, eine geeignete Trägerschaft zu finden.

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