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BAAR: Parteipolitik und Kirche – diese Verflechtung passt nicht allen

Drei Mitglieder des katholischen Kirchenrats werden nicht zur Wiederwahl antreten. Zwei Ortsparteien nennen öffentlich Nachfolgekandidaten. Die Alternative – die Grünen finden das unangebracht.
Im Schatten der Baarer St.-Martins-Kirche stehen am kommenden Montag die Erneuerungswahlen an. (Bild: Stefan Kaiser (14. März 2016))

Im Schatten der Baarer St.-Martins-Kirche stehen am kommenden Montag die Erneuerungswahlen an. (Bild: Stefan Kaiser (14. März 2016))

Am kommenden Montag, dem 25. September, werden im Pfarreiheim Baar gleich drei Ären zu Ende gehen. Der Präsident Martin Hotz (13 Jahre Amtszeit), der Bauchef Erwin Bortis (20) und die Vertreterin von Allenwinden Maria Huwyler (20) werden nicht zur Wiederwahl in den Kirchenrat antreten. Die Motive: Hotz und Huwyler machen Altersgründe geltend, Bortis der Wunsch nach mehr Zeit für sich «und vor allem auch für die Familie».

In die Amtszeit des treuen Trios fielen unter vielem anderen die Sanierung der Pfarrkirche St. Martin, die Sanierung des «Adlers» in Allenwinden und natürlich die Einweihung des neuen Zen­trums St. Thomas in Inwil im Frühling 2016, dessen Entstehungsgeschichte zäh war.

Die Einladung ist ein Novum

Andreas Weber (Finanzen), Anton Noser (Liegenschaften) und Katharina Häfliger (Vertreterin Inwil) treten zur Wiederwahl an. Dies geht aus der brieflichen Einladung zur Wahl hervor, die an die Stimmberechtigten versandt wurde. Dieses Vorgehen sei neu, sagt der Kirchenschreiber Stefan Doppmann. Damit wolle man ein grösseres Publikum erreichen als jenes, das nach den traditionellen Ausschreibungen in Amtsblatt und «Zugerbieter» zu erwarten sei. Althergebracht ist hingegen, dass von Seiten der Kirche keine Namen von Kandidaten genannt werden. Es findet sich in erwähntem Brief stattdessen die offene Formulierung «Die Wahlvorschläge erfolgen aus der Mitte der Versammlung». Gleichwohl kursieren im Ort natürlich Namen.

Mittlerweile sind auch einige Kandidaturen offiziell bekanntgegeben worden. Die Besetzung der Ämter ist in Baar mit der Lokalpolitik verwoben, wie sich zeigt. Die noch nicht im Gremium vertretene SVP schlägt ­Peter Langenegger vor, der in der Baubranche tätig ist. Die CVP unterstütze diese Kandidatur für die Nachfolge ihres Mitglieds Erwin Bortis, schreibt die Ortsparteipräsidentin Barbara Häseli. Gleiches gilt für die Bewerbung der parteilosen Edith Bieri als Vertreterin Allenwindens. Die Christdemokraten werden also einen Sitz im Kirchenrat hergeben, wollen aber immerhin mit zwei Personen darin vertreten sein: Neben Andreas Weber soll Thomas Inglin gewählt werden. Der Historiker, der im Kirchenchor aktiv ist, kandidiert als Kirchenratspräsident anstelle seines Parteikollegen Martin Hotz. Die FDP schlägt indes niemanden für den Rat vor, aber jemanden für die Rechnungsprüfungskommission (siehe Box).

Die Alternative – die Grünen stossen sich an der Verflechtung von Politik und Kirche. «Wir finden, dass dies nicht die Sache einer Partei ist, sondern ganz allgemein den Mitgliedern der katholischen ­Kirche überlassen werden soll», schreibt die Baarer Grünen-Vertreterin Anna Lusten­berger auf Anfrage. Die SP habe die Wahlen nicht thematisiert: «Wir haben uns nicht in der Partei abgesprochen, da es sich nicht um eine ‹öffentlich-politische› Wahl handelt», lautet ihre Stellungnahme.

Dass Kirche und Staat zumindest im Kleinen nicht zu trennen sind, ist keine neue Erkenntnis. Im Jahr 1997 beispielsweise wurde ein Nachfolger für den nachmaligen CVP-Gemeinderat Paul Lan­genegger gesucht. Es kam zu einer Kampfwahl zwischen je einem Kandidaten der Christdemokraten und der Freisinnigen. Der CVP-Mann Erwin Bortis machte das Rennen.

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

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